Theater Trier – AfD erstattet Anzeige gegen Egger und Sibelius

Nun wird möglicherweise auch die Staatsanwaltschaft gegen Egger und Sibelius ermitteln. Foto: Rolf Lorig

Nun wird möglicherweise auch die Staatsanwaltschaft gegen Egger und Sibelius ermitteln. Foto: Rolf Lorig

TRIER. Die AfD-Fraktion im Stadtrat Trier hat nach eigenen Angaben am heutigen Montag bei der Staatsanwaltschaft Trier Strafanzeige gegen Kulturdezernent Thomas Egger (SPD) und Noch-Theaterintendant Karl Sibelius gestellt. Der Fraktionsvorsitzende und Landtagsabgeordnete Michael Frisch erklärt dazu: “Thomas Egger und Karl Sibelius tragen die Hauptverantwortung für das finanzielle Desaster am Trierer Theater. Innerhalb von etwas mehr als einem Jahr ist dem Steuerzahler durch die von ihnen vorgenommenen beziehungsweise tolerierten Budgetüberschreitungen ein Schaden von mindestens drei Millionen Euro entstanden. Gleichzeitig haben sich in den letzten Tagen die Anzeichen dafür vermehrt, dass sie für dieses katastrophale Fehlverhalten auch noch mit einem ‘goldenen Handschlag” verabschiedet werden. Aufgrund des noch im Juli von der großen Mehrheit des Rates abgeschlossenen Vier-Jahresvertrages mit Herrn Sibelius werden vermutlich mehrere hunderttausend Euro Abfindungszahlungen an diesen auf die Stadt zukommen. Herrn Egger stehen selbst nach einer Abwahl noch bis Januar 2018 vollständige oder teilweise Gehaltsansprüche zu; nach Ende seiner Amtszeit wird er lebenslänglich rund 2300 Euro Pension erhalten.”

“Im Blick auf die möglichen Folgen für die betroffenen Personen haben wir uns diese Entscheidung nicht leicht gemacht. Aber wir halten es weder rechtlich noch moralisch für vertretbar, einfach zur Tagesordnung überzugehen. Der der Stadt Trier, dem Theater und den Steuerzahlern zugefügte Schaden ist so immens, dass auf eine rechtliche Aufarbeitung und eine Klärung der juristischen Verantwortlichkeit nicht verzichtet werden kann. Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass mit unserer Strafanzeige keine Vorverurteilung verbunden ist. Es geht uns lediglich darum, von unabhängiger Seite prüfen zu lassen, ob und inwieweit am Theater gesetzliche Bestimmungen missachtet wurden – auch im Hinblick auf mögliche Schadensersatzforderungen seitens der Stadt. Als Mitglieder des Stadtrates, dem die Kontrolle der Verwaltung obliegt, sind wir dies den Bürgern schuldig”, so Frisch.

“Über die juristische Ebene hinaus ist natürlich auch die Frage nach der politischen Verantwortung für die Vorgänge am Theater zu stellen. Wir erwarten, dass diejenigen Fraktionen, die noch im Juli in Kenntnis der Lage und trotz deutlicher Warnungen einen Vier-Jahres-Vertrag für Herrn Sibelius beschlossen haben, endlich ihre Versäumnisse eingestehen und die erforderlichen Konsequenzen daraus ziehen. Auch sie haben der Stadt schweren Schaden zugefügt und das Vertrauen der Trierer massiv enttäuscht”, erklärt der AfD-Chef ferner. (tr)

Extra

Der leitende Oberstaatsanwalt Peter Fritzen bestätigte am frühen Abend gegenüber dem reporter den Eingang der AfD-Strafanzeige gegen Egger und Sibelius bei seiner Behörde. (tr)


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6 Kommentare zu Theater Trier – AfD erstattet Anzeige gegen Egger und Sibelius

  1. Rainer Landele

    zitat: ” Aber wir halten es weder rechtlich noch moralisch für vertretbar, einfach zur Tagesordnung überzugehen.”

    na, stimmt ja: der abwahlantrag steht auf der tagesordnung. das reicht natürlich nicht…

    zitat: “Der der Stadt Trier, dem Theater und den Steuerzahlern zugefügte Schaden ist so immens, dass auf eine rechtliche Aufarbeitung und eine Klärung der juristischen Verantwortlichkeit nicht verzichtet werden kann”

    wo war eigentlich die empörung von der AfD, den schreiberInnen hier und dem rasenden reporter, als mit dem GEKKO projekt bei der SWT die zehnfache menge an euros in den sand gesetzt wurden?

     
    • Anna Majewski

      Herr Landele, hier ist das Theater das Thema. Was bezwecken Sie mit dem Verweis auf andere Angelegenheiten? Man könnte den Eindruck bekommen, dass Sie die ganzen Vorfälle für nicht so schlimm halten. Ist das so? Sollte nach Ihrer Meinung zur Tagesordnung übergegangen und keine rechtliche Prüfung stattfinden? Darauf kann nur mit ja oder nein geantwortet werden. Danke.

       
      • Rainer Landele

        frau Majewski,

        an anderer stelle habe ich es bereits geschrieben, aber da sie hier nochmals nachfragen:

        – ja, ich halte das alles für schlimm
        – nein, zur tagesordnung geht man nicht über, wenn man einen dezernenten möglicherweise abwählt und einen intendanten feuert. es reicht ihnen halt nicht…
        – juristische aufarbeitung? die anzeige halte ich für am ende aussichtslos
        – die glaubwürdigkeit, in dieser sache nach juristischer aufarbeitung (=anzeige) zu rufen UND das gesamte demokratische prozedere zu diffamieren, wäre halt erheblich höher, wenn bei im grunde gleich gelagerten fällen (inhaltlich gleich, finanziell dagegen viel gravierender) ebenfalls so vorgegangen worden wäre und “die öffentlichkeit” sich ebenso empört hätte. passierte aber nicht…warum?

        ist ihrer ansicht nach eine “juristische aufarbeitung” auch hinsichtlich der stadtratsmitglieder nötig, berechtigt, sinnvoll?

         
  2. Peter Satorius

    Die Planungen am Theater sind immer längerfristig, das sollten Sie wissen. Da kann man nicht während einer Spielzeit alles in kurzer Zeit neu planen oder ändern. Die Stadt hat schon 2013 ICG beauftragt eine Studie über die Kosten für das Theater Trier zu prognostizieren: 500.000 Mehraufwand pro Jahr, allein für das Persona, das macht also bis 2015 2 Mio Euro und jetzt tun alle überrascht. Ich hoffe, dass Herr Sibelius das alles übersteht….

     
  3. Sascha

    Jaja.
    Egger und Sibelius sind mit dem goldenen Handschlag ja gestraft genug.
    Die Armen… mir bricht es das Herz.

    Wenn für ein Stück 15.000€ angesetzt sind und es werden 115.000€ ausgegeben hat das nichts mit langfristiger Planung zu tun. Auch nicht wenn für externes Personal mehr ausgegeben wird als vorgesehen.
    Das sind Fehler im Tagesgeschäft, nicht in der langfristigen Planung.

    Es ist ein himmelweiter Unterschied ob man ein Projekt angeht das in die Hose geht oder ob man bewusst Millionen verschleudert und versucht alles mit Lügen und mauscheleien zu vertuschen.

     
  4. Jörg Johann

    Ob die AFD in Kaiserslautern auch gegen die dortigen Dezernenten klagt? Da gehts um mehrere Millionen nicht gezahlte Stadionpacht und das seit 2008.
    Aber das die AFD dir Arbeitsverträge von Sibelius und Egger kennt, das stimmt mich schon verwundert…

     

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