Das Egbert-Dilemma

Der Sanierungsfall Egbert ist inzwischen auch augenscheinlich sichtbar.

Der Sanierungsfall Egbert ist inzwischen auch augenscheinlich sichtbar.

Die Entscheidung zur Zukunft der Egbert-Grundschule läuft wohl auf eine politische Konfrontation hinaus. Auf der einen Seite das Mehrheitsbündnis aus CDU und Grünen, das voraussichtlich von den Linken flankiert werden wird. Hier geht die Tendenz dazu, sich für die rund 2,76-Millionen-Euro teure Sanierungsvariante zu entscheiden. Dort SPD, Freie Wähler und FDP als Opposition, die von der AfD unterstützt werden könnte. Die Sozialdemokraten haben am Montagabend laut Fraktionsgeschäftsführer Markus Nöhl ein “intensives Gespräch” mit Schuldezernent Andreas Ludwig (CDU) geführt. Per E-Mail wurden zudem jene Fraktionen zu einem weiteren Meinungsaustausch eingeladen, die sich aktuell kritisch zur Position von CDU und Grünen stellen. Angeschrieben wurden aber auch die Linken, bei denen die SPD Überzeugungsarbeit leisten will. Für die CDU-Fraktion betont deren stellvertretender Vorsitzender Thomas Albrecht hingegen, seine Fraktion habe am Montag das neueste Ludwig-Papier lediglich diskutiert. Eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen. Trotzdem deutet alles daraufhin, dass Egbert sich wieder zum Streitfall entwickeln wird. Den aber kann die Stadt gerade jetzt und vor allem in der Schulpolitik nicht gebrauchen. Für die weitreichende Variante, die nicht kurz, sondern über Jahrzehnte tragen würde, fehlt allen Parteien offensichtlich der Mut. Eine Analyse von Eric Thielen

Wie man es auch dreht und wendet, am Ende wird es immer Verlierer geben. Wird Egbert aufgegeben, verliert das Gartenfeld nicht nur eine Grundschule, sondern einen soziogesellschaftlichen Fixpunkt. Denn eine Grundschule ist mehr als eine reine Lehranstalt. Sie ist ein zentraler Ort des Miteinanders, des Austausches und auch der gegenseitigen Hilfe. Von daher ist es legitim, dass Ortsvorsteher Dominik Heinrich (Grüne) für seine Schule kämpft. Das taten vor knapp vier Jahren auch die Pfalzeler auf dem Höhepunkt der Schuldebatte. Sie bemühten sogar den Eingemeindungsvertrag, der ihnen eine Grundschule im Stadtteil garantierte, und setzen so dem Rathaus das Messer auf die Brust – mit Erfolg.

Doch der Kampf um Egbert wirft auch die Frage auf, für wen hier überhaupt gekämpft wird? Laut Ludwig-Papier werden aktuell 103 Schülerinnen und Schüler in der nach Kürenz ausgelagerten Schule unterrichtet. Im laufenden Schuljahr wurden lediglich 17 Kinder in Egbert angemeldet. Für das kommende Schuljahr verzeichnet Egbert zwar wieder 27 Anmeldungen, liegt damit aber immer noch unter der von der Verwaltung ermittelten Soll-Stärke von 33. Zum Vergleich: Das Biregio-Gutachten von 2012 ging für das Schuljahr 2016/2017 noch von 55 Anmeldungen aus.

Enges Denken

Da die Anzahl der Neuanmeldungen geringer als die Anzahl der Abgänge ist, wird Egbert weiter schrumpfen. Im neuen Schuljahr werden weniger als 100 Kinder die Schule besuchen. Legt man nun die prognostizierten Sanierungskosten von 2,76 Millionen Euro zugrunde, müssen für jedes Kind rund 28.500 Euro aufgewendet werden, um die Schule instand zu setzen. Eine eigene Turnhalle haben die Kinder dann aber noch immer nicht. Die würde noch einmal mit mindestens 750.000 Euro zu Buche schlagen. Hinzu kommt, dass Egbert der erste Sanierungsfall wäre, der mit den veranschlagten Kosten auch tatsächlich durchs Ziel geht. In der Endabrechnung dürfte eine Summe von etwa drei Millionen Euro stehen. Ob die zur Gegenfinanzierung vorgeschlagene Wohnbebauung tatsächlich unterhalb des Amphitheaters greifen kann, ist ferner fraglich.

Es wird wohl auf die Sanierung von Egbert hinauslaufen.

Es wird wohl auf die Sanierung von Egbert hinauslaufen.

Vorderhand erscheinen also die Auflösung Egberts und die Aufteilung der Schüler auf Olewig, Barbara und Ausonius am sinnvollsten, nicht nur aus Kostengründen. Doch auch hier warten Fallstricke. Der Schulweg entlang der Olewiger Straße ist höchst problematisch. Die Stadt wird kaum umhin kommen, einen Bustransfer aus dem Gartenfeld nach Olewig zu finanzieren (Kosten pro Jahr: 50.000 Euro). Die Schulbezirke müssen neu zugeschnitten werden, der Schulentwicklungsplan muss überarbeitet und erneut in Mainz abgesegnet werden. Ferner kann dann die hochsanierungsbedürftige Martin-Schule nicht aufgelöst werden, weil Ausonius Schüler aus Egbert aufnehmen muss.

Wie so oft und in schöner Regelmäßigkeit dreht sich also auch bei Egbert das Denken der Politik im engen Kreis und reicht kaum weiter als bis zu den eigenen Schuhspitzen. Insofern ist das kleine Egbert ein großes Beispiel für die Trierer Mutlosigkeit in vielen Fällen. Dabei liegt der wirklich große Wurf auf der Hand. Eine neue fünf- bis sechszügige Innenstadtschule auf dem Gelände der Tufa würde Barbara, Ausonius und Egbert zusammenführen und wäre ein deutliches Signal: Wir gehen weg von der Flickschusterei und planen über den eigenen Horizont hinaus für die nächsten Jahrzehnte.

Das ruft natürlich die Bedenkenträger auf den Plan: Die Tufa verlegen? Undenkbar, sagen die Traditionalisten, die sich im selben Atemzug darüber beschweren, dass die Tufa zu beengt, der große Saal zu klein und ferner keine Erweiterung möglich sei. Dass als einzige Ausweichmöglichkeit das ehemalige Trierer Walzwerk in Kürenz genannt wird, zeigt ferner deutlich, wie beschränkt auch die Planer am Augustinerhof in ihrem Denken sind. Der Blick richtet sich einzig auf die rechte Moselseite. Dabei liegt die Zukunft der Kulturschaffenden links vom Fluss. Zwischen dem südlichen Ende der Jägerkaserne und der nördlichen Begrenzung des Gneisenauberings steht fast unbegrenztes Potenzial zur Verfügung.

Auch beten hilft nicht

Das Theater am Augustinerhof ist marode, die Tufa inzwischen zu klein. Die Stadtverwaltung ist wie der Sand aus einer Streusandbüchse auf inzwischen unzählige Standorte in Trier verteilt. Der Augustinerhof mit seinen Parkplätzen ist ein Anachronismus. Der Hochbunker wird als Lager und Archiv missbraucht. Das Theater wird als Gebäude auch nach seiner millionenschweren Sanierung eine Zumutung für jeden Geschmack sein, nicht nur für den guten. Doch in Trier-West bleiben die Planer auf den eingefahrenen Schienen. In der Jägerkaserne sollen Sozialwohnungen entstehen, die auf lange Sicht das Problem des sozialen Brennpunktes nur verschärfen werden. Der dritte Block in der Gneisenaustraße soll ebenfalls für Sozialwohnungen hergerichtet werden. All das zementiert den Stadtteil als schwachen, als sozialbedürftigen, als abgehängten auf Jahre hinweg.

Schule statt Tufa in der Innenstadt?

Schule statt Tufa in der Innenstadt?

Die Idee der CDU, mit einer großen Innenstadtschule die eingefahrenen Wege zu verlassen, war genau die richtige. Die Christdemokraten entwickelten damit vor einem Jahr den Vorschlag der SPD weiter, Egbert und Barbara im Gebäude der ehemaligen Robert-Schuman-Realschule zusammenzuziehen. Dem Denken dürfen keine Grenzen gesetzt werden. Doch genau das tut die Union nun, indem sie von ihrer eigenen Vision abrückt und sich auf die kleingeistige Lösung der Egbert-Sanierung im Bestand begibt. Die Christdemokraten hatten den richtigen Ansatz. Sie hätten ihn nur weiterdenken und Trier-West darin integrieren müssen. Nun denken sie rückwärts statt nach vorne gewandt.

Trier hat inzwischen 114.000 Einwohner. Und die Stadt wird weiter wachsen, auch durch die Flüchtlinge als Neubürger. Viele kinderreiche Familien kommen hinzu. Sie alle werden berechtigte Forderungen erheben. Die Schulen in der Innenstadt – von den Grundschulen bis zu den weiterführenden – werden somit über Jahrzehnte hinweg Sanierungsfälle bleiben: ewige Dauerbaustellen. Das HGT platzt aus allen Nähten; das Doppelgymnasium MPG/AVG ist ebenfalls beengt. Nun böte sich zumindest in der Grundschulfrage die Chance, von der Flickschusterei wegzukommen.

Was spricht dagegen, dass links der Mosel ein kulturelles Zentrum von Theater und Tufa entsteht, wo sich auch Verwaltungsgebäude und integrativer Wohnungsbau begegnen? Nichts. Was spricht dagegen, dass dafür am Augustinerhof ein Vorzeigeprojekt etwa nach dem Vorbild des französischen Viertel in Tübingen mit multisoziologischer Durchmischung und geschäftlicher Nahversorgung wächst? Nichts. Was spricht also dagegen, dass die große Innenstadtschule in Angriff genommen wird und Trier endlich über Jahrzehnte denkt? Nichts.

Doch, eines. Nämlich die Frage: Wer soll das bezahlen? In Trier-West stehen zig Millionen für den Stadtumbau und die Soziale Stadt zur Verfügung. Mehr als 400 Gebäude hat die Stadt unter ihrer Regie. 200 täten es auch. Das würde Millionen Euro an finanziellen Ressourcen freisetzen. Von den millionenschweren Zuschüssen aus Berlin und Mainz ganz zu schweigen. Da Utopien und Realpolitik sich jedoch diametral gegenüberstehen, werden die Trierer sich auch bei Egbert darauf einstellen müssen, dass die Sanierung dem großen Wurf vorgezogen wird. Die nächsten Baustellen aber werden so sicher folgen wie der Winter auf den Herbst und das Amen im Dom. Aber auch beten hilft da wohl nicht.


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Erstellt am Autor Eric Thielen in Featured, Meinung 9 Kommentare

9 Kommentare zu Das Egbert-Dilemma

  1. Walter Sobchack

    Danke Reporter für die etwas korrigierteren Zahlen …

    Aber auch hier ist das Heinrich Argument ne Luftnummer die jeder andere Stadtteil genau so gebracht hat.

    Überall ist der Schulhof ein “soziogesellschaftlichen Fixpunkt”, wobei ich jede Wette eingehe dass aktuell in Kürenz jeden Mittag mehr Kinder auf dem Schulhof ihrer ehemaligen Schule spielen als das je in Egbert der Fall war …

    Wenn schon Geld ausgeben dann bitte die große Lösung mit einer SüdSchule !!

    Da entsteht wenigstens weiteres Sparpotential als Ausgleich … Zudem deckt eine Südschule einen viel größeren Bedarf und ist für die Zukunft sicherlich die beste Variante.

    Bustransfer ?? So’n Quatsch ! Die Kürenzer Kinder werden auch nicht nach Ambrosius gefahren und ich denke die Olewiger ist verkehrstechnisch dicke mit der Avelsbacher Straße zu vergleichen …

    Wenn solche Argumente auf einmal gelten sollen, dann müssen sich die Entscheider den Vorwurf gefallen lassen, dass es eben Stadtteile gibt die dem Städte- Vorstand wichtiger sind als andere …

     
  2. Erik Thees

    Richtig, Herr Thielen, ist die Bedeutung einer Schule für einen Stadtteil, sowohl in Pfalzel, als auch in Trier-Süd, Trier-Ost, Kürenz oder wo auch immer. Es ist eben ein „soziogesellschaftlichen Fixpunkt“ und sie haben Recht „eine Grundschule ist mehr als eine reine Lehranstalt. Sie ist ein zentraler Ort des Miteinanders, des Austausches und auch der gegenseitigen Hilfe.“

    Vielen anonyme Leserbriefschreiber geht der Wutbürger durch, der auf die angeblich Privilegierten in Trier-Ost schimpft, sich ärgert, nicht auch dabei sein zu dürfen. Jetzt sollen auch noch deren Kinder gut behandelt werden. Fürchterlich, echt.

    Ich hoffe inständig, dass die Politik sich aber nicht von Neiddebatten lenken lässt. Und dies sowohl bezüglich Egbert, als auch bezüglich vieler anderer Schulen. Kurze Wege für kurze Beine. Selten hat ein Wahlkampfspruch so sehr ins Schwarze getroffen.

    Frech, zumindest aber sehr unprofessionell und schlecht vorbereitet finde ich die Thematisierung der momentanen Anmeldezahlen in Egbert. Zuerst werden die Eltern im Ungewissen gelassen, dann entscheidend verunsichert, um dann deren anderweitigen Schulentscheidungen ob der Unsicherheiten auch noch zu instrumentalisieren. Nicht wenige haben noch schnell ihr Kind taufen lassen, damit es in Paulin „unterkommt“. Politikverdrossenheit entsteht so im Kleinen.

    Trier-Ost ist durch die Stadtautobahnen Alleenring und Olewigerstraße eingeschlossen; übrigens genauso auch Trier-Süd. Die Kinder müssen oder sollten doch zumindest fußläufig oder mit dem Fahrrad die Schule erreichen können, Elterntaxis nach Möglichkeit unnötig sein. Will man wirklich seine Kinder zu einer Zentralschule (ver)schicken? Wer um Gottes Willen möchte 5-zügige Grundschulen? Wieso nicht gleich eine Sammelschule für alle Trierer Kinder? Die Jägerkaserne ist groß genug… Vielleicht passen dort auch noch alle Kindergärten hinein…

    Herr Thielen: Sie fordern das Große und Ganze. Ich auch. Alle fordern das.
    Plaudern wird einmal aus dem bautechnischen Nähkästchen:
    Jedes Gebäude ist einem technischen wie wirtschaftlichen Alterungsprozeß unterworfen. Das Maß hängt im Wesentlichen von der Intensität der Nutzung, der Güte der Herstellung, der Qualität der Baustoffe und letztlich auch der Pflege und dem Unterhalt ab. Jeder der hier entscheiden und mitdiskutieren will, sollte doch wenigstens die Grundlagen der Wertentwicklung eines Gebäudes kennen. Der „technische“ Wert eines Gebäudes nimmt eben nicht linear mit dem Alter ab. Er ist auch nicht gottgegeben. Jeder (sinnvoll) investierte Unterhalt wirkt sich nutzungszeitverlängernd aus – also werterhöhend. Betrachtet man den Wert eines Gebäudes als eine Funktion von Werterhalt(-skosten) und Nutzungsdauer, so spricht man bei der sich zeigenden Kurve von einem Sägezahnmodell; zu jedem Zeitpunkt eines sinnvollen Unterhalts springt die Kurve nach oben und der Wertverzehr beginnt wieder auf einem höheren Niveau. Der Sprung kann dabei höher sein, als die investierten Kosten.
    Unterlässt man aber diesen Unterhalt, so schreitet der Wertverzehr mit der Zeit voran und nicht nur das: es entstehen Mängel und Schäden, die sich zusätzlich negativ auf den Wert niederschlagen.

    Professionelle Gebäudeeigentümer, Fonds und institutionelle Anleger mit langfristigem Interesse stecken erhebliches Kapital in die Bestandsanalyse und den Bestandsunterhalt. Mir sind solche „Profis“ bestens bekannt, die bis zu 40-45% ihrer Unterhaltskosten nur für Planung und Analyse in einem Ingenieurpool ausgeben, jährliche Instandsetzungen lange im voraus planen und für jedes Gebäude auf „Knopfdruck“ wissen, was kurzfristig, mittelfristig oder langfristig zu tun ist. Jede Entscheidung basiert hier auf validen Zahlen; nichts aus kurzfristigem Handlungsdruck. Warum tun diese, oft mit deutlich zweistelliger Gewinnmarge agierenden Unternehmen dies? Nicht weil sie besonders tolle Immobilien wollen – nein: weil sie damit langfristig Geld verdienen wollen.

    Jetzt ist bei einer Schule bekannt, was mittelfristig getan werden muss und der Auffschrei ist groß. Die nackte Zahl so unverschämt hoch, dass noch ein zweites Gutachten her musste, in der Hoffnung, es wird irgendwie billiger.

    Kennt man den Sanierungsstau der übrigen städtischen Gebäude? Aller? Und was passiert, wenn dieser plötzlich bekannt sein sollte? Auch alles schließen? Turnhalle, Schulen, Theater, Bibliothek, am Besten auch Brücken und Straßen? Auf welcher Grundlage wird hier eigentlich berichtet, Herr Thielen?

     
  3. Walter Sobchack

    Alles schon mal gehört lieber Erik und alles wurde damals bei der Entscheidung Kürenz dicht zumachen (weil das Gebäude ja im Vergleich zu anderen so schlecht war !!) und die Kinder in die (na gut nur) 4- zügige Ambrosius Schule zu (ver)schicken, schlicht und ergreifend nicht als Argument gehört.

    Warum sollen diese Argumente jetzt auf einmal beachtet werden, denn diese stellen kein Alleinstellungsmerkmal dar.

    Daher sei es mir gestattet dass mit mir der Wutbürger durchgeht ! Der würde mit dir (wir kennen uns) ebenfalls genau so durchgehen, wenn wir denn mal die Seiten tauschen würden.

    Und wenn euer SozioFixpunkt dann geschlossen ist schick ich dir ’nen Aufnahmeantrag für unseren Klub ok (-:

    Was die Frechheit der Anmeldezahlen angeht so ist das auch gängige Praxis. Das haben wir über mehrere Jahre mitmachen müssen. Willkommen im Klub. Frech ist es m.E. andauernd von über 120 Schüler zu sprechen die faktisch nicht da sind !

    Eine Kosten / Nutzenrechnung muss aufgestellt werden ! Und von mir aus auch eine solche für die anderen Gebäude (Turnhallen die nicht nur von den Schulen genutzt, Theater, Brücken und Straßen) wenn man dann dieses Ranking erstellt hat, kann man demnach auch entscheiden, oder ?

    Sieht zwar nicht gut für Egbert aus, aber wäre ne richtige Herangehensweise, oder ?

     
    • Tanja W.

      Schon wieder so einer, der die Schliessung seiner Grundschule Kürenz nicht verkraften kann, nun Gift und Galle in Richtung aller spuckt, die sich für den Erhalt einer anderen Grundschule einsetzen …… und damit vielleicht auch Erfolg haben.
      Als “Wutbürger” werden Sie, Herr Sobchack, vermutlich alle Statistiken und Medienberichte, die nicht in ihr Weltbild passen, als “Lügen” diffamieren. Der entscheidende Unterschied der Grundschulen Kürenz und Egbert ist, dass der Schulbezirk Kürenz in seinen letzten Jahren gerade so eine einzügige Schule hinbekommen hat und die Prognosen kein Wachstum erkannten. Egbert war und ist 2- bis 2,5-zügig. (Bitte führen Sie jetzt nicht an, dass die tatsächlichen Anmeldezahlen geringer sind. Die Gründe hierfür liegen nicht an den Schülerzahlen, sondern am Zustand, Größe, Entfernung und Erreichbarkeit dieser Schule).
      Verwaltung und Stadtrat waren sich bei den Beratungen zum Schulentwicklungsplan im Prinzip einig, dass einzügige Schulen geschlossen werden, mehrzügige erhalten bleiben. Auch wenn Sie es vermutlich weder glauben noch wahrhaben wollen: DAS IST DER SACHSTAND!

       
  4. Frank Jöricke

    Zur Erinnerung: Bei der Oberbürgermeisterwahl 2014 gewann Wolfram Leibe den Ortsbezirk Mitte-Gartenfeld, obwohl er sich für die Schließung der Egbert-Grundschule aussprach.
    So stark scheinen die Bewohner des Stadtteils also doch nicht an “ihrer” Schule zu hängen.

     
    • Grundschüler

      Die Bewohner des Ortsbezirkes Mitte-Gartenfeld haben sich nicht gegen die Egbert-Grundschule sondern für den besseren OB-Kandidaten entschieden.
      Und wenn Sie schon Wahlergebnisse bemühen: der SPD-Ortsverein hat bei den letzten Wahlen zum Ortsbeirat kümmerliche Ergebnisse eingefahren – gerade weil er sich u.a. nicht eindeutig für den Erhalt der Egbert-Grundschule ausgesprochen hat!

       
    • Hans-Dietrich

      Ach, der Herr Jöricke. Hat er nicht eine zeitlang die Grünen unterstützt und ist dann nach einem Auftrag für eine Wahlkampfkampagne in die CDU eingetreten? Anscheinend hat er wieder die Seite gewechselt.

       
  5. Joachim Baron

    Tolle Ideen, die leider nie umgesetzt werden Herr Thielen. Und wissen Sie warum? Dann müssten ein paar mal richtig was arbeiten . . .

     
  6. Noch-Kein-Wutbürger, aber genervter Enddreißiger - ohne Kinder

    Nur mal so am Rande, es ist extrem lausig wie in Trier mal wieder über eine der Hauptaufgaben eine Kommune diskutiert wird, Kosten-Nutzen-Effekte sind hier alles außer als erstrangig einzustufen.

    Es braucht für Grundschulunterricht ja nicht unbedingt architektonische Meisterwerke. Ich selbst ging in den 1980ern auch nur in eine damals schon alte & kleine Schule und war dennoch in der Lage, danach weiterführende Schule, Uni und so meistern. Aber wenn ich an Grundschulzeit, Gymnasium und dann Unis zurückdenke war v.a. die familiäre KLEINE Grundschule das Idyll meiner Kindheit. Selbst wenn es mehrere Parallelklassen gibt, wichtig ist, dass die Schule eben überhaupt vorhanden und erreichbar ist, immerhin besteht – zu Recht – Schuldpflicht in Deutschland. Es den Kindern und Eltern auch nur irgendwie schwer (egal ob wegen der Erreichbarkeit oder den damit verbundenen Kosten) zu machen jene Schule(n) zu erreichen grenzt an Segregation und hat in unserer Gesellschaftsform nichts verloren.

    Wenn die Kommune ernsthaft Geld sparen will, soll sie das tun, aber tatsächlich nicht bei ihren Pflichtaufgaben.

    Eher dann schon bei freiwilligen Dingen wie Theater (eine rein freiwillige Aufgabe, weit entfernt von Pflicht), ADAC-Rallye (ist ja eh schon weg…) bei den Mitarbeitern (weg mit dem hochpreisig subventionierten Parkplätzen für jene, Mitarbeiter sollen (wie die Kinder) vorrangig zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem ÖPNV zum Arbeitgeber Stadt gelangen. Mitarbeitern aus umliegenden Kommunen den Weg zur Arbeit (in & bei unserer Stadt) co-zufinanzieren ist ein Unding. Und last but not least: Straßenbau, hier wird mehr Geld verpulvert als man sich so vorstellt. Die meisten Straßen sind zur großen Teil doch v.a. Parkplätze. Wieso braucht es dafür die Tiefbaumaßnahmen wie für Straßen? Auch müssten die Straßen keineswegs so breit sein, wie sie in vielen Bereichen sind – das führt nur zu Schnellfahren, Gefahren und weiteren Problemen und “nebenbei” weiteren Unterhaltungskosten.
    Das Argument für Straßen wäre höchstens, dass die Elterntaxis vermehrt durch die Stadt kurven müssen – dieses Argument sollte aber eher zu Rücktritten als zu Kopfnicken führen.

    (Nur so am Rande ich selber habe keine Kinder, habe das auch nicht mehr vor, aber sehe als Bürger UND Steuerzahler UND Teil der Gesellschaft eben schon ein, dass für jene ausreichend gesorgt wird. Anders als Theatergänger oder Autofahrer haben die nur leider eben kein Wahlrecht und sind bekanntlich noch unmündig – aber das darf kein Grund sein, sie durch die Stadt zu treiben…)

     

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