“Der Mindestlohn wirkt”

"Der Mindestlohn wirkt", sagt Christian Z. Schmitz vom DGB Trier.

“Der Mindestlohn wirkt”, sagt Christian Z. Schmitz vom DGB Trier.

TRIER. “Der Mindestlohn wirkt”, sagt der Geschäftsführer des DGB Region Trier, Christian Z. Schmitz, kurz vor dem ersten Geburtstag der flächendeckenden gesetzlichen Lohnuntergrenze. “Ein Jahr nach Einführung des Mindestlohns stellen wir fest: Er hat vielen Beschäftigten ein kräftiges Lohnplus beschert”, so Schmitz. “Alle, die im Vorfeld der Mindestlohn-Einführung Jobverluste, Unternehmenspleiten und explodierende Verbraucherpreise befürchtet haben, sind inzwischen sehr kleinlaut geworden. Keine der Befürchtungen ist eingetreten. Im Gegenteil: Die Menschen profitieren, den Unternehmen geht es gut!”

Eine DGB-Analyse der Datenlage beim Statistischen Bundesamt vergleicht das zweite Quartal 2015 mit dem Vorjahreszeitraum. Hier zeigt sich nach Gewerkschafts-Angaben, dass es in Rheinland-Pfalz bei den Löhnen der Ungelernten einen Sprung um 4,8 Prozent nach oben gab (Frauen: 5,1 Prozent). In dieser Zahl seien Minijobs nicht enthalten.

“Insbesondere Frauen, Ungelernte und Beschäftigte in den Dienstleistungsbranchen profitieren von der Lohnuntergrenze”, fasst DGB-Gewerkschaftssekretär James Marsh zusammen. Über alle Branchen hinweg seien in der Region Trier insgesamt 2.914 sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse entstanden. Im Vergleich zum Vorjahreszeitpunkt sei dies eine Steigerung um 1,9 Prozent, so Marsh.

Wer im Vorfeld gewarnt habe, dass durch den Mindestlohn viele Unternehmen in die Pleite rutschen würden, könne durch eine weitere Zahl beruhigt werden: Von Januar bis August 2015 seien bundesweit rund 3,7 Prozent weniger Unternehmensinsolvenzen zu verzeichnen als im Vorjahreszeitraum. Seit der Jahrtausendwende sei das der niedrigste Stand der Unternehmesinsolvenzen, betonen die Gewerkschafter.

“Wir werden weiterhin darauf achten, dass der Mindestlohn wirklich überall ankommt”, versichert Marsh. Deshalb seien engmaschige Kontrollen der Finanzkontrolle Schwarzarbeit unabdingbar: “Das gilt besonders vor dem Hintergrund der Flüchtlingsbewegungen. Flüchtlinge kennen sich mit den hiesigen Gesetzen noch nicht aus. Wenn sie auf den Arbeitsmarkt kommen, benötigen sie Schutz vor Lohndumping und Verstößen gegen das Mindestlohngesetz. Die Kontrollen müssen daher aufgestockt werden. Zusätzlich informiert der DGB die Geflüchteten mit einer neuen Broschüre auf Arabisch, Deutsch und Englisch über Arbeitnehmerrechte.” (tr)


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