Die Simons aus Schabbach sind jetzt digital

Das Wohnhaus und die Schmiede der Simons im fiktiven Hunsrückort Schabbach. Foto: Wiki

Das Wohnhaus und die Schmiede der Simons im fiktiven Hunsrückort Schabbach. Foto: Wiki

MAINZ. Wer kennt sie nicht? Mit dem Simons Paul, der Maria, dem langen Eduard, der Katharina und dem Mathias, den Wiegands und dem Glasisch Karl im fiktiven Hunsrück-Dorf Schabbach hat Edgar Reitz in der “Heimat” Filmfiguren für die Ewigkeit geschaffen. Jetzt ist die Restaurierung der ersten Chronik abgeschlossen. “Edgar Reitz hat dem Hunsrück und seinen Bewohnerinnen und Bewohnern mit seinen Heimat-Filmen weltweit einen Platz in der Filmgeschichte gesichert”, betonen demnach Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Ministerin Vera Reiß im Vorfeld der ersten exklusiven Präsentation der restaurierten digitalen Kinofassung von “Heimat – Eine deutsche Chronik, ein Film in elf Teilen von Edgar Reitz” in Deutschland am 7. und 8. Februar im Frankfurter Hof in Mainz. Die Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur hat die fast fünfjährige Restaurierung des ersten Teiles von Edgar Reitz‘ Heimat-Trilogie “Heimat – Eine deutsche Chronik” gemeinsam mit der Kulturstiftung des Bundes mit insgesamt 136.000 Euro unterstützt. Rechtzeitig zum 30. Jubiläum der Erstaufführung wurde nun das umfangreiche Restaurierungsprojekt erfolgreich beendet.

Edgar Reitz, 1932 geboren im Hunsrück, gehört zu den renommiertesten deutschen Regisseuren der Nachkriegszeit. Bekannt geworden ist er vor allem als Regisseur der Heimat-Trilogie, eines umfassenden Historien-Dramas, das im Hunsrück spielt und sich mit der deutschen Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts am Beispiel einer verzweigten Familiengeschichte auseinandersetzt. “Edgar Reitz hat mit seinen Heimat-Filmen ein Jahrhundert-Werk geschaffen. Seine Chronik behandelt – ausgehend vom Hunsrück – eindrucksvoll das Thema Heimat in einer globalisierten Welt. Und dabei gilt ‘Heimat – Eine deutsche Chronik’ im In- und Ausland als das filmische Schlüsselwerk zur jüngeren deutschen Geschichte. Weltweit hat er höchste Anerkennung dafür erhalten.

Edgar Reitz (links) der Schöpfer der Hunsrück-Chronik "Heimat". Foto: ER

Edgar Reitz (links), der Schöpfer der Hunsrück-Chronik “Heimat”. Foto: ER

Um den 1984 erschienenen, ersten Teil der Trilogie langfristig zu bewahren und mit modernster Technik für das heutige Kino aufzubereiten, hat die Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur die Restaurierung des Film-Epos mit all seinen elf Teilen finanziell gefördert. “Noch genau eine einzige Kinokopie von Heimat I in schlechtem Zustand existierte, als sich die Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur 2009 entschied, die Restaurierung des Jahrhundertwerkes zu unterstützen”, erklärte Kulturministerin Reiß und berichtete, dass Edgar Reitz gemeinsam mit seinem Sohn, Kameramann Christian Reitz, die künstlerische Leitung der Restaurierung persönlich übernommen habe. “Nun können wir den zahlreichen Anfragen von Film-Festivals und Kultureinrichtungen nach neuen Kopien von ‘Heimat – Eine deutsche Chronik’ I nachkommen und noch vielen Generationen ein wichtiges Lehrwerk der deutschen Geschichte zur Verfügung stellen.” Die Förderung der Restaurierung sei sowohl aus kultur- als auch bildungspolitischer Sicht bedeutend gewesen, denn so sichere man das Lebenswerk des wohl bedeutendsten rheinland-pfälzischen Filmemachers und gleichzeitig auch ein Stück deutscher Geschichte.

Um seine frühen Filme vor dem Verfall zu retten, hatte die Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur Edgar Reitz 2007 bis 2009 bereits mit 300.000 Euro bei der Restaurierung von zwölf Spiel-, Kurz-, Dokumentar- und Experimentalfilmen unterstützt. “Heimat – Eine deutsche Chronik” feierte auf den Filmfestspielen von Venedig im Frühjahr 1984 Premiere. Der insgesamt 16-stündige Film erhielt auf Anhieb großes Lob und den begehrten internationalen Kritikerpreis. Die von der ARD im Herbst 1984 ausgestrahlte elfteilige “Heimat”-Fernsehfassung wurde mit zehn Millionen Zuschauern im Schnitt zu einem überwältigenden Erfolg. Seit 1984 haben mehr als 100 Millionen Zuschauer in aller Welt den ersten Teil der Hunsrück-Saga gesehen. Die Drehorte im Hunsrück erlebten bereits mit dem ersten Teil der Heimat-Trilogie einen touristischen Ansturm. Auch der 2013 mehrfach prämierte und von der Kulturstiftung geförderte Kinofilm “Die andere Heimat” von Edgar Reitz wird Anfang Februar 2015 im Frankfurter Hof als Auftakt zur Präsentation der restaurierten Kinofassung von “Heimat I” am 7. und 8. Februar 2015 zu sehen sein. (tr)

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Erstellt am Autor trier reporter in Featured, Kultur 1 Kommentar

Kommentar zu Die Simons aus Schabbach sind jetzt digital

  1. Jens Voigt

    Weitere Infos zu HEIMAT auf http://www.Heimat-Fanpage.de

     

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