Ein Versuch, der längst ein voller Erfolg wurde

Der Ehranger Steinmetz Henning Wirtz erklärt den Kindern den Umgang mit Hammer und Meißel, danach dürfen sie sich selbst am Stein versuchen. Fotos: Rolf Lorig

TRIER. Vor 25 Jahren hat Haus Tobias im Stadtteil Quint als Einrichtung der Trierer Caritas seinen Dienst aufgenommen. Mit einem großen Fest feierten am Samstag Träger, Erzieher, Eltern, Kinder und Freunde diesen Anlass.

Zweifelsohne gehört der Trierer Wettergott Petrus zum Freundeskreis von Haus Tobias. Mit bestem Wetter hatte er optimale Voraussetzungen für dieses Fest geschaffen. Das war aber auch für die Präsentation des traumhaften neuen Außengeländes von Nöten, in dessen Gestaltung – bei einer etwa einjährigen Bauzeit – rund 110.000 Euro geflossen war. So wunderte es dann auch nicht, dass Susanne Fuchs und ihr Team “ein volles Haus” hatten und auch viele ehemalige Weggefährten begrüßen konnten.

Mit einem Wortgottesdienst wurde das neue Außengelände offiziell eingeweiht. Fotos: Rolf Lorig

Nach einem Wortgottesdienst mit der Einsegnung des Außengeländes war es an Caritasdirektor Bernd Kettern, die hier geleistete Arbeit zu würdigen. Es gebe sehr viel zu berichten, meinte er schmunzelnd mit Blick auf die Kinder, denen lange und offizielle Reden ein natürlicher Graus sind. Und den Unmut der Kleinen wollte der Caritas-Chef ebenso wenig heraufbeschwören wie die Ungeduld der Eltern. So beschränkte er sich denn darauf, dem hier tätigen Team für seine Arbeit zu danken. Haus Tobias sei – rückblickend betrachtet – der Versuch gewesen, etwas ganz anders zu machen, Für die geleistete Arbeit habe es in den 25 Jahren kein fertiges Rezept gegeben. Die hier gelebte Praxis sei vielmehr geprägt von stetiger Weiterentwicklung, die immer auf das Wohl jedes einzelnen Kindes gerichtet war und sei. Er freue sich heute sagen zu können, “dass dieser damalige Versuch längst ein voller Erfolg geworden ist. Die Idee, gegenseitig Rücksicht zu nehmen, hat sehr gut funktioniert.”

“Ein hohes Maß an Kreativität”

Lobende Worte hatte der Direktor auch für das neue Außengelände, das von einem alten Baumbestand maßgeblich geprägt ist: “Bei der Gestaltung hat es ein hohes Maß an Kreativität gegeben, wir wurde bei den Arbeiten viel Herzblut mit eingebracht.”

Ortsvorsteher Bertrand Adams überbrachte die Glückwünsche der Stadt und des Ortsbeirates. Auch für ihn ist diese Einrichtung “und das schon zu einer Zeit, in denen die Worte Integration und Inklusion noch nicht in aller Munde waren” mit der hier geleisteten Arbeit ein echter Glücksfall für die Menschen. Zusätzlich zu seinem Dank an alle Beteiligten hatte er aber noch die Nachricht im Gepäck, dass die Grundschule Quint Kindern und Eltern weiter erhalten bleibt. Was insbesondere Letztere mit lautem Applaus begrüßten.

Erfreut über den großen Zuspruch zeigte sich Susanne Fuchs, die die Gesamtleitung aller Haus Tobias-Einrichtungen innehat. Auch sie dankte insbesondere ihren Mitarbeitern: “Ihr seid Ideengeber und Mitmacher, ihr stellt euch täglich gut gelaunt und hochmotiviert in den Dienst der gemeinsamen Sache.” Der Begriff Integration sei für die Gesellschaft wichtig geworden. Das man 1993 mit der Indienstnahme von Haus Tobias in Quint sich auf diesen Weg konzentriert habe, trage längst Früchte, von der heute alle profitieren würden. Für sie steht fest: “Der Einsatz, der von allen in dieser Einrichtung erbracht wurde, hat sich gelohnt.”

In der Rolle des Clowns eroberte Roland Grundheber die Herzen der Kinder im Handumdrehen.

Steine erinnern an diesen Festtag

Und dann war es endlich so weit, die Kinder konnten von ihrem Reich Besitz ergreifen. Was sie denn auch ausgiebig taten. Und damit das noch etwas abwechslungsreicher als an normalen Tagen war, dafür sorgten Extra-Angebote wie der Einsatz des Ehranger Künstlers Roland Grundheber, der als Clown für strahlende Gesichter sorgte, oder aber auch das praktische Wirken an der Seite von Steinmetzmeister Henning Wirtz, der verschiedene Sandsteinblöcke mitgebracht hatte. An denen durften sich die Kleinen – sicherheitstechnisch bestens geschützt – mit Hammer und Meißel künstlerisch versuchen. Das Besondere an den Steinen: Sie stammten aus den Altären der aufgegebenen Kirchen Christkönig und Mariä-Himmelfahrt in Quint. Nach dem Bearbeiten durch die Kinder sollen die Blöcke zu einer Säule zusammengefügt werden und werden im Außengelände von Haus Tobias auch noch nach Jahren an diesen Festtag erinnern. (-flo-)


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Erstellt am Autor Rolf Lorig in Featured, Gesellschaft Hinterlasse einen Kommentar

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