Afrikanische Schweinepest: Aktuell noch keine Gefahr

Ein Wildschwein auf Futtersuche. Foto: Cornelia Arens, KLICK Faszination

TRIER. Am gestrigen Donnerstag wurde bei tot aufgefundenen Wildschweinen die Afrikanische Schweinepest festgestellt. Die Tiere befanden sich im Dreiländereck Frankreich, Luxemburg, Belgien. Der Fundort ist etwa 60 Kilometer von Deutschland entfernt.

Als zuständige Behörde gibt die Kreisverwaltung Trier-Saarburg im Augenblick noch Entwarnung. “Der aktuelle Fall in Belgien des Ausbruchs der afrikanischen Schweinepest (ASP) bei Wildschweinen hat zunächst noch keine Auswirkungen auf den Landkreis Trier-Saarburg und die Stadt Trier”, sagt Martina Bosch, Pressereferentin des Kreises. Man beobachte die Entwicklung der Seuche in den europäischen Nachbarländern bereits seit dem vergangenen Jahr sehr intensiv.  Dabei bleibe man nicht untätig: “Zusammen mit den Nachbarlandkreisen und dem Land Rheinland-Pfalz bereiten wir uns auf einen Ausbruch der ASP vor.”

Der Ausbruch in Belgien sei momentan geografisch noch so entfernt, dass im Bereich des Landkreises und der Stadt Trier, für die die Behörde auch zuständig ist, vorerst noch keine direkten Bekämpfungsmaßnahmen notwendig seien, erklärt Bosch gegenüber dem reporter. Aktuell arbeite man weiter an Präventionsmaßnahmen.

Nach Informationen der Kreisverwaltung ist die Region mit dem Landkreis Trier-Saarburg und der Stadt Trier ein Bereich mit einem eher geringen Anteil an Schweinehaltenden Betrieben. Es gibt nur noch insgesamt 63 Schweinehalter mit rund 11.500 Schweinen, davon haben nur elf Betriebe mehr als 100 Schweine.

Staatsministerin Ulrike Höfken hatte in einem Rundfunkinterview gegenüber dem SWR berichtet, dass die Jäger im Land verschärft Jagd auf Wildschweine betreiben. So seien bislang mehr als 79.000 Tiere in Rheinland-Pfalz abgeschossen worden.

In einer Presseerklärung mahnte Bundes-Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner wie auch die Kreisverwaltung die Notwendigkeit der Prävention an: “Hier ist insbesondere Aufklärung gefragt, denn es sind vor allem Menschen, die einer Seuchenverbreitung Vorschub leisten, indem sie zum Beispiel Speisereste mit ASP-kontaminierten Schweinefleischerzeugnissen unachtsam entsorgen, was  eine Infektionsquelle für Wildschweine ist.” (-flo-)

 

Hintergrund: ASP

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist eine schwere Virusinfektion, die ausschließlich Schweine, also Wild- und Hausschweine, betrifft und für sie tödlich sein kann. Für den Menschen ist sie ungefährlich.

ASP stellt eine große Herausforderung für die Staaten der Europäischen Union dar. Deutschland setzt bereits seit Längerem auf Prävention. Vergangene Woche wurde im Kabinett ein neues Tierseuchengesetz verabschiedet, um im Fall eines Ausbruches schnell und gezielt handeln zu können.

Bisher hat es keine Fälle von ASP in Deutschland gegeben. Polen ist seit mehreren Jahren stark von ASP-Ausbrüchen in der Wild- und Hausschweinepopulation betroffen. Die Verbreitung des ASP-Virus in den Großraum Warschau fand aller Wahrscheinlichkeit durch das unachtsame Entsorgen von kontaminierten Lebensmittelabfällen statt. Das ist auch eine Gefahr für das Einschleppen der Tierseuche nach Deutschland. (tr)

 

 


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Erstellt am Autor Rolf Lorig in Die Reporter-Meldungen, Featured Hinterlasse einen Kommentar

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