CDU: Radweg Loebstraße muss Radweg bleiben!

TRIER. Mit aller Entschiedenheit setzt sich die CDU-Stadtratsfraktion dafür ein, dass der neue Radweg in der Loebstraße auch dem Radverkehr vorbehalten bleibt. Darauf weist Fraktionsvorsitzender Udo Köhler in einer Pressemitteilung hin.

Nach der Freigabe der Loebstraße für den Verkehr habe die CDU-Fraktion ausdrücklich begrüßt, dass der neue Radweg entlang der Loebstraße endlich fertiggestellt sei. Die CDU habe von Anfang an die Verwaltung in ihrem Bestreben unterstützt, an dieser Stelle einen gesonderten Radweg zu bauen und sich nicht mit einer Markierung auf der Fahrbahn zu begnügen. Denn ein Radweg sei nicht nur notwendig, um eine sichere Anbindung des Radwegenetzes an den Verteilerkreis zu gewährleisten, sondern auch zur Förderung des Tourismus.

Deshalb sei die Beschilderung, die den Weg nun als Fußweg ausweist, der auch den Radverkehr gestattet, sehr unglücklich gewählt.

Wenn auch das Bemühen der Verwaltung anerkannt werde, an dieser Stelle keinen benutzungspflichtigen Radweg zu schaffen, wie dies von Anfang an beabsichtigt war, sei die jetzt gewählte Art und Weise, den Radweg als Fußgängerweg zu widmen, mit Sicherheit nicht die richtige, so Köhler. Der neugebaute Weg müsse in erster Linie ein Radweg bleiben.

Köhler appelliert deshalb an die Verwaltung, hier schnellstmöglich Abhilfe zu schaffen. (tr)


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Erstellt am Autor Rolf Lorig in Die Reporter-Meldungen 6 Kommentare

6 Kommentare zu CDU: Radweg Loebstraße muss Radweg bleiben!

  1. Stephan Jäger

    Ich weiß nicht, wieso Herr Köhler hier, bezüglich der Markierung von Sicherheitsstreifen auf der Fahrbahn, von „Begnügen“ spricht. GENAU DAS wäre (wie eigentlich fast immer) für den Radverkehr wohl die bestmögliche und vermutlich sogar kostengünstigste Lösung gewesen.

    Ansonsten bleibt festzustellen, dass die Trierer Verwaltung hier – wiedereinmal ohne jede demokratische Legitimation – genau DAS geschafft hat, was sie eigentlich immer schafft: Mit den verfügbaren Mitteln die mit Abstand SCHLECHTESTE aller möglichen Lösungen auf die Beine zu stellen!

    Weitere Beispiele gefällig? Die „Sperrung“ des Kornmarktes für nicht berechtigten Kraftfahrzeugverkehr. Für Poller, die die Aufgabe erfüllt hätten, war angeblich kein Geld da. Stattdessen wurden 12.000 (!) Euro in die Schaffung einer Engstelle inklusive Beschilderung investiert, bei der jedem, der sich je fünf Minuten den Trierer Stadtverkehr angeschaut hat, vollkommen klar sein musste, dass sie nichts weiter sein würde als eine weitere Gelegenheit für all die „berechtigten“ Fahrer, sich, von Hupkonzerten begleitet, lauthals quer über die Straße um die „Vorfahrt“ zu streiten.

    Hier haben wir nun einen schönen breiten neuen Weg direkt neben der Straße, der natürlich jeden Autofahrer dazu „berechtigt“ Radfahrer mit dem Auto als Waffe zur Benutzung zu nötigen. Woher sollen die armen Kraftfahrer auch wissen, dass keine Benutzungspflicht besteht? Dazu müsste man ja die StVO kennen. Fahren dürfen Radfahrer dort aber nur so schnell, dass sie auch gleich zu Fuß gehen könnten. Denn natürlich hat die Sicherheit der Autofahrer Vorrang, die den 2,50m breiten Weg an vier Stellen queren müssen, um von ihrem Parkplatz ihre Arbeitsstelle in der Loebstraße zu erreichen. Vollkommen klar also, dass der Weg auf seiner vollen Länge von fast eineinhalb Kilometern zum Fußweg zu deklarieren ist. Soviel Rücksicht, hier „mal kurz“ die Geschwindigkeit auf die auf für Radfahrer „freigegebenen“ Fußwegen vorgeschriebenen 4-7 Stundenkilometer zu reduzieren, sollte man von jemandem, der etwa morgens von Ruwer aus für den Weg zur Arbeit in Trier das Rad benutzt, schon erwarten können. Das würde sicher jeder Verwaltungsmitarbeiter selbst auch gerne so machen!

    Was scheren uns also Ratsbeschlüsse und ein Mobilitätskonzept? „L’Etat, c’est moi“ denkt der Trierer Amtsleiter und Herr Frühauf kündet den Untertanen. Ja machmal kann man hier tatsächlich nicht so viel essen, wie man…

     
    • Rainer Landele

      ich verstehe die aufregung nicht: jetzt kann die kommunale geschwindigkeitsüberwachung doch auch endlich dort aktiv werden. 😉

       
  2. augur

    @Stephan Jäger Du muss ich Ihnen ja mal wieder zustimmen, Herr Jäger.

     
    • Stephan Jäger

      Naja, so bleibt jedenfalls nur die Feststellung, dass allen Beteiligten maximal gedient gewesen wäre, wenn die Stadt sich das Geld für diesen in der umgesetzten Form völlig nutzlosen Mist komplett gespart hätte. Die geschätzten Autofahrer müssten auf ihrem Weg vom Parkpletz zur Arbeitsstätte keinen gefährlichen Weg queren, auf dem nicht auszuschließen ist, dass ab und zu mit vier bis sieben Stundenkilometern ein Radfahrer heran gerast kommt. Die Radfahrer könnten die einzige Möglickeit zu halbwegs vernünftigen Vorwärtskommen, die Straße, nutzen ohne sich noch mehr als üblich auf für sie lebensgefährliche Weise darauf hinweisen lassen zu müssen, dass sie dort nichts zu suchen haben. Und, um zu Fuß an der Loebstraße entlang zu spazieren, braucht das Ding eh kein Mensch. Dafür gibt es auf der anderen Straßenseite einen schönen breiten Gehsteig.

      Und am Ende steht einmal mehr die traurige Erkenntnis, in einer Stadt zu leben, die von einer Verwaltung verwaltet wird, deren hinterwäldlerische Beschränktheit sie wohl auf ewig daran hindern wird, mit dem bißchen Geld, das ihr zur Verfügung steht, etwas halbwegs vernünftiges, irgendwem wirklich dienliches anzufangen. Selbst dann, wenn ihr andere das Denken an sich schon abgenommen haben.

       
  3. Thomas Albrecht

    Ein neuer Radweg, der viel öffentliches Geld verschlungen hat, und niemand fährt darauf? Ein Radweg, der unerwartet zum Fußgängerweg mutierte? Ein neuer Trierer Schildbürgerstreich?
    Doch der Reihe nach:
    Viele, viele Jahre wurde über den Ausbau der Loebstraße gestritten. Ein wesentlicher Streitpunkt: Soll ein gesonderter Radweg gebaut werden oder genügt es auf der Fahrbahn ein Radweg abzumarkieren, wie es Anwohner oder auch der Adfc Trier gefordert hatten?
    Die Verwaltung hat sich letztlich durchgesetzt, insbesondere mit dem Hinweis auf die Notwendigkeit, ein durchgehendes Radwegenetz zu schaffen, das einen gesonderten Radweg erfordert. Besonders abgestellt wurde in der Argumentation auch auf die besondere touristische Bedeutung dieses Radweges. Mir liegen diese Statements Allesamt vor: „Der Verteilerkreis ist sinnvollerweise nur mit einem Zweirichtungsradweg ins Radwegenetz einzubinden“, so heißt es wörtlich in einer Stellungnahme der Verwaltung. Richtig! Und jetzt?
    Ist der jahrelange vehemente Einsatz der Stadt Trier für diesen Radweg plötzlich Null und Nichtig?
    Immerhin muss man den Verantwortlichen, die dafür Sorge getragen haben, dass aus dem geplanten Radweg ein Fußgängerweg mit Fahrradgestattung wurde, zugestehen, dass von Anfang an beabsichtigt war, diesen neuen Radweg nicht benutzungspflichtig zu machen, wie es wörtlich in einer Stellungnahme der Verwaltung vom 27.11.2011 zur Vorlage 543/2010 festgelegt ist. Und dies hat auch einen guten, sehr nachvollziehbaren Grund: Radfahrern mit dem Ziel Gewerbegebiet sollte ermöglicht werden, in die Seitenstraßen hinein zu fahren!
    Doch muss man deshalb den neuen, teuren Radweg zu einem Fußweg degradieren mit der Folge dass Radfahrer dort nur Schrittgeschwindigkeit fahren dürfen?
    Natürlich nicht! Da hat die Verwaltung wohl wieder einmal das Kinde mit dem Bade ausgeschüttet. Meines Erachtens muss das derzeitige Schild „Fußgängerweg“ schnellstmöglich verschwinden und zwar ersatzlos! Stattdessen sollte dort überhaupt kein Verkehrsschild montiert werden, insbesondere natürlich nicht das berühmte Zeichen Nr. 237, das den Weg zu einem benutzungspflichtigen Radweg machen würde. Stattdessen sollte auf diesem Weg weiße Fahrradzeichen aufgemalt werden, die jedem deutlich signalisieren, dass hier freie Fahrt für Zweiradfahrer herrscht, die aber (rechtlich) keinen Benutzungszwang anordnen würden.
    Und ein weiteres muss sich schnellstmöglich ändern: Die Zu- und Abfahrt zum neuen Radweg ist äußerst gefährlich. Hier muss (beispielsweise in roter Farbe) eine Furt abmarkiert werden, die den Zweiradfahreren gefahrlose Zu-
    und Abfahrt ermöglicht.
    In Rat und Verwaltung sind wir uns ja (fast) alle einig, und so ist es ja auch im Mobilitätskonzept festgeschrieben, dass wir den Radverkehr in Trier fördern und steigern wollen. Dieses selbst gesteckte Ziel sollte aber auch ernst genommen werden! Manchmal kann man sich nicht ganz des Eindrucks verwehren, als fehle manchem da die entsprechende Einsicht.

     
    • Stephan Jäger

      Vor dem Hintergrund, dass die Vermeidung von Benutzungspflicht als Begründung für die eigenmächtige Umwidmung des Weges offensichtlich nur vorgeschoben war, ist „nicht ernst nehmen“ eines „Zieles“ wohl nicht ganz das, womit wir es hier zu tun haben, Herr Albrecht. Das sieht dann viel mehr danach aus, als ob das Ziel ganz ein anderes gewesen wäre. Das nämlich, Rad-Infrastruktur in Trier – aus einer vermeintlichen Machtposition heraus – absichtlich zu sabotieren. Oder der zuständige Protagonist ist so dumm und ignorant, dass er tatsächlich glaubt, jemandem, der etwa von Ruwer aus mit dem Rad zur Arbeit fährt (und damit, so ganz nebenbei, den AUTOstau vor dem Verteilerkreis um ein Fahrzeug verkürzt) würde es schon nichts ausmachen, wenn er dabei knapp die Hälfte seines Weges im Schrittempo zurücklegen „darf“ oder auf der Straße (mit tollem „Radweg“ daneben) zum Abschuss freigegeben ist.

      Solange wir in Trier weiter solche Leute in der Verwaltung durchfüttern, können wir uns auch das Geld für die „Konzepte“ sparen.

       

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