Auch Junge Union fordert neue Innenstadt-Schule

Geht es nach der Jungen Union, soll die neue Innenstadtschule auf dem jetzigen Gelände der Tufa entstehen.

Geht es nach der Jungen Union, soll die neue Innenstadtschule auf dem jetzigen Gelände der Tufa entstehen.

TRIER. Am kommenden Donnerstag soll der Stadtrat die Sanierung der maroden Egbert-Grundschule auf Antrag der Fraktionen von CDU, Grünen, Linken und Piratin Dr. Darja Henseler beschließen. SPD, FWG, FDP und AfD haben sich klar gegen die Sanierung von Egbert ausgesprochen. Die Sozialdemokraten forderten jüngst den Neubau einer Grundschule in der Innenstadt − auf dem Gelände der Stadtwerke an der Ostallee. Nun plädiert auch die Junge Union (JU) für den Neubau einer Innenstadtschule − allerdings auf dem Gelände der Tufa. Diese Alternative hatte Baudezernent Andreas Ludwig (CDU) in seinem Positionspapier zur Egbert-Sanierung aufgezeigt. Nach reporter-Informationen favorisiert auch Oberbürgermeister Wolfram Leibe (SPD) den Neubau einer Grundschule in der Innenstadt, in der Egbert, Ausonius und Barbara zusammengezogen werden könnten. JU-Chef Thorsten Wollscheid, zugleich Stadtrat der CDU, sagte am Freitag gegenüber dem reporter: “Natürlich habe ich unseren Vorschlag auch in der Fraktion eingebracht, konnte mich aber leider nicht durchsetzen.” Dennoch fordere die Junge Union die prioritäre Behandlung des Planes für die neue Grundschule in der Innenstadt.

Die Schließung von Egbert und die Verlagerung der Schüler nach Olewig lehne er aber ebenfalls ab, so Wollscheid. Deswegen habe die Junge Union in ihrem Positionspapier “Triers Zukunft startet jetzt − Kulturzentrum, Innenstadtschule, römisches Erbe” eine Vision für die Entwicklung der Stadt erarbeitet. Ein Baustein hierbei sei die Zukunft der Egbert-Grundschule. Die JU fordert die politischen Akteure auf, “in der aktuellen Diskussion um die Egbert Grundschule einen Blick in die Zukunft zu werfen und langfristige Pläne zu verfolgen”. Bei der Suche nach einer dauerhaften Lösung für die Zukunft der Schule müssten alle Möglichkeiten durchdacht werden. “Dabei darf keine Rücksicht auf politische Interessen genommen werden, denn das Ziel muss sein, eine ganzheitliche Lösung für die Stadt zu finden”, so Wollscheid.


Zum Thema − Die reporter-Analyse: Das Egbert-Dilemma


Die von Bau- und Schuldezernet Andreas Ludwig ausgearbeiteten Szenarien seien daher “ein guter Schritt in die richtige Richtung und beschreiben endlich realistische Lösungsvorschläge. Die Junge Union bevorzugt mit dem Bau einer Innenstadtschule auf dem Gelände der Tufa den nachhaltigsten dieser Pläne”. Dieser Plan sieht eine Zusammenlegung der Grundschulen Egbert, Ausonius und Barbara zu einer großen und modernen Innenstadt-Grundschule inklusive Sporthalle auf dem Gelände der jetzigen Tufa vor. Das Projekt könnte bis 2023/24 realisiert werden und wird voraussichtlich sieben Millionen Euro kosten. Für die Sanierung von Egbert ohne Neubau einer Sporthalle sind aktuell mindestens 2,8 Millionen Euro veranschlagt.

CDU, Grüne, Line und Piratin wollen hingegen, dass Egbert saniert wird.

CDU, Grüne, Line und Piratin wollen hingegen, dass Egbert saniert wird.

“An einem gemeinsamen Standort der neuen Grundschule am Platz der jetzigen Tufa könnten die Kinder der neuen Innenstadtschule in einem ruhigen, urbanen Umfeld lernen und spielen. Durch die Größe und Zentralität könnte Mitte-Gartenfeld auch endlich mit dieser Schule ein Stadtteilzentrum gewinnen”, betont Wollscheid für die Junge Union. “Der junge Stadtteil braucht eine Schule. Die reine Schließung und Verteilung der Schüler auf Olewig, Barbara und Ausonius lehnen wir daher ab. Eine Sanierung im Bestand ist nur kurzfristig und ohne Weitsicht der vermeintlich beste Weg”, betont der JU-Chef ferner. Der Neubau einer Innenstadtgrundschule sei für die Junge Union hingegen “der nachhaltigste Vorschlag und wird die ohnehin angespannte Platzsituation der Trierer Schulen entlasten”.


Zum ThemaDas JU-Papier “Triers Zukunft startet jetzt”


Die Finanzierung dieses Zukunftprojektes könne über den Verkauf von Teilen des Grundstückes der Egbert-Grundschule in der Hermesstraße gedeckt werden. Die Einsparungen der Kosten für eine Sanierung am Standort sowie der Sanierung der Tufa und der Veräußerung machten einen Neubau am Standtort Tufa dann auch zum finanziell zukunftsfähigsten Szenario. “Ein Auszug der Tufa aus den jetzigen Räumen würde sich zudem positiv auf die Überlegungen eines Kulturzentrums auf dem Gelände des ehemaligen Walzwerkes auswirken und sichert die Zukunft der sanierungsbedürftigen Tufa”, so Wollscheid.

Der reporter hatte sich bereits am 13. April in seiner großen Analyse “Das Egbert-Dilemma” mit den Möglichkeiten der zukunftsfähigen Stadtentwicklung beschäftigt. (et)


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Erstellt am Autor Eric Thielen in Featured, Politik 2 Kommentare

2 Kommentare zu Auch Junge Union fordert neue Innenstadt-Schule

  1. Treverin

    Nicht schlecht und eine Überlegung wert die Pläne der JU. Junges Leben in die Innenstadt. Weg vom reinen Konsum. Das Walzwerk als neues Kulturzentrum für Trier. Das war ja auch für Trier-West in der Diskussion, um diesen benachteiligten Stadtteil aufzuwerten. In der Zusammenlegung von Grundschulen liegen nur Vorteile. Das Lehrangebot vergrössert sich und es entstehen bei Neubauten dem heutigen pädagogischen Bedarf angepasste Räume mit entsprechenden Aussenflächen. Eine neue Sporthalle an so zentraler Stelle, die auch für kulturelle Veranstaltungen genutzt werden könnte, wäre so ein Gewinn für die ganze Stadt. Schade nur, dass offenbar Herr Ludwig sich inzwischen wieder von seinem Vorschlag entfernt und der neuen “Verantwortungsgemeinschaft” von schwarz-grün mit unsinnigen Sanierung der GS Egbert zugewandt,was lediglich Politik für das grüne Klientel sowie die in Luxemburg arbeitenden Eltern vom Petrisberg ist.

     
    • Citybewohner

      @Treverin:
      Ihr Satz “In der Zusammenlegung von Grundschulen liegen nur Vorteile.” offenbart, dass Sie scheinbar nicht so ganz verstanden haben, um was es wirklich geht und die Größenverhältnisse des Tufa-Areals zudem wohl “etwas” überschätzen.

      Grundschule sind für Kinder ungefähr in den Altersstufen von etwa sechs bis zehn Jahren. Ob es da so gut ist zweimal am Tag weite Distanzen zurückzulegen nur um die Vorteile (von denen Sie keinen einzigen nennen) zu genießen ist fraglich. Zentralisierte Grundschulen mögen günstiger im Gebäudemanagement sein, kommunikativer im Lehrerzimmer, aber das war es dann schon. Für Kinder ist es glaube ich besser, wenn die Schule nicht ganz so groß und dafür noch überschaubarer ist, was sie deutlich weniger anonymer macht. Können die Kinder zudem eigenständig auf kurzer Distanz zu ihrer Schule laufen, mit dem Tretroller oder dem Fahrrad fahren, stärkt das ihr Selbstbewusstsein auch viel mehr, als gute Parkplätze für Helikopter-Eltern, die eigentlich noch lieber eine Drive-IN-Schule hätten.

      Investitionen in die Bildungseinrichtungen unser Jüngsten sind nicht dafür da Effizienz-Preise in Lean Management einzuholen.

       

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