Aufräumen nach der Flut

Hier staute sich der Irrbach - die Wassermassen liefen mit ihrer rostig-braunen Schlammsuppe schließlich durch den Stadtteil. Alle Fotos: Johannes Schölch-Mundorf

Hier staute sich der Irrbach – die Wassermassen liefen mit ihrer rostig-braunen Schlammsuppe schließlich durch den Stadtteil. Alle Fotos: Johannes Schölch-Mundorf

TRIER. Gewöhnlich ist der Irrbach in Trier-West ein unscheinbares Rinnsal links der Mosel. Am Montag jedoch überfluteten die Wassermassen des kleinen Baches den Stadtteil – mit ihnen kam eine rostig-braune Schlammsuppe. Keller liefen voll, Straßen waren unpassierbar und mussten gesperrt werden. Mehr als 160 Mitarbeiter von Berufsfeuerwehr, freiwilligen Feuerwehren und dem Technischen Hilfswerk (THW) waren während und nach den heftigen Regenfällen im Einsatz. Auch in Zewen, Euren, Biewer und Ruwer hieß es vielerorts “Land unter”. Für heute haben die Meteorologen Entwarnung gegeben. Von Mittwoch an sollen allerdings neue Gewitter über die Region ziehen.

In Trier-West griffen die Bewohner selbst zur Schaufel.

In Trier-West griffen die Bewohner selbst zur Schaufel.

Schon in der Nacht zum Montag hatte der Himmel seine Schleusen geöffnet. Am Vormittag verstärkten die Regenfälle sich dann so stark, dass die Kanalisation und das Erdreich die Wassermassen schließlich nicht mehr aufnehmen konnte. Etwa 50 Liter Regenwasser pro Quadratmeter fielen binnen weniger Stunden auf weite Teile der Stadt – fast so viel wie sonst im gesamten Monat Mai. Am Hauptbahnhof musste eine Fußgänger-Unterführung gesperrt werden, bis das einlaufende Wasser abgepumpt war. In Euren riegelte die Polizei Straßen ab, die Strecke zwischen Herresthal und Euren musste ebenfalls gesperrt werden.

Wie ein Firnis legte der Schlamm sich über die Straßen im Westen.

Wie ein Firnis legte der Schlamm sich über die Straßen im Westen.

Das Wasser des Irrbachs in Trier-West wurde durch eine Gerölllawine gestaut, schließlich ergossen die Fluten sich über den Stadtteil. Die rostig-braune Schlammsuppe legte sich wie ein Firnis über die Straßen. Erst am späten Nachmittag entspannte sich die Lage. Da waren die Mitarbeiter von Feuerwehren, THW und Polizei neben unzähligen freiwilligen Helfern schon stundenlang im Einsatz. Auch in Euren, Biewer und Ruwer sowie in vielen Gemeinden der Region kämpften die Menschen gegen die Wassermassen.

Es blieb glücklicherweise bei den Sachschäden: Anders als in Baden-Württemberg kamen in der Region keine Menschen zu Schaden. Die Aufräumarbeiten werden heute fortgesetzt. Für den Mittwoch haben die Meteorologen neue Gewitter und Regenfälle angekündigt. Die sollen allerdings weniger heftig ausfallen als am gestrigen Montag. (tr/et)


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Erstellt am Autor trier reporter in Featured, Gesellschaft Hinterlasse einen Kommentar

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