“Ein perfektes Baustellenmanagement” am Fluss

Mit Pinsel und Farbe unterstützt die Staatsministerin die Arbeit von Laurent Steinmeyer (links daneben). Baudezernent Andreas Ludwig (rechts) verfolgt das Wirken mit Argusaugen. Fotos: Rolf Lorig

TRIER. Mit einem kleinen Festakt wurde der Zurlaubener Uferbereich am Samstag offiziell neu eröffnet. Knapp zwei Jahre lang war der marode Hochwasserschutzdeich erneuert und ertüchtigt worden. Insbesondere für die dort ansässigen Wirte war das eine harte Zeit. Jetzt aber, nach der Beendigung der Bauarbeiten in diesem Bereich, ist der Zuspruch groß. Die Arbeiten hätten dem alten Fischerdorf gutgetan, so die einhellige Meinung von Gästen und Anwohnern.

Einer, der das an diesem Morgen in klare Worte fasste, war Oberbürgermeister Wolfram Leibe. Es tue einfach gut, das fertige Ergebnis zu sehen, sagte er und stimmte dann das Lied des Dankes an. Das Land Rheinland-Pfalz, an diesem Morgen repräsentiert durch Umweltministerin Ulrike Höfken, war der erste Adressat. Schließlich hatte von den 4,5 Mio. Euro für die wasserbaulichen Maßnahmen Höfkens Ministerium 90 Prozent der Kosten übernommen. Leibes Dank galt weiter Baudezernent Andreas Ludwig, der zusammen mit seinem professionellen Team “ein perfektes Baustellenmanagement” betrieben habe. Worte des Dankes gingen aber auch an die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord, die ADD, an die SWT und nicht zuletzt an die ausführenden Firmen Joh. Wacht und Bauer Spezialtiefbau. Allen Beteiligten attestierte der OB “eine sehr gute Zusammenarbeit” bei der “großen Komplexität” der Bauarbeiten.

Eine dauerhafte Veranstaltungsbühne gegenüber der Freitreppe für Konzerte und Theater

Für das Stadtoberhaupt ging mit dieser Maßnahme auch ein persönlicher Wunsch in Erfüllung. Zwar müsse der Deich in erster Linie als Schutzmaßnahme gesehen werden, für die Trierer und ihre Gäste sei die Mosel als Naherholungsgebiet jetzt aber noch attraktiver und die “Stadt am Fluss” ein gutes Stück weit real geworden.

Und in diesem Zusammenhang kündigte der Oberbürgermeister eine dauerhafte Veranstaltungsbühne gegenüber der neuen Freitreppe an, die an dieser Stelle Konzerte oder Theateraufführungen möglich machen soll. Wie das später klingen könnte, veranschaulichte an diesem Morgen das Manfred-Nink-Trio.

Bürger und Kommunalpolitiker verfolgen auf der neuen Freitreppe die Ansprache von Ministerin Höfken.

Gefallen an der Baumaßnahme fand auch Staatsministerin Ulrike Höfken, die ebenfalls allen Beteiligten für die gelungene Ausführung der Arbeiten dankte. Das Leben am und mit dem Fluss habe sich über die Jahrhunderte verändert, gab sie zu bedenken. Wer früher an einem Fluss gebaut habe, für den sei der Gedanke an ein Hochwasser nicht abschreckend gewesen. Man habe einfach von Anfang an alle wichtigen Bereich in die oberen Etagen verlagert und wenn das Erdgeschoss dann mal nass wurde, habe man es einfach trocknen lassen. Das moderne Leben aber lasse eine solche Betrachtungs- und ´Handlungsweise nicht mehr zu, weshalb man heute hohe Geldbeträge in Deiche und ähnliche Schutzmaßnahmen investieren müsse. Deshalb habe das Land in den vergangenen Jahren bereits über eine Milliarde Euro nur für diese Zwecke investiert.

Das Geld, das für die Sanierung des Hochwasserdamms am Zurlaubener Ufer ausgegeben wurde, sei eine sinnvolle Investition, die den Schutz vor einem 50-jährigen Hochwasser gewährleiste. Wäre man untätig geblieben, hätte das Risiko bestanden, dass bei einem solchen Hochwasser das Wasser bis zur Porta Nigra gereicht habe.

Das Wesentliche ist im Deich verborgen

Ja, bei den Bauarbeiten sei aufgrund der Komplexität der anstehenden Arbeiten schon mal hin und wieder der Mut zur Improvisation erforderlich gewesen, schmunzelte Baudezernent Andreas Ludwig rückblickend. Jetzt aber, da der Schutz perfekt sei, könne man kommenden Hochwassern gelassen entgegensehen. Selbst wenn der Pegel um bis zu neun Meter ansteigen würde, sei immer noch keine Gefahr gegeben. Der gelernte Architekt machte deutlich, dass der Deich sehr viel mehr sei als das, was das Auge sehen könne: “Das Wesentliche ist im Deich verborgen, entzieht sich so den Blicken.”

Und da zu jeder fertiggestellten Baumaßnahme eine Schlüsselübergabe gehört, hatten sich die Verantwortlichen etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Mit Blick auf die kommende Bühne gegenüber der Freitreppe hatte der in Trier lebende Graffity-Künstler Laurent Steinmeyer – seine außergewöhnlichen Arbeiten finden sich unter anderem am Exzellenzhaus und unter der Konrad-Adenauer-Brücke – den Auftrag erhalten, einen Notenschlüssel an eine der kleineren Staumauern anzubringen. Bei den letzten Arbeiten dazu bekam er noch tatkräftige Hilfe von der Staatsministerin, die getreu den Anweisungen des Meisters folgte und eine Fläche mit grüner Farbe füllte. (-flo-)


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Erstellt am Autor Rolf Lorig in Featured, Gesellschaft Hinterlasse einen Kommentar

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