Abwahlantrag gegen Dezernent Thomas Egger

Thomas Egger (SDP). Foto: Rolf Lorig

Die SPD will Thomas Egger abwählen. Foto: Rolf Lorig

TRIER. Paukenschlag am Mittwoch: Die Trierer SPD wird im Stadtrat einen Abwahlantrag gegen den eigenen Dezernenten Thomas Egger einbringen. Die Sozialdemokraten ziehen damit die Konsequenzen aus dem Theater-Skandal mit den Etat-Überschreitungen in Millionen-Höhe und den endlosen Personalquerelen am Kulturhaus. Neben Noch-Intendant Karl Sibelius gilt Egger als Hauptverantwortlicher für die Dauer-Krise am Trierer Stadttheater. SPD-Fraktions- und Parteichef Sven Teuber begründete die Entscheidung am Mittwoch auf einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz mit dem fehlenden Vertrauen in den Dezernenten. “Wir sind nicht mehr davon überzeugt”, so Teuber, “dass Thomas Egger das Ruder noch herumreißen kann.” Für die SPD gibt es laut Teuber keine Alternative zur Abwahl Eggers.

Der Abwahlantrag gegen Egger hatte sich bereits seit Montag angedeutet. Am Dienstag lud Egger nach reporter-Informationen alle Amtsleiter seines Dezernats per E-Mail zu einer außerordentlichen Besprechung für den heutigen Mittwochmorgen um neun Uhr in den Raum “Gangolf” des Rathauses ein. Das Schreiben trug den Vermerk “Eilt!”.

SPD-Fraktions- und Parteichef Sven Teuber.

SPD-Fraktions- und Parteichef Sven Teuber.

Auf der turnusmäßigen Pressekonferenz des Stadtvorstandes am Montag war sichtbar geworden, dass das Tischtuch zwischen Oberbürgermeister Wolfram Leibe und Egger endgültig zerschnitten ist. Die beiden Sozialdemokraten an der Rathaus-Spitze hatten sich nichts mehr zu sagen. Während der Pressekonferenz saß Egger bereits wie ein Fremdkörper ganz am Ende des Stadtvorstands-Tisches. Als Leibe auf dem Rathausflur noch mit Journalisten einige Hintergründe zur Theater-Causa besprach und Egger wenig später hinzustieß, verließ der Stadtchef die kleine Gruppe sofort und grußlos. Seinen Parteifreund würdigte er keines Blickes.

Der ehemalige Trierer FDP-Chef Egger wurde im Oktober 2009 durch die Ampelkoalition aus SPD, Grünen und FDP als Nachfolger von Ulrich Holkenbrink (CDU) zum Dezernenten gewählt. Ende April 2013 trat Egger aus der FDP aus. Im Sommer 2015 folgte dann der Eintritt in die SPD. Egger trat seine Amtszeit im Februar 2010 an. Bis zum Februar 2018 ist er gewählt. Die Wiederwahl sollte im Herbst 2017 stattfinden.

Egger ist der erste Dezernent in der Trierer Nachkriegsgeschichte, der während seiner Amtszeit abgewählt werden würde. Nach Angaben Teubers sind die anderen Fraktionen bereits über den Vorstoß der Sozialdemokraten informiert. “Die Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen”, betonte Rainer Lehnart, stellvertretender Fraktionschef der Trierer SPD.

Der Dezernent lehnt laut Teuber einen freiwilligen Rücktritt weiter ab. Wann die SPD den Antrag einbringen wird, steht derzeit noch nicht fest. Für die Sitzung am 17. November ist das schon aus Fristgründen nicht mehr möglich. (et)

Ausführlicher Bericht später beim reporter.


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Erstellt am Autor Eric Thielen in Dossier Theater, Featured, Politik 10 Kommentare

10 Kommentare zu Abwahlantrag gegen Dezernent Thomas Egger

  1. Marina Burmeister

    Die einzig mögliche Lösung! Egger muss die politische Verantwortung dafür übernehmen, dass Karl Sibelius sich nicht auf sein Kerngeschäft konzentrieren kann. Dieser Dezernent kann sein Handwerk nicht. Und er wollte die Verantwortung ständig abgeben.

     
  2. Susanne Decker

    Danke! Oder besser spät als nie!!

     
  3. Steuerzahler

    Ich hoffe, Herr Egger zieht nunmehr in den nächsten Tagen endlich selbst die Konsequenzen und erspart sich und seiner Familie somit diesen unwürdigen Abgang.

     
  4. Peter Buggenum

    @Steuerzahler

    Ich garantiere Ihnen, dass er das nicht tun wird. ” Der Dezernent lehnt laut Teuber einen freiwilligen Rücktritt weiter ab ” und das wird er sicher weiter durchziehen wollen.

    Immerhin ein Lichtblick von der Trierer SPD, dass sie das jetzt durchziehen wollen.

     
  5. Peter Buggenum

    “” “Die Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen”, betonte Rainer Lehnart, stellvertretender Fraktionschef der Trierer SPD. “”

    Da kann man als interessierter Bürger nur mit dem Kopf schütteln. Was soll an dieser Entscheidung schwierig sein?

     
    • Rainer Lehnart

      Bei aller Politik, es gibt auch noch eine menschliche Komponente.

       
  6. Anna Majewski

    Ein guter Tag für Trier, wenn das umgesetzt wird. Danke auch an Trier- Reporter! Bitte weiter dranbleiben- die Sache darf nicht “glimpflich” abgehen für alle diejenigen Beteiligten, welche Schuld auf sich geladen haben gegenüber der Öffentlichkeit.

     
  7. Peter Johannes Becker

    Natürlich ist zunächst eine Abwahl der erste Gedanke, der diesen Jüngern, angeführt von Herrn Teuber, der SPD in den Sinn kommt. Hatte die SPD doch bis zu letzt fest an Ihren Herrn Egger fast gottgleich geglaubt.
    Nach jeder Pleite die Herr Egger ablieferte, hat man diese noch versucht als Erfolg zu verkaufen oder schnell zu vertuschen. Nun, da alle Fehler offen belegt und der Schaden für die Stadt und seine Bürger eine höchst bedrohliche Größe angenommen hat – will man den Verursacher schnellstens und ohne weiteres Aufsehen los werden. Aber auch im Rat, und nicht nur von der SPD-Fraktion wurde dem Treiben von Herrn Egger viel zu lange wohlwollend und unterstützend zugesehen.
    Als SPD will man sich mit einer solchen schnellen Abwahl die Zukunft erhalten. Getreu dem Motto: Bis zur nächsten Wahl in zwei Jahren haben die Trierer das schon wieder vergessen.
    Hat diese Abwahl doch zur Folge, das Herr Egger drei weitere Monate seine vollen Bezüge geniesen kann. Danach gibts 12 Monate 75% Übergangsgeld und hierauf erfolgt eine Pension, die etwa 2500€ monatlich betragen kann und bis zum bitteren Lebensende gezahlt wird – von unser aller Steuergeld.
    Deshalb, liebe CDU, Grüne, Linke und FDP, stimmt schnell für diesen Abwahlantrag damit die Blamage der SPD schnell vergessen sein wird.

     
  8. Peter Satorius

    Natürlich tritt er nicht freiwillig zurück! Dann gehen ihm Gelder verloren! Wenn abgesägt wird, dann stehen im Abfindungen und Pensionsansprüche zu!

     
  9. Peter Buggenum

    @ Herr Lehnart,

    Sie gehören offensichtlich zu den Unverbesserlichen!

    Herr Egger hat – leider nicht juristisch – jeglichen Anspruch auf Mitgefühl verspielt. Wer so dreist die Steuergelder verplempert und offensichtlich seine Arbeit nicht macht,kann bei mir nicht auf Mitgefühl rechnen.

    Offensichtlich sind Sie von der Realität weit entrückt, etwas anderes sagt ihr Kommentar nicht aus.

    Eine erhebliche Mitverantwortung für dieses Desaster tragen übrigens auch Sie, nachdem Sie vor einigen Monaten der Vertragsverlängerung von Sibelius zugestimmt haben.

    Wie wäre es denn, wenn wenigstens SIE Rückgrat und Verantwortungsgefühl zeigen und zurücktreten? Warum fordern Sie das nur von anderen? Gehen Sie doch mit gutem Beispiel voran!

    Machen Sie Platz für einen Neuanfang. Mit ihresgleichen ist der nicht zu machen, die Trierer haben Vertreter verdient, die WIRKLICH ihre Interessen vertreten.

     

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