Ada-Evangeliar noch bis zum 8. Januar zu sehen

Das Ada-Evangeliar soll Unesco-Weltkulturerbe werden. Deshalb wird das selten gezeigte Werk neben dem dauerhaft ausgestellten kostbaren Deckel noch bis zum 8. Januar zu sehen sein.

Das Ada-Evangeliar soll Unesco-Weltkulturerbe werden. Deshalb wird das selten gezeigte Werk neben dem dauerhaft ausgestellten kostbaren Deckel noch bis zum 8. Januar zu sehen sein.

TRIER. Eine der kostbarsten Handschriften aus der Hofschule Kaiser Karls des Großen ist in der Trierer Schatzkammer zu sehen. Das um 800 entstandene Ada-Evangeliar ist berühmt wegen seiner Evangelistenporträts, seines ganz in Gold geschriebenen Textes und seiner kunstvollen Gestaltung. Die Handschrift gehört zu den bedeutendsten Beständen der altehrwürdigen Trierer Stadtbibliothek. Die bibliophile Preziose ist ist noch bis zum 8. Januar in der Schatzkammer in der Weberbach zu bewundern. Ein Antrag auf Erhebung des Kodex in den Status des UNESCO-Weltdokumentenerbes ist gestellt.

Das Ada-Evangeliar gehört zu den bedeutendsten Zeugnissen der Kunst und Kultur aus den Zeiten Kaiser Karls des Großen. Der Kodex enthält den ganz in Gold geschriebenen Text der vier Evangelien, prachtvolle Darstellungen der Evangelisten und Initialmalereien von höchstem Niveau. Als Leithandschrift der Hofschule Karls des Großen verleiht das Ada-Evangeliar dem geistigen Aufbruch der karolingischen Renaissance künstlerischen Ausdruck.


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Auch der mittlerweile vom Kodex abgetrennte Deckel des Ada-Evangeliars (Vorderseite) besticht durch eine kunstvolle Verbindung von spätantiken, mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Motiven und Themen. Er spiegelt die Herrschaftsauffassung der karolingischen Kaiser, aber auch das Selbstbewusstsein der altehrwürdigen Abtei Trier-St. Maximin. Bis zur Säkularisation in Maximin liegend, gelangten Kodex und Einband zu Beginn des 19. Jahrhundert in die Stadtbibliothek Trier. Hier ruhen beide als Zeugen von unübertroffener Schönheit für eine mehr als zwölfhundert Jahre verflossene Epoche.

Auf Anregung von Ministerpräsidentin Malu Dreyer hat die Stadtbibliothek einen Antrag auf Aufnahme des Ada-Evangeliars und des zugehörigen Einbandes in die Liste des UNESCO-Weltdokumentenerbes (“Memory of the Word”) gestellt. Aus dem Bestand der Stadtbibliothek Trier ist seit 2004 bereits der “Codex Egberti” Teil des UNESCO-Weltdokumentenerbes. Eine weitere, ehemals in Trier liegende Handschrift, die für den Erzbischof und Kurfürsten von Trier ausgefertigte Abschrift der “Goldenen Bulle” (heute Hauptstaatsarchiv Stuttgart), genießt diesen Status seit 2013. (tr)


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