A-capella-Gesang kennt keine Altersbeschränkungen

Locker, bunt, dynamisch und stimmlich anspruchsvoll: Die Kölner Formation “Basta”. Fotos: Rolf Lorig

TRIER. Die A-capella-Gruppe ‟Basta‟ in Trier vorstellen zu wollen, hieße unnötige Energie zu verbraten. Spätestens seit ihrem Auftritt im Innenhof des Kurfürstlichen Palais (2007) beim Mosel-Musikfestival sind die fünf jungen Kölner auch hier bestens bekannt. Im Durchschnitt sorgen sie etwa einmal jährlich dafür, dass die Trierer Szene auf den Genuss des stimmlich kultivierten A-capella-Gesangs nicht verzichten muss. So wie am vergangenen Sonntag im ausverkauften Großen Saal der Tufa.

Ein Konzertbesuch von Rolf Lorig

Wer nicht zu spät kommen wollte, musste im Vorfeld genau hinschauen: 19 Uhr war der offizielle Beginn des Konzertes. ‟Das ist nicht ungewöhnlich – sonntags wollen unsere Gäste in der Regel wieder relativ früh zu Hause sein, weshalb wir diesem Wunsch mit einem früheren Konzertbeginn Rechnung tragen‟, sagt Tufa-Chefin Teneka Beckers. Und tatsächlich – noch bevor der ‟Tatort‟ in der ARD zu Ende war, befanden sich die meisten der deutlich über 200 Gäste auch schon wieder auf dem Heimweg…

Doch der Reihe nach. Das Kölner Quintett hat sein achtes Album in den Mittelpunkt seiner Show gestellt. Der Titel ‟Freizeichen‟ macht es schon deutlich: Es geht um die Kommunikation und das gesellschaftliche Miteinander. Natürlich alles leicht ironisch und mit einem Augenzwinkern verpackt, versteht sich. Das wiederum sorgt für anhaltend gute Laune und so manchen lauten Lacher im Publikum. Das ist übrigens altersmäßig bunt gemischt; auch wenn das Gros der Besucher um die 30 ist – Senioren finden sich hier ebenso wie Kinder und Jugendliche. Gut gemachter A-capella-Gesang kennt eben keine Altersbeschränkungen. Möglicherweise wird die Zahl der ‟Basta‟-Fans schon bald weiter wachsen. Denn mit dem angekündigten Rücktritt der ‟wise guys‟ in diesem Jahr wird sich eine nicht unerhebliche Fangemeinde neu orientieren wollen…

Eine Alternative zum Fernsehabend

Der Journalist Hannes Herrmann (links, hier mit William Wahl) verstärkt seit Herbst 2016 die Band.

Am Auftritt der fünf Kölner Jungs soll es nicht liegen. Der ist eine wirkliche Alternative zu einem Fernsehabend: Witzig und humorvoll. Kostprobe gefällig? ‟Magst Du Haustiere?” ‟Hm, als Student hatte ich Fruchtfliegen…‟ Und zum gleichen Thema: ‟Ich habe einen Hund.” ‟Und wie sieht der aus? ‟Wie ein Hund eben ist, weich und kuschelig.” ‟Und wo ist der den ganzen Tag?” ‟Im Regal, bei den anderen Steiff-Tieren…‟ Was in gelesenem Zustand angestrengt klingen mag, sorgt im locker-leichten Vortrag immer wieder für massive Attacken auf das Zwerchfell.

Alles ist perfekt bis ins kleinste Detail einstudiert. Die Choreographie stimmt, ist zu keinem Zeitpunkt langweilig. Ständig wechseln die Sänger ihren Platz, stellen bei den jeweiligen Soli ihre stimmlichen Qualitäten unter Beweis und zeigen so auf, dass jeder einzelne auch als Solist auftreten könnte.

Nur der damit einhergehende Schwung harmoniert so gar nicht mit den starren Sitzplätzen. Allzu gerne würde man stehen und zum genialen Beatboxing mitswingen und -tanzen. Damit das Publikum nicht zu passiv bleiben muss, kommt dann schon mal die Aufforderung ‟Arms in the air‟, der dann auch nicht nur brav sondern mit augenscheinlicher Begeisterung Folge geleistet wird.

Doch auch ein Konzert von ‟Basta‟ kommt irgendwann einmal an sein Ende. Das war gegen 21:10 Uhr der Fall. Logisch, dass das Trierer Publikum die fünf Musiker nicht ohne Zugabe von der Bühne lassen wollte. Dem Wunsch kamen die Kölner gerne nach. Drei Songs folgten, dann war unwiderruflich – basta! – Schluss. Wer sich jetzt immer noch schwer trennen konnte, für den hatte die Gruppe ein Trostpflästerchen mitgebracht. Am 24. Januar 2018 wird Basta erneut in der Tufa zu Gast sein…


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Erstellt am Autor Rolf Lorig in Featured, Kultur Hinterlasse einen Kommentar

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