Die reporter-Satire – Weekly Visit

Weekly Visit unseres Visitors.

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Der Vistor war wieder am Werk. Diese Woche mit einem Image(dach)schaden der Bundespolizei, Horsts neuen Starkbierkanonen, Gysis Comeback als sein eigener Anwalt, einer schrecklich netten (Staaten-)Familie und einem zu selten grübelnden Verteidigungsministerium.

Montag

Soso. Da hat also ein Beamter der Bundespolizei in Hannover einfach mal so nebenbei ein paar Flüchtlinge gequält, die man vorher in Gewahrsam genommen hatte. Das alleine ist schon eine kaum zu entschuldigende Tat. Nun kommt es vor allem darauf an, wie die Polizei und auch ihre Gewerkschaft mit dem Vorfall umgeht. Um auch sicher alles richtig zu machen, sagt der Landesvorsitzende der Polizeigewerkschaft, Dietmar Schilff, dass nun vor allem die Gefahr eines Imageschadens für die ganze Polizei drohe. Der Mann trägt einen süßen kleinen Ohrring, der ihm samt offenbar toxischen Metallen wohl bis zum Gehirn durchgedrungen ist, anders kann ich mir eine solche Aussage wohl kaum erklären. Ob so etwas noch mal passiert, ist egal. Na klar. Dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden im Sinne der deutschen Gesetze, ist auch egal. Wichtig ist die Abwendung eines Imageschadens der Polizei. Wer so etwas sagt, hat ganz sicher nicht mehr alle Ringe im Ohr oder ist blind und taub gleichzeitig. Herr Schilff, ich kann sie beruhigen. Der Imageschaden wird nicht mehr kommen. Sie haben gerade mit einem Satz das Image ihres gesamten Berufsstandes auf ewig ruiniert. Einmal in Handschellen abführen und gradewegs zur Hirnkur, bitte.

Dienstag

Endlich mal wieder Action. CSU gegen SPD. Ja, sauber! Ich fühle mich an die guten alten Stoiber/Schröder- oder auch Schmidt/Strauß-Zeiten erinnert. Zweitere habe ich leider noch nicht miterlebt, war aber sicher lustig. Die gute alte CSU wirft der SPD und Sigmar Gabriel vor, die BND-Affäre parteipolitisch auszuschlachten. Hat sie selbst ja mit der Guillaume-Affäre im Fall Brandt gar nicht getan. Brandt ist damals zurückgetreten. Merkel und Seehofer sind noch da, so ganz locker Hand in Hand. Merken sie was? Gut, ob Erzengel Siggi da jetzt so poltern sollte, bleibt auch fraglich. Einfach mal Frieden halten? Wäre schön, aber auch schade. Denn das, was da momentan so abgeht, ist super Entertainment. Ich freu mich. Andererseits kommen permanent Hetzplakate gegen die SPD. Da klagen saubere bayerische Bürger unter anderem, dass sie wegen der SPD Zettel ausfüllen müssen oder ihr Minijob in Gefahr ist. Dass die Bayern mit dem Ausfüllen von Zetteln Probleme haben, wissen wir ja seit Uli Hoeneß. Aber so direkt? “Wegen der SPD.” Frontagangriff, Brezelwurf und Starkbierkanone. Wir haben endlich würdigen Ersatz fürs G36 gefunden. Einmal bitte in die Parteizentrale nach München faxen. Der Wahlkampf 2017 wird klasse. Freuen Sie sich auch schon?

Mittwoch

Gregor Gysi, der DDR-Überanwalt, mal als Hauptangeklagter. Läuft beim Generalstaatsanwalt Lutz von Selle in Hamburg. Ist nur bisher leider nicht dazu gekommen, weil der zuständige Beamte sich weigert, sozusagen Verweigerung von bürokratischer Beamterei. Ein schwerer Straftatbestand, vor allem in Deutschland, wie wir alle wissen. Haha. Es geht mal wieder um Gysis Stasigeschichte. Nicht deswegen soll Gysi angeklagt werden, sondern weil er dazu eine falsche eidesstattliche Versicherung abgegeben haben soll. Übersetzt: Wir klagen den Dieb nicht wegen Diebstahls an, sondern weil er schwört, dass er nicht geklaut hat. Ist nur ein Beispiel. Keine Angst, ihr Trabbi ist sicher vor Gregor. So was wäre tatsächlich “Unter seiner Würde”. So kommentierte er den Verdacht zu seiner Stasimitarbeit. Falls es am Ende doch zu einer Anklage kommt, kann Gysi sich ja selbst verteidigen. Hat ja früher ganz gut geklappt, warum nicht heute auch? Also Gregor: Banane zum Frühstück, Gürtel an, Glatze polieren und auf gehts. “Fakten, Fakten, Fakten und immer an den Leser”….ähhhhhhh….Richter denken. Glückauf.

Donnerstag

Neuer Name beantragt. Schindler wird Hase; er weiß von nichts...

Neuer Name beantragt: Schindler wird Hase; er weiß von nichts…

Falls ich mich in diesem Absatz vertippen sollte, bitte sehen Sie es mir nach. Ich habe gerade einen Lachanfall, aus dem ich so leicht nicht mehr herauskomme. BND-Chef Schindler hat heute vor dem NSA-Untersuchungsausschuss des Bundestages folgenden Satz gesagt: “Wir sind abhängig von der NSA, nicht umgekehrt.” Lachgrund Nummer eins: Er hat recht, zweifellos. Aber kann man überhaupt einen Untersuchungsausschuss gegen jemanden abhalten, von dem man abhängig ist? Geht das? Falls ja, wäre das ein richtiger Jackpot für alle Arbeitnehmer. Wenn meinem Chef der Stift herunterfällt, halte ich gegen ihn einen Untersuchungsausschuss ab. Er wird sich freuen und mir sagen: “Sie sind ab heute mein Lieblingsmitarbeiter.” Nicht. Er wird mich feuern. Und was passiert wenn die NSA uns feuert? Richtig. Sie “rügt” uns, wir sind weiter schön abhängig und die US-Behörde spioniert weiter. Jobsu… entschuldigen Sie, internationale Partnersuche ist halt heutzutage leider nicht mehr so einfach. Lachgrund Nummer zwei: Angela Merkel hat mal gesagt: “Ausspähen unter Freunden, das geht gar nicht!” Gleichzeitig weiß sie, dass wir von der NSA abhängig sind. Welchen Wert hat also ihr Satz? Keinen, er ist eine Phrase. Und was würde der NSA-Chef jetzt sagen? “Na, heul’ doch”. Werden wir nicht. Wir lassen uns lieber weiter ausspionieren, und unsere Kanzlerin bleibt weiter die beliebteste Politikerin im Land. Saubere Lösung. Maximale Nutzung unseres Verdurstens. Der Satz ging eigentlich irgendwie anderes. Glaub’ ich.

Freitag

Zum Abschluss der Woche noch ein Knaller. Das Verteidigungsministerium arbeitet offenbar an einem Plan, zusammen mit Frankreich ein Nachfolgemodell für den deutschen Panzer Leopard II zu bauen. Deutschland und Frankreich bauen Panzer zusammen. Soso. Und die Grünen überdramatisieren mal wieder maßlos und merken an, ein solchen Vorhaben folge der Logik des Kalten Krieges. Ist klar. Weil Deutschland es ja so mit Waffen hat. Ich schlage offizielle den Namen P36 für das neue Fahrzeug vor. Vielleicht erwärmt er sich ja mit Hilfe der Franzosen nur, anstatt ganz zu überhitzen. Wenn er dann noch auf vier Meter genau schießt, passt alles perfekt. Also. Anstatt sich nach den Skandalen über Waffen der deutschen Armee mal eine Auszeit zu gönnen, arbeitet Flintenuschi schon an der nächsten Blamage. Die Franzosen bauen zwar mit und kassieren natürlich schön unsere Steuergelder für ihren teuren Rotwein ab, ob sie das Teil dann am Ende auch selbst nutzen, wage ich zu bezweifeln. Franzosen wollen ja, wenn es ankommt, treffen. Ihre besten Freunde bei Käse und Wein, aber auch ihre Ziele. Die Neuigkeit geht aus dem Bericht des Verteidigungsstaatssekretärs Markus Grübel an den deutschen Bundestag hervor. Welche passender Name. Sowohl bringt das Vorhaben mich ins grübeln, warum wir die Franzosen bei solchen Körperverletzungen wie Schneckensuppe und Froschschenkeln jetzt noch finanziell unterstützen. Zum anderen sollten Markus und Uschi auch selbst mal etwas grübeln.

Einen grübelverlorenen Sonntag wünscht
The Visitor ML


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Erstellt am Autor trier reporter in Featured, Meinung Hinterlasse einen Kommentar

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