Auf dem Sprung in ein neues Leben

Noch einmal ein Fototermin vor der alten Wirkungsstätte: Olaf Kihm. Foto: Rolf Lorig

TRIER. Olaf Kihm gehört zu den Menschen, die keine Angst vor Veränderungen haben. “Mein Zuhause ist dort, wo mein Bett steht”, sagt der gelernte Hotelfachmann und Koch. Nach einem Burnout kam er nach Trier, arbeitete hier von 2011 bis 2016 fünf Jahre am Theater Trier. Erst als Beleuchtungsassistent, später als Sänger und Schauspieler. Jetzt steht er vor der nächsten Veränderung. Mitte des Jahres zieht er um nach Wien.

Warum ausgerechnet Wien? Olaf Kihm lacht: “Weil ich dort willkommen bin.” Und dann erzählt er die ganze Geschichte. Als eifriger Facebooker hat er einen großen Freundeskreis. Viele Künstler und Musiker sind darunter. Und wie das so geht, man chattet miteinander, tauscht sich über die unterschiedlichsten Themen aus und plötzlich steht da die Einladung im Raum: “Komm’ doch mal zu uns nach Wien.”

Eine Einladung, die sofort auf fruchtbaren Boden fiel. “Ich frage mich nur, weshalb ich in meinem ersten Leben als Hotelfachmann nicht ohnehin schon mal in Wien gearbeitet habe”, wundert er sich rückblickend. Egal, die Einladung war ausgesprochen, also fuhr der Sänger nach Wien. “Dort habe ich mich dann mit dem Schauspieler René Rumpold und dem Sologeiger und Kammermusiker Maximilian Schöner getroffen. “Beide haben dann gesagt, komm’ zu uns nach Wien, Du hast hier alle Möglichkeiten.”

Und so machte Olaf Kihm Nägel mit Köpfen. Eine Wohnung im achten Bezirk hat er schon sicher, einen Job aber noch nicht. Doch da ist er zuversichtlich: “Ich gehe nicht blauäugig nach Wien; es wird mit Sicherheit nicht alles so eintreten, wie ich es mir wünsche. Doch selbst wenn das mit meiner künstlerischen Weiterentwicklung nicht klappen sollte, ich hab’ ja noch meinen Beruf als Hotelfachmann.” Ein Gewerbe, das überall auf der Welt händeringend nach Mitarbeitern Ausschau hält. Hier würde Olaf Kihm, der zwei Fremdsprachen beherrscht, mit Sicherheit unterkommen.

Doch das wäre dann ganz klar der Plan B. Plan A sieht eine Anstellung an einer Bühne vor. Und da ist der gebürtige Saarländer schon in gespannter Vorfreude. Denn sein Facebook-Freund René Rumpold hat ihm einen Vorstellungstermin bei Sissy Boran besorgt, die als Intendantin das “Theater am Kai” zwischen dem Wieder Römermuseum und der Donau führt. Ein kleines Haus mit lediglich 167 Plätzen, das aber genau in die Welt des Olaf Kihm, den Trierer Theatergrößen wie Manfred Hänig, Klaus-Michael Nix oder Angela Händel geprägt und geformt haben, passen würde.

Ein knappes halbes Jahr bleibt dem Tenor noch, um Abschied von der ältesten Stadt Deutschlands zu nehmen. “Abschied? Für eine bestimmte Zeit, sicherlich. Aber es wird kein endgültiger Abschied. Hier gibt es eine ganze Menge, das mich auch in Wien noch an Trier binden wird”, erklärt er augenzwinkernd. Und ergänzt: “Ich bin mir sicher, dass ich jetzt das Richtige mache.”

Mit einem Konzertabend im Robert-Schuman-Haus auf dem Markusberg will Olaf Kihm am 30. Mai seinen musikalischen Ausstand geben. Und auch bei der AWO sagt er leise “Servus”. Dort unterstützt er schon seit einigen Jahren alljährlich mit Gesangsbeiträgen die festliche Gestaltung am Heiligen Abend. Bei den Feierlichkeiten zum 100-jährigen Jubiläum der AWO wird er – neben weiteren Künstlern – am 11. Mai ebenfalls noch einmal zu hören sein: “Da freue ich mich schon sehr drauf.” (-flo-)


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Erstellt am Autor Rolf Lorig in Kultur 1 Kommentar

Kommentar zu Auf dem Sprung in ein neues Leben

  1. Olaf Kihm

    Mein lieber Rolf. Ich danke dir von Herzen 🙂

     

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