Zurlaubener Heimatfest – Alles ist möglich

Wie eine klaffende Wunder präsentiert sich der Hang vor den alten Fischerhäusern dem Blick des Betrachters. Fotos: Rolf Lorig

TRIER. Einer der Höhepunkte im Trierer Veranstaltungskalender ist das Zurlaubener Heimatfest: Abertausende Menschen kommen alljährlich in das kleine Fischerdorf, um hier in romantischer Umgebung vier Tage ausgiebig zu feiern. Doch ob Veranstalter und Gäste des Festes auch in diesem Jahr auf ihre Kosten kommen werden, steht nach reporter-Informationen wegen der umfangreichen Bauarbeiten am Hochwasserdamm und Uferbereich noch in den Sternen. Noch in den Osterferien werden die Veranstalter im Gespräch mit der Stadt entscheiden, ob und wie das Zurlaubener Heimatfest stattfinden wird.

Von Rolf Lorig

Der Blick erinnert an eine große, klaffende Wunde. Wer von der Hochschule her kommend, die Mosel über die Kaiser-Wilhelm-Brücke überquert, dem präsentiert sich Zurlauben mit seinen Bauarbeiten am Hochwasserschutzdamm und Uferbereich. Das Szenario, das sich derzeit dem Auge bietet, gibt nicht gerade Grund zur Annahme, dass bis zum 7. Juli die Arbeiten so weit abgeschlossen sein werden, dass beim diesjährigen Zurlaubener Heimatfest die gleiche Menschenmenge wie in den vergangenen Jahrzehnten hier ihren Platz finden kann und wird.

Vorsichtiger Optimismus

Durchfahrt verboten: Keine gute Voraussetzungen für die Zurlaubener Wirte.

Als der reporter vor einigen Wochen Baudezernent Andreas Ludwig (CDU) zum ersten Mal auf die Situation angesprach, zeigte der sich überrascht. Er gehe davon aus, dass die Bauarbeiten rechtzeitig beendet sein würden, sagte er, versprach aber, sich genauer zu informieren. Ein paar Tage später musste er ein Stück zurückrudern. Jetzt sprach der Baudezernent nur noch von “vorsichtigem Optimismus” und suchte vorsorglich auch gleich das Gespräch mit den Wirten. Der Grund: Selbst wenn man mit den Arbeiten rechtzeitig fertig werden würde, die neu eingesäten Hangflächen würden den Besuchern dann vermutlich noch nicht zur Verfügung stehen. Und auch die Parkplatzfläche an der ehemaligen Kabinenbahn, die beim Zurlaubener Heimatfest von den Fahrgeschäften genutzt wird, könnte von den Schaustellern ebenfalls nicht genutzt werden.

Zwischendurch informierte sich nach einem Bericht der “Landeszeitung Rheinland-Pfalz” der Präsident der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord, Ulrich Kleemann, bei einem Ortstermin über den Fortgang der Arbeiten. Zwar obliegen Planung und Bau von Hochwasserschutzanlagen an der Mosel normalerweise der SGD Nord, die Bauherrenschaft wurde in diesem Fall aber vom Land auf die Stadt Trier übertragen. Dem Bericht der Landeszeitung zufolge sei es so möglich gewesen, die Synergieeffekte aus der Deichsanierung und der städtebaulichen Gestaltung optimal zu nutzen. Interessant war hier der Hinweis auf die Fertigstellung des ersten Bauabschnittes zwischen der Kaiser-Wilhelm-Brücke und der Jugendherberge: Laut der Landeszeitung ist diese für Ende 2017 vorgesehen.

Treffen in den Osterferien soll Entscheidung bringen

Der Blick auf den Parkplatz zeigt, dass dieser als Lagerstätte für die Materialien der Bauarbeiten genutzt wird.

Auch Baudezernent Andreas Ludwig blieb in der Zwischenzeit nicht untätig. Am 30. März beraumte er ein Treffen mit Veranstaltern und Gastronomen an, das er im Nachgang als “sehr konstruktiv” bezeichnete. Aufbauend auf diesem Gespräch, wurde dann die Situation mit Polizei und Feuerwehr diskutiert, wobei Einschränkungen und Risiken im Fokus standen. Am Ende vereinbarten alle Beteiligten ein weiteres Treffen in den Osterferien, bei dem das weitere Vorgehen definitiv beschlossen werden soll. Ludwig: “Die Veranstalter müssen sich auf der gegebenen Basis jetzt  einigen, ob und wie sie das Fest durchführen.”

Karl Schmelzer, der Sprecher der Zurlaubener Wirte, ist “noch zuversichtlich, dass die Gespräche zu einem guten Ende kommen werden”. Wie seine Kollegen hofft auch er weiterhin auf einen positiven Ausgang der Situation, sagt er im Gespräch mit dem reporter. Wobei das Wort “Hoffnung” in dieser Runde groß geschrieben werden sollte. Denn zumindest im Terrassenbereich hatten die Wirte darauf gehofft, die Saison noch vor Ostern eröffnen zu können. Diesen Termin habe man wegen der in diesem Bereich noch nicht abgeschlossenen Bauarbeiten aber nicht einhalten können. Diese Tage seien nun verloren, jetzt richteten sich die Blicke auf die Zeit und die Gespräche nach Ostern.


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Erstellt am Autor Rolf Lorig in Featured, Gesellschaft Hinterlasse einen Kommentar

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