AfD fordert Bürgerentscheid zur Marx-Statue

AfD-Chef Michael Frisch. Foto: Rolf Lorig

TRIER. In der kommenden Woche, 6. April, wird der Stadtrat abschließend über die Karl-Marx-Statue entscheiden. Nachdem zunächst die Annahme des Geschenks der Volksrepublik China beschlossen worden war, wurden anschließend weitere Verhandlungen über Größe und Standort mit den chinesischen Gebern geführt. Demnach soll nun eine um 80 Zentimeter kleinere Statue am Simeonstiftsplatz aufgestellt werden. Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung kündigt der Landtagsangeordnete Michael Frisch, Vorsitzender der AfD im Trierer Rat, eine Initiative seiner Fraktion an: Die AfD will einen Bürgerentscheid nach Paragraf 17a der Gemeindeordnung initiieren.

“Die geplante Verringerung der Höhe unter Beibehaltung des Standorts ist vollkommen ungeeignet, die von verschiedenen Seiten vorgetragenen Bedenken zu zerstreuen. Ob 6,30 Meter oder 5,50 Meter, es bleibt ein überdimensioniertes Monument am falschen Platz. Die jetzt vorgenommenen marginalen Änderungen als guten Kompromiss zu bezeichnen, ist geradezu absurd. Sollten CDU und Grüne sie zum Anlass nehmen, ihre bisher zumindest teilweise kritische Haltung aufzugeben, dann verlieren sie jede Glaubwürdigkeit”, betont Frisch in einer Pressemitteilung vom gestrigen Donnerstag.

Die Einwände der AfD-Fraktion gegen dieses Projekt seien zwischenzeitlich durch die Stellungnahmen zweier großer Verbände bestätigt worden. So habe die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte dem Trierer Rat vorgeworfen, die Menschenrechtsverletzungen in China zu ignorieren. Auch die Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft, ein Dachverband von mehr als 30 Opferverbänden und Menschenrechtsorganisationen, habe die Entscheidung für die Marx-Statue kritisiert. Sie habe auf die im Namen von Karl Marx errichteten Diktaturen, die Millionen von Menschenleben gefordert hätten, hingewiesen. Die Opfer des Kommunismus, so der Verband, warteten vergeblich auf ein Mahnmal.

“Gerade angesichts solcher Kritik sind wir der Meinung, dass die Trierer selbst über diese Frage entscheiden sollten. Falls der Rat tatsächlich einen Marx-Koloss im Herzen unserer Stadt beschließt, werden wir deshalb den Antrag auf einen Bürgerentscheid gemäß Paragraf 17a der Gemeindeordnung stellen. Dieser ließe sich beispielsweise im Zusammenhang mit der Bundestagswahl ohne zusätzlichen Aufwand realisieren. Zudem werden wir beantragen, im Falle einer Realisierung des Projekts eine Gedenktafel an die Opfer marxistischer Ideologie am Denkmal zu installieren. Eine einseitige und undifferenzierte Marx-Glorifizierung wäre geschichtsvergessen und respektlos gegenüber dem Leid dieser Menschen”, kritisiert der AfD-Chef das Vorhaben. (tr)


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Erstellt am Autor trier reporter in Die Reporter-Meldungen, Featured 33 Kommentare

33 Kommentare zu AfD fordert Bürgerentscheid zur Marx-Statue

  1. Freud

    Die AfD hatte schon beim Trierer Theater lauthals einen Bürgerentscheid gefordert. Bis auf diese effekthaschende Äußerung hat sie nichts dafür getan, um einen Bürgerentscheid zu erwirken. Nun wird es nicht anders sein.

    Die AfD macht auf dicke Hose – aber nichts ist drin!

     
    • Mücke

      Das beschreibt die Politik der AfD auf den Punkt – nicht nur in Trier.

       
  2. Michael Frisch

    @Freud: Man kann einen Bürgerentscheid auf zwei Arten herbeiführen. Entweder der Stadtrat beschließt einen solchen (dies werden wir zur Marx-Statue beantragen) oder er wird durch eine ausreichende Zahl von Unterschriften seitens der Bürger erzwungen. Letzteres setzt allerdings einen konkreten Ratsbeschluss voraus, über den dann die Trierer abstimmen. Da es zum Theater zwar viele Pläne, aber noch keinen Beschluss gibt, konnten wir als AfD bisher auch keinen Bürgerentscheid initiieren – was sich aber in Zukunft sehr wohl ändern könnte. Ihre Bewertung beruht also auf Unkenntnis der Gemeindeordnung und ist deshalb falsch.

     
    • paddy

      Herr Frisch was sie da schreiben ist juristisch nicht haltbar! Es ist mitnichten so, dass ein Bürgerbegehrens, also der Antrag aus der Bürgerschaft auf Durchführung eines Bürgerentscheids, einen Ratsbeschluss voraussetzt, gegen den man sich richtet. Das sogenannte kassatorische Bürgerbegehrens kommt zwar häufig vor, ist aber nicht der einzige gesetzlich geregelte Fall. Man kann zu denjenigen Sachthemen, die für den Bürgerentscheid freigegeben sind, jederzeit und ohne Frist ein Bürgerbegehrens (Unterschriften) einreichen.

       
      • paddy

        Und auch der von Ihnen angesprochene Ratsbürgerentscheid, also ein Entscheid der nicht durch ein Begehren sondern durch einen Ratsbeschluss initiiert wird, setzt keinen gegenteiligen Ratsbeschluss voraus. Bevor Sie hier kommunalrefhtlich schwadronieren erstmal die GemO lesen!

         
        • Michael Frisch

          Das habe ich auch nicht behauptet.

           
          • paddy

            “Letzteres setzt allerdings einen konkreten Ratsbeschluss voraus, über den dann die Trierer abstimmen.”

          • paddy

            “Da es zum Theater zwar viele Pläne, aber noch keinen Beschluss gibt, konnten wir als AfD bisher auch keinen Bürgerentscheid initiieren […]”

      • Michael Frisch

        Und mit welchem Inhalt sollten wir dann einen Bürgerentscheid zum Theater initiieren, wenn gar nicht klar ist, was geplant ist? Für uns ist es Voraussetzung für eine direktdemokratische Entscheidung, dass vorher die Sachlage geklärt ist und sich auch der Rat eine Meinung gebildet hat. Wir wollen die repräsentative Demokratie nicht aushebeln, sondern ergänzen, indem die Bürger bei einer wichtigen Frage das letzte Wort haben.

         
        • Freud

          @ Michael Frisch:

          Ihre Kommentare beweisen entweder Ratlosigkeit, Naivität oder dass es Ihnen nicht um Inhalte sondern Marktschreierei geht.

          Wären Bürgerentscheide Ihnen wirklich so wichtig, wie Sie es darstellen, dann könnten Bürger oder auch die AfD mit einem Begehren die Ziele für das Theater Trier vorgeben: Neubau, Erhalt im Bestand oder Schliessung.

          Wenn Sie schreiben “Und mit welchem Inhalt sollten wir dann einen Bürgerentscheid zum Theater initiieren, wenn gar nicht klar ist, was geplant ist?”, zeigen Sie, dass Sie bzw. die AfD eigentlich gar keine eigene Meinung haben und nur auf der Suche nach einem Trittbrett einer “Wutbürgerwelle” sind.

           
        • Rainer Landele

          zitat: “Und mit welchem Inhalt sollten wir dann einen Bürgerentscheid zum Theater initiieren, wenn gar nicht klar ist, was geplant ist?”

          vielleicht mit dem inhalt, denn sie und ihre partei vertritt? ah, moment mal: es geht ihnen ja gar nicht um lösungen von problemen, sondern darum, zu erzählen, wie kacke alle anderen sind. nur sie und ihre partei nicht…

           
        • Rainer Landele

          zitat: “Wir wollen die repräsentative Demokratie nicht aushebeln, sondern ergänzen, indem die Bürger bei einer wichtigen Frage das letzte Wort haben.”

          genau: solange die “repräsentative Demokratie” vertitt und macht, was sie wollen, solange ist das in ordnung. ansonsten ist es gegen das volk ™.

          wenn dem volke bestimmte entscheidungen wichtig wären, dann müsste ja auch die stimmen zusammen bekommen, die dann das volk entscheiden ließen. vielleicht ist dies beim theater ja so, würde ich begrüßen, wenn das theater dem volk so wichtig wäre. doch schon bei der blauen lagune – nur gelabber, wird kein volk wichtig genug finden, weder einer deutschen noch ein sonstiges…

           
  3. Abgedroschen

    Ja, da kann ich Herrn Freud nur zustimmen, immer nur Effekthascherei bei der AfD, wieder ein Versuch der AfD um Aufmerksamkeit zu ergattern, sonst haben sie auch keine anderen Möglichkeiten! Sind ja auch sehr früh dran mit der Forderung! Endlich aufgewacht Herr Frisch? Ach übrigens, die Stadtratssitzung war schon. So und noch was zu den Menschenrechten:
    “Trotz Menschenrechtslage 54 Waffenlieferungen in die Türkei : Doch aus einer weiteren aktuellen Antwort des Wirtschaftsministeriums, das für die Genehmigungen zuständig ist, ergibt sich nun: Seit dem 1. Januar 2017, in nur zweieinhalb Monaten, hat man bereits 54 Genehmigungen über die Ausfuhr von Rüstungsgütern gen Türkei im Wert von rund 21,8 Millionen Euro bewilligt. Das teilte das Ministerium dem Grünen-Bundestagsabgeordneten Öcan Mutlu auf dessen Anfrage mit.” Quelle: Tagesschau.de, so das ist ein Menschenrechtsskandal, nicht eine geschenkte Figur aus China!
    Im Namen von Karl Marx seien Dutzende von Diktaturen errichtet worden… genau, in seinem Namen, aber nicht durch ihn! Ganz vereinfacht gesagt: Ich kann ja nicht meinem Chef eine Ohrfeige geben und dann sagen, ach das war im Namen von Karl Marx, kann ich nix für! Selber unsinniger Schluss: Im Namen von Gottes sind zwei Weltkriege (“Gott mit uns!”), mehrere Kriege im Mittelalter usw. geführt wurden, im Namen Gottes wurde die Kreuzzüge durchgeführt, im Namen Gottes wurden die Ureinwohner in Südamerika und anderen Region der Welt zwangschristianisiert und ausgerottet! Dieses hat zusammen Millionen von Menschenleben gefordert. Also alle Kirchen abreißen? Differenziertes Denken geht anders, liebe Internationale Gesellschaft für Menschenrechte und liebe Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft. Mal eine vielleicht gewagte These, aber durchaus richtig: Ohne Menschen wie Karl Marx und seine Thesen zur Unterdrückung der Armen und Arbeitenden würde es heute auch keine Gesellschaft für Menschenrechte oder die Menschenrechte in der heutigen Form geben! Im Namen von Karl Marx wurden viele Diktaturen errichtet. Stimmt ! Nur dafür kann er nix !! Der Kommunismus war eine Utopie, die nie verwirklicht wurde ‘(außer vielleicht in den Kubuzim in Israel). Somit gibt es auch keine Opfer des Kommunismus. Es sind die Opfer dieser Diktaturen ! Warum wird dann eigentlich heute noch Richard Wagner in Bayreuth aufgeführt, ich mein, müsste ja auch verbieten, da er von Hitler vergöttert wurde oder da Wagner judenfeindliche Äußerungen und Werke verfasst hat !? “In Israel ist Wagner heftig umstritten. Die öffentliche Aufführung von Wagners Werken ist noch immer praktisch nicht möglich.” (Quelle: Handelsblatt vom 20. Mai 2013). Ja, was sagt Bayreuth dazu, ist das nicht dekadent und abstoßend?

     
    • paddy

      Das ist doch auch mal ein populistischer Beitrag: Der liebe Gott ist für die beiden Weltkriege genauso verantwortlich wie Marx für Diktaturen. Woran machen wir das fest? Gürtelschnallen, so so … Die Verbindung von Marx zu Diktaturen findet sich aber nicht nur in irgendwelchen plakativen Sprüchen sondern in seiner Ideologie: Diktatur des Proletariats (Sozialismus) als Vorstufe zum Kommunismus. Das ist das von Marx höchstpersönlich aufgestellte politische Programm gewesen. Wer in solchen abartigen Forderungen keine Verantwortlichkeit für Diktaturen und deren Begleiterscheinungen herzuleiten vermag, ist blind oder ideologisch damit einverstanden.

       
      • Nora

        “Wer in solchen abartigen Forderungen keine Verantwortlichkeit für Diktaturen und deren Begleiterscheinungen herzuleiten vermag, ist blind oder ideologisch damit einverstanden.”

        Du blamierst dich mit selber, weil deine Argumentation zeigt, dass du nicht mal weisst was diese “Dikatur” im marxschen Sinn eigentlich sein soll. Siehe unten.

        Oder auch zB bei Engels:
        “Wenn etwas feststeht, so ist es dies, daß unsre Partei und die Arbeiterklasse nur zur Herrschaft kommen kann unter der Form der demokratischen(!!) Republik. Diese ist sogar die spezifische Form für die Diktatur des Proletariats, wie schon die große französische Revolution [Anm. die Pariser Kommune] gezeigt hat.“”

         
        • paddy

          Nein du kapierst meinen Kommentar nicht: Ich behaupte nicht dass Marx mit der Losung Diktatur des Proletariats die Diktatur herbeiführen wollte, die später überall als Sozialismus bezeichnet wurde. Aber ich sage: Wer Diktatur sagt, muss es sich zurechnen lassen wenn es auch später das gibt, was Machtmenschen unter Diktatur verstehen.

           
          • Abgedroschen

            Diktatut wurde damals als Begriff anders verwendet, der Bedeutungsinhalt war anders, das bedeutet Konnotation! In der Logik bezeichnet er den Begriffsinhalt, in der Sprachwissenschaft die Nebenbedeutung. Die Frage, wie dies geschehen solle, war dagegen, auch angesichts des historischen Sprachgebrauchs, der noch nicht zwangsläufig die Bedeutung von „Gewaltherrschaft“ voraussetzte. Während der Französischen Revolution 1789 bis 1799 wurde die konstitutionelle und legislative Versammlung – der Nationalkonvent – von Gegnern ebenso als Diktatur bezeichnet wie das Britische Parlament oder die Pariser Kommune von 1871. Im 19. Jahrhundert war in reaktionären Kreisen der Begriff der Diktatur für nach heutigem Verständnis eher demokratischen Regierungsformen durchaus üblich. Das Wort Diktatur hatte noch nicht seine heutige Bedeutung, und kann nicht mit Begriffen wie Despotismus, Tyrannis, Absolutismus oder Autokratie gleichgesetzt werden, es war ebenso noch kein Gegenbegriff zur Demokratie. Wenn jemand also im geschichtlichen Kontext des 19. Jahrhunderts den Begriff “Diktatur” verwendet, kann man von ihm ja schlecht verlangen, dass er in die Zukunft sieht und sieht, wie der Begriff heute konnotiert wird!?

          • paddy

            Dem widerspreche ich zu Teilen: Ob Diktaur im 19. Jh. mit der Begleiterscheinung Gewaltherrschaft belegt war, sei dahingestellt. Diktatur bezeichnete aber schon damals, insbesondere bei den Marxisten, eine Form der uneingeschränkten Machtausübung. Dem widerspricht nicht, dass auch Parlamenteherrschaften oder ähnliche Konstruktionen als Diktatur bezeichnet wurden. Erkennungsmerkmal ist die unumschränkte, unkontrollierte Machtausübung im Staate. Marx trägt also die Verantwortung dafür, dass es Regierungsformen der uneingeschränkten Machtausübung einer “Klasse” gab. Abscheulich genug. Weiterhin – und jetzt kommen wir zur Gewaltherrschaft zurück – ist einem Geist von Marx’schem Schlage aber auch der nötige Realismus und die ausreichende Menschenkenntnis zuzurechnen, voraussehen zu können, dass dort wo reine Macht konzentriert wird, deren Missbrauch zu befürchten steht. Auch für Gewalt trägt er mithin die Verantwortung, auch wenn er seine Diktatur nicht als Gewaltherrschaft verstanden wissen wollte sondern nur als “unumschränkte Herrschaft einer Klasse über die anderen”.

          • Abgedroschen

            Na gut, wenn Sie meinen, aber das gleiche gilt ja dann auch für die Kirche, “nur ein Gott” zu Vatikan zu Missbrauch der Macht!

      • Rainer Landele

        hmm, war das marx oder engels?

        und wenn man das auserwählte volk predigt, mit 144.000 erlösten, ist dies dann mehr genozid oder weniger, als der real existierende kommunismus?

        wie? das hat jesus nicht gepredigt? stimmt! aber es ist der offizielle kanon der katholischen und protestantischen christen. wo ist der unterschied zwischen “diktatur des proletariats” und “gottes himmelreich”? wo er nicht ist, weiß ich: keiner kennt die relativierung der eigenen “wahrheit”.

         
      • Abgedroschen

        @Paddy: Punkt eins, Sie haben meinen Kommentar genau falsch herum verstanden und Punkt zwei, widersprechen Sie sich selbst in Ihrem Kommentar!? “Der liebe Gott ist für die beiden Weltkriege genauso verantwortlich wie Marx für Diktaturen. ” und dann in Bezug auf Marx “Wer in solchen abartigen Forderungen keine Verantwortlichkeit für Diktaturen…” ja watt denn nu?! 😉

         
        • paddy

          Der erste von Ihnen zitierte Satz ist eine Wiedergabe des Kommentares der genau nicht meine Meinung darstellt.

           
          • Abgedroschen

            Paddy, sorry, aber meine Argumentation verstehn Sie dennoch nicht! Und an meinem Kommentar ist nichts populistisches, es ist ein Transfer auf gleich geartete Fälle in der Geschichte, in der Theorien im Namen des Verfassers missbraucht wurden, oder meinen Sie, Jesus hätte es gefallen, dass es den Vatikan und einen Papst gibt? Mein Kommentar sollte ja verdeutlichen, dass der Gott, na ob er lieb ist weiß ich nicht, bzw. Jesus genauso wenig schuld an den Weltkriegen ist wie Marx an irgendeiner Gewaltherrschaft! Es hat in der Geschichte der Menschheit nie einen Staat gegeben, in dem der Kommunismus nach den Ideen von Marx verwirklicht wurde. Und ich bin kein Kommunist. Aber diese ständige wiederholen von geschichtlichen Halbwahrheiten und geschichtlichen Verdrehungen durch die Gegner der Marxfigur nervt selbst einen waschechten Demokraten wie mich! Bitte studieren Sie doch erst mal ein wenig die Originaltexte von Karl Marx und reden Sie nicht einfach die Sätze nach, die andere so loslassen zu dem Thema!

      • Abgedroschen

        Und von wegen, ich habe ja selbst geschrieben: SELBER UNSINNIGER SCHLUSS: Im Namen von Gottes sind zwei Weltkriege (“Gott mit uns!”), mehrere Kriege im Mittelalter usw. geführt wurden, …. also erst mal den Kommentar des Gegenübers richtig lesen, dann loströten! Sie haben den Kommentar also falsch verstanden!

         
  4. paddy

    Es handelt sich um § 17a GemO. Und es scheint zudem etwas widersinnig den offenbar angestrebten Ratsbürgerentscheid (also einen vom Stadtrat gem. § 17a I 2 GemO initiierten Bürgerentscheid) nach einem positiven Stadtratsbeschluss anberaumen zu wollen. Dann soll man diesen Antrag doch bitte sofort stellen.

     
    • Michael Frisch

      Genau das werden wir in Form eines Änderungsantrags auch machen. Dabei geht es um den neu zu fassenden Beschluss hinsichtlich Größe und Standort, nicht um den bereits getroffenen Beschluss zur Annahme des Geschenks.

       
      • paddy

        “Falls der Rat einen Marx-Koloss beschließt…” heisst es in Ihrer PM. Sie kündigen darin also an den Antrag auf Durchführung eines Ratsbürgerentscheids für den Fall an, dass der zweite Beschluss, über Größe und Standort, positiv ausfällt. Prinzip: actio reactio. Dass sie dies jetzt als Änderungsantrag zu diesem Beschluss ankündigen, passt nicht zur Formulierung in der PM, denn der Änderungsantrag wird doch vor der Hauptvorlage abgestimmt ….

         
        • Michael Frisch

          Das ist richtig, die Pressemitteilung ist hier juristisch nicht korrekt formuliert. Worum es geht, ist aber klar: Über einen Riesen-Marx mitten in der Stadt sollen die Bürger entscheiden. Darauf kommt es an, der rechtliche Weg ist da nicht vorrangig, obwohl er natürlich einzuhalten ist.

           
      • Rainer Landele

        häh? ich weiß, ich bin ein idiot. deswegen frage ich ja…

        also, es geht bei dem antrag auf bürgerentscheid darum, nicht zu entscheiden, ob die statue kommt oder nicht, sondern darum, ob in der größe und um den standort?

        also soll der/die/das bürgerIn*es entscheiden, ob 3,20 oder 4,73 und ob simeonplatz oder domfreihof?

        okay, nochmals ernsthaft: wie wird der konkrete antrag lauten? ich habe jetzt nochmals den artikel gelesen, weil in mir zweifel aufkommen. und tatsächlich: da steht nix dazu, wie denn der antragstext lautet. worüber, bitte sehr, soll der/die/das bürgerInnnen jetzt entscheiden? ob die statue überhaupt kommt? wie sie kommt? wohin sie blickt?

        in norddeutschland sagt man dazu: butter bei die fische!

         
  5. Nora

    So weit her ist es mit den Menschenrechten bei dieser sogenannten “Menschenrechtsorganisation” ja dann auch wieder nicht, nech?
    https://de.wikipedia.org/wiki/Internationale_Gesellschaft_f%C3%BCr_Menschenrechte#Parteinahme_f.C3.BCr_antikommunistische_Rebellen_und_Diktaturen

    Von wegen “Diktatur des Proletariats” Marke paddy:
    “Die Verbindung von Marx zu Diktaturen findet sich aber nicht nur in irgendwelchen plakativen Sprüchen sondern in seiner Ideologie: Diktatur des Proletariats (Sozialismus) als Vorstufe zum Kommunismus.”
    Da hat jemand den Herrn Marx dann aber sicher nicht gelesen, sonst wüsste er aus dem Kontext, dass so eine Folgerung Quatsch mit Sosse ist. Die Dikatur des Proletariats bei Marx ist ein (aus heutiger Sicht, damals war der Begriff ohnehin anders konnotiert) paradoxer Begriff, da sie die “Diktatur” der absoluten Bevölkerungsmehrheit gegenüber den in der MInderheit befindlichen gewaltsamen Resten einer (dann) entmachteten, autokratischen Kapitalistenklasse bezeichnen soll. Definiert wird sie bei Marx oder auch Rosa Luxemburg folgerichtig dann auch als eine Verwirklichung der Demokratie.

    Der Herr Frisch ist, als Vorstand eines Anti-Abtreibungs-Fundiclubs, von der oben angesprochenen Menschenverachtung im Namen der Religion übrigens auch nicht so weit weg. Und seine “Aktion Lebensrecht” marschiert, wenn sich die Gelegenheit bietet, auch schon mal mit den rechtsradikalen Piusbrüdern gegen Frauenrechte auf.

     
    • Abgedroschen

      @Nora: gute Beiträge und interessante Informationen: “Der Herr Frisch ist, als Vorstand eines Anti-Abtreibungs-Fundiclubs, von der oben angesprochenen Menschenverachtung im Namen der Religion übrigens auch nicht so weit weg. Und seine “Aktion Lebensrecht” marschiert, wenn sich die Gelegenheit bietet, auch schon mal mit den rechtsradikalen Piusbrüdern gegen Frauenrechte auf.”

       
  6. Leser

    Die Prämissen des Marxismus lassen sich nicht griffiger als in drei Verneinungen ausdrücken:
    – kein Gott
    – kein Staat
    – kein Patriarchat.
    Dadurch wird die rein linke Position bezeichnet, während die rein recht Position im Gegenzug durch drei Bejahungen gekennzeichnet ist:
    – Gott existiert, herrscht und regiert, ist “der Urgrund des Rechts und Schöpfer aller menschlichen Gemeinschaft” (Präambel der Landesverfassung Rheinland-Pfalz)
    – Daher ist Gott der Schöpfer des Staates, der eine vollkommene Gesellschaft ist (d.h. eine Gesellschaft, die alle notwendigen Mittel zur Erreichung ihres Ziels besitzt).
    – Daher Achtung der gottgegebenen Hierarchie und des Naturrechts (mit Privateigentum).
    Es ist keine Position denkbar, die staats- und verfassungsfeindlicher wäre als der Marxismus, der die Abschaffung des Staates gar als notwendig und zwangsläufig hinstellt.
    Zwangsläufig artet der Marxismus in Terrorismus aus, da er weder auf Gott noch auf die Natur des Menschen irgendwelche Rücksicht nimmt. Gegen das marxistische Kollektiveigentum wird sich stets Widerstand formieren, der gewaltsam gebrochen wird. Und Marxen’s Vorstellung eines Kollektiveigentums setzt eine ungeheure Machtkonzentration in der Hand eines zentralen Planers voraus, wodurch die immensen Verbrechen des realen Marxismus erst ermöglich werden.

     
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      @Leser: Nietzsche sagt: “Gott ist tot”, Gott sagt: “Nietzsche ist tot”, Django sagt: “Tote reden nicht!”

       

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