CDU Trier – Kaster tritt ab, Zock ist drin

Hiltrud Zock, hier mit dem scheidenden Parteichef Bernhard Kaster, wird kooptiertes Mitglied im Vorstand der Trierer Union.

Hiltrud Zock, hier mit dem scheidenden Parteichef Bernhard Kaster, wird kooptiertes Mitglied im Vorstand der Trierer Union.

TRIER. Bernhard Kaster tritt im kommenden Jahr als Kreisvorsitzender der Trierer CDU ab. Das gab die Union am Donnerstag in einer Pressemitteilung bekannt. Der 57-jährige Bundestagsabgeordnete hatte seinen Rückzug am Mittwochabend während der Vorstandssitzung der CDU angekündigt. 2007 war Kaster als Trierer Parteichef auf Ulrich Holkenbrink gefolgt. Der jetzt angekündigte Rückzug des gebürtigen Pfalzelers kommt selbst für viele Christdemokraten überraschend. Nach der verlorenen OB-Wahl hatte Kaster in Parteikreisen stets betont, die Union auch weiter führen zu wollen. Doch der Druck auf den 57-Jährigen war in den vergangenen Wochen enorm gestiegen. Ihm wurde parteiintern die Niederlage bei der OB-Stichwahl angelastet, da Kaster als klarer Verfechter und Initiator des geplanten schwarz-grünen Bündnisses im Stadtrat gilt. Am 12. Oktober unterlag Hiltrud Zock für die CDU Wolfram Leibe von der SPD. Im März hatte Kaster hingegen noch angekündigt, die Union wolle im Trierer Stadtrat kein festes Bündnis, sondern “eine Zusammenarbeit der Vernunft”.

Zock wird künftig als kooptiertes Mitglied dem Kreisvorstand der CDU angehören. Die Trierer Unternehmerin war nach der Oberbürgermeisterwahl in die Union eingetreten. “Ich habe mich im Wahlkampf sehr über die große Unterstützung der CDU und ihrer vielen engagierten Mitglieder gefreut und bringe mich gerne weiter ein”, so Zock, die ferner ankündigte, unter anderem die im Wahlkampf begonnenen Kasino-Gespräche zu aktuellen stadtrelevanten Themen fortzuführen zu wollen.

Zudem beschloss der Vorstand der CDU am Mittwochabend ein Mitgliederverfahren für die Kandidatenwahl zur Landtagswahl 2016. Bis Ende Januar können Bewerber vorgeschlagen werden oder selbst ihren Hut in den Ring werfen. Auf dem Kreisparteitag am 14. März kommenden Jahres soll die Kandidatin oder der Kandidat dann gewählt werden. “Unser Ziel ist es, die Mitglieder schon im Vorfeld des Kreisparteitages möglichst breit zu beteiligen”, betont der noch amtierende Kreischef Kaster. Mit Jutta Albrecht und CDU-Vize Udo Köhler haben bereits Mitglieder der Union ihr Interesse an einer Kandidatur bekundet.

Tritt im kommenden Jahr als Trierer Parteichef ab: Bernhard Kaster.

Tritt im kommenden Jahr als Trierer Parteichef ab: Bernhard Kaster.

Mit den Wahlen zum Kreisvorstand will die CDU sich auch im Hinblick auf die kommende Landtagswahl personell und thematisch positionieren. “Mit der Wahl im März stellen wir im Vorstand die Weichen für die kommenden zwei Jahre, also die wichtige Zeit bis nach der Landtagswahl im Frühjahr 2016“, so Kaster.

Als möglicher Nachfolger Kasters gilt Udo Köhler. Aber auch Birgit Falk, Mitglied im Trierer Stadtrat, werden Chancen zugeschrieben. “Im Moment kann man wirklich nur spekulieren”, sagte ein Christdemokrat am Donnerstag gegenüber dem reporter.  An den Verhandlungen zwischen CDU und Grünen über das von Kaster favorisierte Bündnis im Trierer Rat dürfte sich trotz der Rückzugs-Ankündigung des Pfalzelers nach Auffassung mehrerer Konservativer nichts ändern. Bis zum Januar sollen die Gespräche zwischen Union und Grünen abgeschlossen sein. (red/et)


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Erstellt am Autor Eric Thielen in Featured, Politik Hinterlasse einen Kommentar

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