Brandstiftung im Jugendamt – “Spontane Tat”

Die Brandstiftung im Trierer Jugendamt war offenbar eine spontane Tat. Foto: Rolf Lorig

Die Brandstiftung im Trierer Jugendamt war offenbar eine spontane Tat. Foto: Rolf Lorig

TRIER. Der Brand vom 21. Oktober im Trierer Jugendamt wurde nach dem bisherigen Ermittlungsstand der Polizei von den beiden mutmaßlichen Tätern gelegt, um den Einbruch in die Büroräume zu verdecken. Zu dem Einbruch hatten sich die Tatverdächtigen nach Polizei-Angaben vom heutigen Montag spontan und ohne weitere Planung entschlossen. Die beiden mutmaßlichen Täter, ein 25-jähriger Mann und ein 16-jähriger Jugendlicher, stammen laut Polizei aus Trier.

Aufgrund der am vergangenen Freitag, 28. Oktober, veröffentlichten Fahndungsfotos der Polizei und dank der Mithilfe zahlreicher Zeugen, wurde der Druck auf den 25-jährigen Tatbeteiligten so groß, dass er sich noch am späten Nachmittag bei der Polizei stellte und seinen Mittäter benannte. Der 16-jähriger Komplize konnte am Abend desselben Tages in der elterlichen Wohnung in Trier festgenommen werden.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Trier erließ die Haftrichterin des Amtsgerichtes Trier am Samstagvormittag Haftbefehl gegen beide geständigen Tatverdächtigen. Der 25-Jährige wurde in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert, der Haftbefehl gegen den Minderjährige wurde gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt, so die Polizei in ihrer Pressemitteilung von heute

In ihren Vernehmungen räumten die aus Trier stammenden Männer nach Polizei-Angaben ein, sich spontan zu dem Einbruch entschlossen zu haben, um Wertgegenstände zu entwenden. Über das an der Außenfassade aufgestellte Baugerüst seien sie in das Bürogebäude eingestiegen. Hier nahmen sie Wertgegenstände aus mehreren Büros an sich. Bevor sie ihre Flucht antraten, hatten sie an mehreren Stellen in der dritten Etage des Gebäudes Feuer gelegt. Kurz nach sieben Uhr entdeckte eine städtische Mitarbeiterin den Brand und alarmierte sofort die Feuerwehr.

Einen Zusammenhang zu der Arbeit des Jugendamtes, einem dortigen Mitarbeiter oder gar einem bestimmten Fall habe es nicht gegeben, erklärten die Tatverdächtigen laut Polizei. Das Feuer wurde laut eigener Aussage der Beschuldigten gelegt, um die Spuren ihres Einbruchs zu beseitigen. Die intensiven Ermittlungen der Kriminalpolizei dauern weiterhin an. Polizei und Staatsanwaltschaft bedanken sich ausdrücklich bei der Bevölkerung für die Unterstützung ihrer Arbeit.

Bei dem Feuer im Trierer Jugendamt in der Nacht vom 20. auf den 21. Oktober waren drei Büros zerstört und mehrere Hundert Akten vernichtet worden. Weitere Räume sind seither nicht mehr zu nutzen. Mitarbeiter des Jugendamtes sind inzwischen in Ausweichbüros in der Hindenburgstraße umgezogen. (tr/et)


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Erstellt am Autor trier reporter in Gesellschaft Hinterlasse einen Kommentar

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