Dezernenten-Wahl – Garbes soll es machen

Hat beste Chancen, neue Bürgermeisterin in Trier zu werden: Elvira Garbes. Foto: Grüne Köln

TRIER. Faustdicke Überraschung am Montagabend: CDU und Grüne nominieren Elvira Garbes als gemeinsame Kandidatin für die Wahl am 6. November zur neuen Sozialdezernentin. Die 61-jährige Jugendamtsleiterin aus Bornheim hat damit beste Chancen, Nachfolgerin von Angelika Birk (Grüne) zu werden. Garbes habe sich “kompetent, erfahren und auch durchsetzungsfähig” präsentiert, sagten die Fraktionsspitzen nach der Entscheidung. Am 2. November wird Garbes sich auf der öffentlichen Mitgliederversammlung der Grünen vorstellen. Ihre Kandidatur hat sie laut Grünen-Fraktionschefin Petra Kewes bereits telefonisch zugesagt.

Auch bei den beiden Journalisten im Rathaus-Hof war die Überraschung groß. David Profit (Grüne) galt nach der Vorstellungsrunde von Samstag als Favorit. Auch für Regina Bergmann (parteilos) schienen die Chancen gut zu stehen. Doch nun haben CDU und Grünen der ursprünglich von der SPD eingeladenen Elvira Garbes den Vorzug gegeben. Warum? “Weil sie die beste Bewerberin war”, betonte Reiner Marz, Fraktionsvize der Grüne. Auch bei der Union hatte Garbes laut Parteichef Udo Köhler einen “hervorragenden Eindruck hinterlassen”.

Für David Profit ist der Traum, wie schon vor vier Jahren in Bad Kreuznach, ausgeträumt. Foto: privat

“Sie ist sehr kompetent, verfügt über ein fundiertes Wissen, ist verwaltungserfahren und offensichtlich auch sehr durchsetzungsfähig”, sagte Köhler. Dass die Grünen die 61-jährige Jugendamtsleiterin nicht zum Bewerbungsgespräch eingeladen hatten, begründete Marz mit einem “kommunikativen Missverständnis”. “Da ist im Vorfeld etwas schiefgelaufen.” Garbes’ Alter habe bei der Entscheidungsfindung keine Rolle gespielt, betonte Kewes. “Das war überhaupt kein Thema für uns.”

“Wie wir uns entschieden haben, beweist vor allem, dass wir eben nicht festgelegt waren, wie das so oft fälschlich kolportiert wurde”, sagte Grünen-Stadtrat Bernhard Hügle. “Elvira Garbes hat uns überzeugt, und deswegen haben wir uns für sie entschieden.” Ähnlich äußerte sich Köhler: “Auch wir sind von Frau Garbes überzeugt worden.”

Die UBT-Fraktion hat hingegen laut Stadtrat Hermann Kleber den Trierer Jugendamtsleiter Carsten Lang vorgeschlagen. “Für uns der eindeutig beste Kandidat”, sagte Kleber. Die AfD hat sich laut Parteichef Michael Frisch ebenfalls auf Garbes festgelegt. “Für uns ist sie zweifellos die beste Kandidatin, und außerdem möchten wir weiter eine Frau im Stadtvorstand vertreten sehen”, so Frisch.

Bei der SPD ist Montagabend laut Fraktions- und Parteichef Sven Teuber noch keine Entscheidung gefallen. “Wir müssen noch beraten, wie wir uns jetzt entscheiden”, sagte Teuber. Gleiches gilt für die FDP. “Auch wir werden nun noch einmal beraten. Derzeit haben wir noch keine Entscheidung getroffen”, sagte Liberalen-Chef Tobias Schneider. Von der Links-Fraktion gab es am Montagabend noch keine Stellungnahme.

Garbes hat damit beste Chancen, Nachfolgerin von Angelika Birk als Sozialdezernentin und Bürgermeisterin zu werden. “Die Frage, ob die Fraktionsmitglieder Elvira Garbes am 6. November wählen werden, ist in beiden Fraktionen einstimmig mit ja beantwortet worden”, sagten Marz und Köhler unisono. Bei der CDU fehlten drei Mitglieder bei der Sitzung am Montagabend. “Aber mit denen haben wir telefoniert”, so Köhler. (et)

Extra

Elvira Garbes stammt aus Wallenborn bei Daun. Sie ist Mutter von drei Kindern und Großmutter eines Enkelkindes. Ihr erstes Studium schloss sie 1978 als Diplom-Sozialarbeiterin ab, danach folgte ein zweites Magister-Studium in den Fächern Soziologie, Erziehungswissenschaften und Psychologie. Schwerpunkte ihres Studiums waren Randgruppen der Gesellschaft und die Benachteiligung von Frauen in Führungspositionen. Seit 1979 ist Garbes ununterbrochen in ihrem Beruf in unterschiedlichen Positionen beschäftigt. Aktuell leitet sie das Amt für Kinder, Jugend und Schule mit 160 Mitarbeitern in Bornheim. (tr)


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Erstellt am Autor Eric Thielen in Featured, Politik 1 Kommentar

Kommentar zu Dezernenten-Wahl – Garbes soll es machen

  1. Heinz Bach

    Bei aller Kompetenz die Frau Garbes sicherlich hat, am Ende der regulären Amtszeit ist die Dame dann fast 70 Jahre alt. Es hätte doch sicherlich auch geeignete Kandidaten gegeben die nicht schon im Rentenalter sind?

     

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