Die größte mobile Parklandschaft der Welt in Trier

Fühlen sich sichtlich wohl auf dem Flying Grass Carpet: Helena Ernst mit Josefa, Fabian Lürenbaum und Anaïs Bourgais. Fotos: Rolf Lorig

TRIER. Die Moselstadt ist seit dem heutigen Mittwoch um eine, wenn auch temporäre, Attraktion reicher. Auf dem Viehmarktplatz ist dank dem Einsatz der gemeinnützigen Kulturkarawane die größte mobile Parklandschaft der Welt, der Flying Grass Carpet, gelandet. Ein Kunstrasenteppich, der zum Verweilen und Entspannen einlädt, auf dem sich aber auch bis einschließlich Sonntag, 26. August, eine Menge ereignen wird.

Jochen Leuf strahlt. Gerade hat der Sprecher der Kulturkarawane von seinem Mitarbeiter Viktor erfahren, wie die Menschen während der Aufbauphase auf das wachsende Grün reagiert haben. Viktor musste sich sogar neue Flyer besorgen, die man ihm förmlich aus den Händen gerissen habe. Das Interesse sei sehr groß gewesen, berichtet Viktor, der den Aufbau der mobilen Parklandschaft mit der Videokamera festgehalten hat. Einige hätten es sich nicht nehmen lassen, den Kunstrasenplatz auch zu begehen.

Helena Ernst hat mit ihrer kleinen Tochter Josefa derweil schon mal am Rand des Grüns Platz genommen. Begleitet wird sie von ihrer Freundin Anaïs Bourgais und Fabian Lürenbaum. Die kleine Josefa ist offensichtlich heilfroh, der Enge des Kinderwagens entkommen zu sein. Fröhlich spielt sie auf dem Kunstrasenteppich. “Man sitzt hier angenehm weich”, stellt Helena Ernst fest und beobachtet zufrieden das Spiel ihrer Tochter. Fabian Lürenbaum gefällt die Weite der Fläche: “Hier können nicht nur kleine Kinder ideal krabbeln und spielen”, stellt er mit einem Augenzwinkern fest. Und auch Anaïs Bourgais hat sich längst mit der Fläche angefreundet: “Das hier lädt zum Sitzen und Verweilen ein.”

Jochen Leuf weiß ganz genau, wovon die jungen Leute sprechen. Er hat den Flying Grass Carpet vor acht Jahren erstmal erlebt. “Ich war vom ersten Moment an von diesem Projekt begeistert. Die Menschen betreten die grüne Fläche, lassen sich nieder, und man kann beobachten, wie sie von einem Moment zum anderen entspannen und lachen.” Mit seiner Band ist Leuf bereits zweimal auf dem Teppich aufgetreten, einmal sogar in Istanbul. Am letzten Tag des Teppichs in Trier soll es einen weiteren Auftritt geben, verrät er schmunzelnd.

Auf 900 Quadrartmetern bietet die mobile Parkanlage bis zum 26. Augiust Kunst, Kultur und Musik.

Barrierefreiheit total – auch im Toilettenwagen

Doch bis dahin ist es noch lange hin. Offiziell eröffnet wird die Fläche am Freitag mit einem großen Picknick: “Wer mag, kann sein eigenes Picknick mitzubringen oder an unserer ‘Klein Anders’-Bar und der Viehmarkt-Wirte-Theke kühle Getränke und kleine Snacks genießen”, kündigt Leuf an. Und natürlich wird es bei freiem Eintritt auch Musik geben: “Neben wunderbaren Singer-Songwritern wie zum Beispiel Miriam Moczko und Coert de Boe wird auch das Bundesjugendorchester mit einem kleinen Teaser beeindrucken”, ist sich der Organisator sicher. Das alles ist aber erst der Auftakt zu einer ebenso abwechslungsreichen wie entspannenden Veranstaltungsreihe, die − immer bei freiem Eintritt − Kindern und Erwachsenen jede Menge Höhepunkte bietet und selbst vor einer Weinprobe nicht zurückschreckt. Das genaue Programm haben die Veranstalter im Netz verankert, nachzulesen ist es unter diesem Link.

Etwas ist Jochen Leuf ganz wichtig: “Der Flying Grass Carpet ist für alle da, auch für Menschen mit Behinderungen. Wir haben das ganze Programm drumherum barrierefrei gestaltet und selbstverständlich gilt diese Barrierefreiheit auch für die Toilettenwagen.”

Etwas aber interessiert noch zum Schluss: Musste die Kulturkarawane sehr für ihr Projekt kämpfen? Jochen Leuf überlegt einen Moment, dann stiehlt sich wieder ein Lächeln in sein Gesicht. Na ja, räumt er ein, an der ein oder anderen Stelle habe es schon einer großen Überzeugungsarbeit bedurft. Dafür aber sei es an anderen Stellen wieder leichter gegangen. An dieser Stelle möchte der sich dann aber doch noch bei einzelnen Unterstützern bedanken: “Ohne die finanzielle Hilfe von ProMusik, JTi Trier und dem Mosel-Musikfestival, dem Verein zur Förderung des Jubiläumsprogramms des Karl-Marx-Jahres in Trier e.V sowie des Kultursommers Rheinland-Pfalz hätten wir dieses Projekt nicht stemmen können.” (-flo-)


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Erstellt am Autor Rolf Lorig in Featured, Gesellschaft 1 Kommentar

Kommentar zu Die größte mobile Parklandschaft der Welt in Trier

  1. Stephan Jäger

    Bleibt ja denn nur, zu hoffen, dass die Ungers-Erben nicht wieder klagen.

     

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