Aral-Tankstelle – Alternative SWT-Gelände?

Die Aral-Tankstelle könnte auf das nahegelegene SWT-Gundstück umziehen.

TRIER. Die nächste Eskalationsstufe in der schier unendlichen Debatte um die Aral-Tankstelle in der Ostallee ist erreicht: Baudezernent Andreas Ludwig (CDU) hat am Mittwochabend in seinem Ausschuss für einen alternativen Standort geworben. Demnach soll die sogenannte “Blaue Lagune” auf das nahegelegene Stadtwerke-Gelände in unmittelbarer Nähe zum Alleencenter umziehen. Nach Angaben Ludwigs wurden dazu bereits Gespräche mit der BP-Deutschland geführt. Auf der jüngsten Pressekonferenz des Stadtvorstandes am vergangenen Montag hatte der Christdemokrat sich trotz mehrmaliger Nachfragen hingegen noch in Schweigen gehüllt. CDU, UBT und FDP signalisierten Zustimmung. SPD und Grünen befürworten weiter den Bürgerentscheid.

“Dieser Vorschlag hört sich ganz vernünftig an”, sagte Thomas Albrecht, Wortführer der Pro-Tankstellen-Mehrheit in der CDU-Fraktion. Gleiche Töne kamen von Christiane Probst (UBT) und Tobias Schneider (FDP). Ludwig (“Viele Trierer haben ein berechtigtes Interesse daran, auch nach 22 Uhr noch eine Tiefkühlpizza kaufen zu können!”) forderte den Stadtrat auf, sich für die Verlegung der Tankstelle einzusetzen. Dann könne auch dem Wunsch des Konzerns entsprochen werden, den Verkaufsraum auf 85 Quadratmeter zu vergrößern. Am aktuellen Standort ist das wegen fehlender Bauleitplanung nicht möglich.


Der Kommentar − Feigheit vor dem Bürger


Rainer Lehnart von der SPD (“Wir haben keine Angst vor dem Bürgerentscheid!”), Dominik Heinrich und Thorsten Kretzer (beide Grüne) sprachen sich für den beantragten Bürgerentscheid aus. “Nur so können wir sehen”, sagte Heinrich, “ob die 4.500 Unterzeichner des Bürgerbegehrens tatsächlich die Mehrheitsmeinung repräsentieren.” Sollte der Bürgerentscheid zugunsten der Tankstelle ausfallen, könnte die Verwaltung entsprechende Verhandlungen mit dem Konzern aufnehmen, sagte der Ortsvorsteher von Trier-Gartenfeld/Mitte.

Der Initiatoren des beantragten Bürgerentscheids fällt nun eine Schlüsselrolle zu. Denn deren Antrag sieht die Verlängerung des Pachtvertrages am jetzigen Standort vor. Sollten sie mit dem alternativen Standort einverstanden sein, könnte Ludwig mit ihnen verhandeln, damit der Antrag auf den Bürgerentscheid zurückgezogen wird.

Alle rechtlichen Fragen zum möglichen Standortwechsel und zur zeitlichen Dimension blieben am Mittwochabend im Ludwig-Ausschuss komplett unbeantwortet. “Die müssen dann Gegenstand der Verhandlungen mit der BP sein”, sagte der Christdemokrat. Laut Ludwig favorisiert der Konzern hingegen den Weiterbetrieb der Tankstelle am aktuellen Standort. “Aber dort gehört keine Tankstelle hin”, betonte der Dezernent.

Die Debatte zur Zukunft der Aral-Tankstelle, die Trier nun seit annähernd 17 Jahren beschäftigt, wird heute Abend in der Sitzung des Steuerungsausschusses (17 Uhr) fortgesetzt. Am 28. September wird dann auch der Stadtrat zum Thema diskutieren und voraussichtlich auch entscheiden. Die Abstimmung am Mittwochabend im Bauausschuss wurde hingegen ausgesetzt. (et)


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Erstellt am Autor Eric Thielen in Die Reporter-Meldungen, Featured 2 Kommentare

2 Kommentare zu Aral-Tankstelle – Alternative SWT-Gelände?

  1. Stephan Jäger

    “Viele Trierer haben ein berechtigtes Interesse daran, auch nach 22 Uhr noch eine Tiefkühlpizza kaufen zu können!”

    …und, solange nicht in jedem PKW ein Backofen fest eingebaut ist, ist eben genau diese Tiefkühlpizza KEIN Reisebedarf und damit ein klarer Verstoß gegen genau das Ladenschlussgesetz, das angeblich einem Späti im Wege steht.

     
    • Peter

      Mir persönlich ist es herzlich egal, ob die blaue Lagune bis 12, bis 18 Uhr oder rund um die Uhr geöffnet hat. Auch was sie dann verkauft, ist mir schnurz. Und das spielt doch in der ganzen Diskussion auch keine Rolle.

      Entscheidend ist die Frage, welche Verbesserung aus einem Rückbau folgt. Wir haben hier eine viel befahrene, vierspurige Straße – da will doch niemand ernsthaft behaupten, dass sich da irgendwer gern hinsetzen würde, auch wenn da ein paar Bäume stehen (das Modell Balduinsbrunnen zeigt doch schon, dass solch ein Platz nur als Durchgangsmöglichkeit angenommen wird, aber nicht zum Verweilen).

      Und ein Radweg, sorry, aber da muss ich lachen, das ist kein Radweg, sondern ein Teilstück eines Radwege-Flickenteppichs! Wir sprechen von 200 m im Idealfall, die Radfahrer von der Straße auf den Mittelgrünstreifen und dann wieder auf den Gehweg/die Straße übergeleitet werden. Macht richtige Radwege, die auch über weitere Strecken gehen (aber das geht in Trier wg. seiner einegschränkten Infrastruktur nur, indem man die Autofahrer beschneidet…), aber doch keine Gefahrenpotenziale. Hier sähe ich in einem Rückbau der Tankstelle nur die Chance, dass man die Straßenführung komplett ändert – weg mit dem Grünstreifen in der Mitte, Fahrspuren dorthin verlagern und am Rand, wo jetzt die Autos fahren, echte Radwege hin. Klar, das kostet, aber Ideologie und Versprechen sind nunmal nicht umsonst zu haben.

       

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