Das vorläufige Ende einer Dienstfahrt

Oberleitungen können bei der Sicht auf Dampfloks so störend sein... Fotos: Rolf Lorig

Oberleitungen können bei der Sicht auf Dampfloks so störend sein… Fotos: Rolf Lorig

TRIER. Eisenbahnromantik pur verhieß eine Reise, die die Eisenbahnfreunde vom Verein “UEF – Historischer Dampfschnellzug” aus Ulm am vergangenen Wochenende von Stuttgart nach Trier führte. Dazu hatte der Verein seine eigene Schnellzuglok vom Typ 01 1066 unter Dampf gesetzt. Über 200 Dampflokfreunde nutzten die Gelegenheit zu einem Ausflug nach Trier. Dass sie bei der Rückfahrt unter Strom stehen würden, wusste zu diesem Zeitpunkt noch keiner der Ankommenden.

Samstag, kurz nach 12 Uhr. Ein langer Güterzug rollt durch den Trierer Hauptbahnhof. In Höhe der Aulbrücke stoppt der von einer E-Lok gezogene Zug. Aus Fahrtrichtung Saarbrücken kommt ihm ein Personenzug mit sechs Waggons entgegen. Es ist kein beliebiger Reisezug, vielmehr handelt es sich um den Sonderzug aus Stuttgart. Die 01 zieht sechs historische Waggons mit rund 210 Fahrgästen an Bord. Die Einfahrt des Zuges in den Hauptbahnhof ist fast schon unspektakulär – wenig Dampf und auch kein Pfeifen.

Das Betriebspersonal Dampflok hatte am Freitag mit dem Anheizen und den Vorbereitungen in Heilbronn im Süddeutschen Eisenbahnmuseum begonnen. Abends war die Lok nach Stuttgart gefahren, von wo aus am Samstag die Fahrt nach Trier begonnen hatte.

Während die Fahrgäste sich einige Stunden in Trier umsehen, soll die Lok in Konz auf dem Gleisdreieck umgesetzt werden, damit sie die Heimfahrt in Fahrtrichtung antreten kann. Doch dazu kommt es nicht. Bei einer Inspektion wird an der Mittelachse der im Jahr 1940 in Dienst gestellten Dampflok ein Lagerschaden entdeckt. Eine Weiterfahrt ist damit ausgeschlossen. In aller Eile wird eine E-Lok organisiert, die den Sonderzug am Nachmittag wieder nach Hause bringen wird. Die 01 wird erst zur Lok-Einsatzstelle auf dem Gelände der DB an der Avelsbacher Straße gebracht, von dort aus später aber wieder verlegt.

So war das nicht geplant: Heimfahrt unter Strom...

So war das nicht geplant: Heimfahrt unter Strom…

‟Der Maschinenschaden an unserer 01 1066 ist ein starker Rückschlag für unseren Verein‟, sagt Burkhard Pick vom Verein “UEF – Historischer Dampfschnellzug e. V.“ gegenüber dem reporter merkbar enttäuscht. Man suche zur Zeit nach einer Lösung, die technisch und logistisch durchführbar und auch finanzierbar sei. Wie lange die Lok ausfallen werde, könne im Augenblick noch nicht gesagt werden. Doch was heißt das genau? ‟Die Ersatzteile sind kein Problem‟, sagt Pick. Für die Reparatur benötige der Verein eine Werkstatt, in der die Achse und das Lager ausgebaut werden können. An benötigten Fachwissen und -können mangele es im Verein nicht. Die Werkstattkapazitäten seien da das Problem.

Die Ulmer Eisenbahnfreunde waren an diesem Wochenende nicht zum ersten Mal in Trier. Die älteste Stadt Deutschlands steht immer wieder auf dem Programm. Was macht die alte Römerstadt als Ziel so interessant? ‟Die Interessante und auch bekannte historische Stadt zieht die Fahrgäste an. Dazu gibt es noch eine schöne Fahrt durch den Pfälzer Wald und eine tolle Route vorbei an Saar und Mosel.”

Jährlich veranstaltet der Verein etwa zehn Tagesfahrten und eine Mehrtagesreise. Auch im Winter steht die Lok unter Dampf. Für richtige Dampffreunde ist das wegen der kalten Teperaturen und der dann deutlich sichtbaren Dampfbildung eine besonders reizvolle Jahreszeit. Im Augenblick plane man Tagesfahrten für Dezember, Februar und März, verrät Burkhard Pick dem reporter. Entsprechende Angebote können im Internet unter schnellzuglok.de eingesehen werden. (rl)


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Erstellt am Autor Rolf Lorig in Featured, Gesellschaft 1 Kommentar

Kommentar zu Das vorläufige Ende einer Dienstfahrt

  1. Werner Messerli

    Hallo an den Verein Uef,ich hoffe die 01 wird wieder fahren so eine schöne lok gehört nicht ins museum

     

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