Ein weltmeisterliches Feuerwerk beim Olewiger Weinfest

Weltmeisterlich die Arbeit der Feuerwerker aus Müllenbach. Fotos: Rolf Lorig

TRIER. Freitag, 3. August, 23 Uhr. Vom Petrisberg steigen die Raketen nach oben. Das 70. Olewiger Weinfest lässt die pyrotechnischen Muskeln spielen. 15 Minuten lang folgt eine Rakete der nächsten in den Himmel, lässt die Menschen staunen und bewundernd applaudieren.

Das Olewiger Feuerwerk beobachtete Rolf Lorig

Eine Stunde zuvor. Die Pyrotechniker der Müllenbacher Firma Steffes-Ollig, Weltmeister des Jahres 2017, sind schon seit langem für das Olewiger Feuerwerk verantwortlich. In diesem Jahr haben sie ihr vergängliches Kunstwerk an einem neuen Platz, unterhalb des Wetteramtes, aufgebaut. “In den vergangenen Jahren gab es Beschwerden, dass wegen der Bäume nicht alle das Feuerwerk gleich gut sehen konnten”, begründet Peter Terges, Sprecher der Vereinigung Olewiger Winzer den Standortwechsel.

Ständig neue Bilder sorgen für Kurzweil und Abwechslung

Noch ist es auf dem Petrisberg ruhig. Einige Besucher haben es sich auf Decken bequem gemacht, andere sitzen auf mitgebrachten Campingstühlen. Die Grillen auf der Wiese zirpen gegen den Musikteppich an, der aus dem Olewiger Tal kommt. Hier oben sind sie Sieger, stimmen die Besucher bei sommerlichen 30 Grad Celsius auf einen schönen Abend ein.

Abgesperrte Zufahrt für die Feuerwehr

Ein Mitarbeiter des Ordnungsamtes kommt mit dem Motorroller vorbei, überprüft, ob die Zufahrt zu dem abgesperrten Weinbergs-Wirtschaftsweg frei ist. “Da kommt gleich ein Tankwagen der Feuerwehr, der muss die Zufahrt ungehindert passieren können”, sagt er. Nun, der Weg ist frei, der Mann setzt seine Tour fort. Wäre er später nochmals da gewesen, er hätte eine Menge zu tun gehabt…

Doch bis dahin vergeht noch eine Menge Zeit. Der Tankwagen ist soeben eingetroffen, rangiert rückwärts über den Wirtschaftsweg zur Abschussstelle. Die Absperrung, die kurzzeitig geöffnet wurde, wird wieder geschlossen.

Mehr und mehr Besucher kommen, suchen sich einen ruhigen Platz, von dem aus das Spektakel gut einsehbar sein wird. Sie alle werden sich noch wundern…

Es ist 22.30 Uhr. Einige der Besucher sind verwirrt. Im Radio hätte man gesagt, dass das Feuerwerk schon um 22.30 Uhr beginnt. Das ist Franz Kick, dem Geschäftsführer der Vereinigung Olewiger Winzer auch zu Ohren gekommen. Fassungslos schüttelt er den Kopf. In seiner Pressemitteilung stand 23 Uhr. “Keine Ahnung, wie die auf diese Zeitangabe gekommen sind”, sagt er.

Ungewollte Farbenpracht: die blauen Sträucher im Vordergrund spiegeln das Blaulicht des Streifenwagens, dessen Signale für eine gute Zeit trotz Martinshorn nicht beachtet wurden.

Streifenwagen steckt im stehenden Verkehr fest

Die meisten der Besucher aber haben ganz offensichtlich den richtigen Zeitpunkt im Kopf. Je näher sich die Zeiger der Uhr der 23 Uhr-Marke nähern, umso voller wird es auf der Sickinger Straße. Jetzt gilt es, jeder ist sich selbst der Nächste. Jede noch so kleine Parklücke wird genutzt, auch die für die Feuerwehr reservierte Zufahrt zum Wirtschaftsweg wird gnadenlos zugeparkt. Mehr noch. Mit dem Moment, an dem der erste Böllerschuss den Beginn des Feuerwerks ankündigt, bricht der Verkehr auf der Straße völlig zusammen. Fahrer lassen ihr Auto einfach stehen, schauen sich das Spektakel an. Das wird prompt um eine Nuance angereichert: flackerndes Blaulicht und gellendes Martinshorn. Ein Streifenwagen steckt auf der Straße fest, versucht mit staatlicher Autorität, die Fahrer der auf der Straße stehenden Wagen an ihre Pflichten zu erinnern. Doch das dauert, bis da jemand reagiert…

Die lange Reaktionszeit mag aber auch an dem Pyro-Spektakel liegen. Denn das, was die Müllenbacher Feuerwerker da veranstalten, ist wirklich weltmeisterlich und des 70. Jubiläums des Olewiger Weinfestes würdig. Und was den Standort betrifft: Egal, wo man sich auf dem Petrisberg positioniert hat, die Sicht ist von überall aus phänomenal. Gut 15 Minuten kracht, knallt und blitzt es, sorgt für langanhaltende “Ahs” und “Ohs”. Am Ende gibt es einen ordentlichen Applaus sowohl für die Feuerwerker, aber auch für die Olewiger Winzer, die dieses unterhaltsame Spektakel erst möglich gemacht hatten.


Drucken
Erstellt am Autor Rolf Lorig in Featured, Gesellschaft Hinterlasse einen Kommentar

Hinterlasse einen Kommentar

* Eingabe erforderlich (Pflichtfelder). Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Die Angabe eines Klarnamens ist nicht erforderlich.