Die reporter-Satire – Weekly Visit

Weekly Visit unseres Visitors.

Weekly Visit unseres Visitors.

Der Visitor ist wieder da. Der Montag gehört der Trauer. Den Rest der Woche beschäftigt er sich mit Ärzten, die sich selbst für überflüssig halten, Joachim (Hasch-)Pfeiffer, Merkels totaler Unlust in der BND/NSA-Affäre und Claudia Roth, die auf weitaus jünger macht, als sie eigentlich ist.

Montag

Dieser Montag ist kein Tag für Satire. Schon gar nicht in Trier. Aus Respekt vor den Ereignissen des heutigen Tages fasse ich mich kurz. Bei Waldrodungen am Roten Felsen in Trier-Pallien wurden die sterblichen Überreste der seit 2007 vermissten Studentin Tanja Gräff gefunden. Nun ist es traurige Gewissheit, dass sie nicht mehr unter uns weilt. Ob es ein Unfall war oder eine Gewalttat, ist bisher ungewiss. Gewiss ist aber: Der Fall beschäftigte unsere Stadt über die Jahre immer wieder, niemand hat die junge Frau je wirklich ganz vergessen. Ich denke, ich spreche im Namen aller Triererinnen und Trierer wenn ich sage: Tanja, wir vermissen dich. Deiner Familie gehört in dieser Stunde unser aller Beileid und Mitgefühl.

Dienstag

Es ist also wieder soweit. Eine der bestverdienensten Berufsgruppen der Bundesrepublik macht erneut eine richtig fette Nörgelwelle: die Ärzte. Ihr Präsident Frank Ulrich Montgomery protestiert auf dem 118. Ärztetag unter anderem gegen die Termingarantie und Praxis-Zwangsaufkäufe. Das lustige Teil eins: Der Tag wird in der Frankfurter Paulskirche mit dem Song “I dont need no doctor” von Ray Charles eröffnet. Ich schreibe dann für die nächste “Wer wird Millionär”-Sendung einfach mal “We dont need no Günther”, oder, für den nächsten Besuch des US Präsidenten, “We dont need no Barack”. Ich bin sicher, die Herren Jauch und Obama freuen sich und fühlen sich warm empfangen. Im Ernst: Wie kann man das eigene Gipfeltreffen mit einem Song eröffnen, der einen selbst für überflüssig erklärt? Saubere Medizinerlogik. Ich hoffe ich hab’ nie eine Fuß-Op, sonst denkt der Arzt noch: “Na ja, was soll’s, he doenst need no heart, rausnehmen Schwester”. Üble Nummer. Das lustige Teil zwei: Im Gegensatz zu Mr. Kontaktlinse, Rosi Rösler, oder Daniel Bahr(e) nimmt Hermann Gröhe, der aktuelle Gesundheitsminister, das Gejammer nicht so wirklich ernst. Lieber sollen sich die Mediziner gegenseitig die Köppe einhauen. Sie können sie ja auch gleich gegenseitig wieder zusammenflicken. Wie praktisch. Eigentlich müssten die Damen und Herren ja jetzt Regierungsumtausch fordern. Erst schön gewählt und geholfen, und dann sagt Gröhe: “ÄÄÄÄÄÄÄTSCH”. Tja, Freunde, jetzt wisst ihr mal wie der Rest des Fußes …ääääähhhh….Wahlvolkes sich sein ganzes Leben lang fühlt. Operation geglückt. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Mittwoch

Dann werden wir wohl 2017 eine schwarz-grüne Koalition kriegen. Wie ich darauf komme? Na ja, also wenn die CDU anfängt, Gras legalisieren zu wollen und die Grünen in diesem Vorhaben unterstützt, dann muss da wohl was gebacken sein. Joachim Pfeiffer, CDU-Bundestagsabgeordneter aus Baden-Württemberg, gibt den Grünen in dieser Forderung jetzt ganz offiziell und öffentlich seine Unterstützung. Wie das wohl seine Parteikollegen finden? Wirkt fast so, als hätte Pfeiffer das “R” am Ende seines Namens mal kurz vergessen und dann, entspannt auf dem Bundestagsklo oder auf Cem Özdemirs Terrasse, selbige benutzt. Also wenn das Adenauer wüsste, der wäre wohl alles andere als begeistert. Das Beste ist aber sein Grund: Pfeiffer will durch die Kiffer Steuern einnehmen. Frei nach dem Motto: Wenn ihr euch schon das Hirn wegraucht, will ich wenigstens was von der Kohle abhaben. Ist ja nur gerecht. Und das Mindeste. Also bitte. Die Idee ist ja ganz gut, Hasch zu entkriminalisieren und so eventuell in den Griff zu bekommen. Aber das mit Steuern zu begründen? Na, dann lasst uns doch auch Koks legalisieren. Ist teurer, gibt mehr Steuern. Oder in Zukunft Bankräuber ihren Gewinn versteuern lassen. Durch so eine Art Selbstanzeige mit Straffreiheit. Den Rest der Kohle können sie dann sauber versteuert behalten. Das gehört zum guten Ton, finde ich. Was meinen Sie?

Donnerstag

Na, wer wird denn wohl - den Sand in den Kopf stecken...? Das war doch dem Lothar sein Spruch!

Na, wer wird denn wohl – den Sand in den Kopf stecken…? Das war doch dem Lothar sein Spruch!

Geht es nach der Bundeskanzlerin, ist die NSA-Affäre ja seit 2013 beendet. Selbst wenn: Wir haben ja jetzt eine neue. NSA 2.0 sozusagen. Der BND soll der NSA beim Ausforschen von europäischen Unternehmen und Politikern geholfen haben. Das alles kommt jetzt ans Licht. Noch schlimmer: Abgeordnete sollen Dokumente aus dem NSA-Untersuchungsausschuss an die Presse gegeben haben. Sowohl Unions-Fraktionschef Kauder als auch BND-Chef Maaßen halten das für ein unmögliches Verhalten. Ehm ja. Auf deutsch: Unser Nachrichtendienst baut jahrelang Scheiße und nun ist es schrecklich, dass wir alle von dieser Scheiße erfahren. Ist klar. Und der Fehler liegt bei denen, die es uns erfahren lassen. Logo. Und was macht Merkel? Sie hatte ja mal umfassende Aufklärung versprochen. Nichts. Rein gar nichts. Einfach weiter versuchen, das Ganze zu vertuschen. Und wie reagieren die Bürger? Auch nicht, zumindest nicht so laut wie angemessen. Die Angie macht das schon. Au weia. Man darf doch mal gespannt sein, ob da in den nächsten Monaten noch Bewegung reinkommt. Wenn die 68er damals so gedacht hätten, wäre Merkel nicht Kanzlerin, sondern hinter irgendeinem Herd in der Ueckermark. Wohl bekomm’s.

Freitag

Nach unzähligen heute Show-Auftritten sowie als sehr gefragte Gaglieferantin für sämtliche Satiriker erfahren wir heute ein weiteres Datail über Claudia Roth. Die Dame, die immer so auf jung und frisch macht, immer in Bewegung zu sein scheint und für die die ZDF-Freitagabendsatire eine Art eigenen Haartanz erfunden hat, wird 60. Herzlichen Glückwunsch, Claudia. Feier’ dich und lass’ es krachen. Moment mal. Mit 60 immer noch bei den Grünen ganz vorne dabei? Die Partei wollte doch damals so jung sein, den “Alten Herren” (und natürlich auch Damen) ihre Ränge streitig machen und das verstaubte System aufmischen. Mittlerweile sind die Grünen selbst angestaubt, koalieren sogar mit der CDU, wofür sie sich in den 80ern selbst erschossen hätten und finden das alles überhaupt nicht peinlich. Daraus folgt: Entweder Claudia hält sich ganz offensichtlich nicht an ihr eigenes Credo. Oder, noch viel schlimmer: Die Partei findet keinen wirklich guten Nachwuchs. Das Ganze ist mindestens genauso peinlich wie whiskeysaufende, von ewiger Jugend singende Rocker im Alter von 85 Jahren. Also ich finds irgendwie lustig. Und ihr?

Einen abgestaubten Sonntag wünscht
The Visitor ML


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Erstellt am Autor trier reporter in Featured, Meinung Hinterlasse einen Kommentar

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