‟Eine ansteckende Lebensfreude, die Kraft gibt‟

Sie freuen sich auf die Spiele: Lebenshilfe-Vorstand Wolfgang Enderle, Viviana Saltalamachia, Andreas Ludwig, Heinrich Waßenberg , Karl-Heinz Thommes und Michawel Bergweiler. Foto: Rolf Lorig

TRIER. Große Dinge werfen ihre Schatten voraus: In knapp drei Wochen werden in Trier bei den Special Olympics Landesspielen mehr als 1400 Teilnehmer – Sportler, Trainer und Betreuer – an den Start gehen, zudem werden rund 3500 Besucher erwartet . Schon heute haben für die Zeit vom 12. bis 14. Juni über 800 Unterstützer aus der Region ihre ehrenamtliche Hilfe bei dem landesweit größten sportlichen Ereignis für Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen zugesagt.

Man merkt Viviana Saltalamachia die Vorfreude auf das kommende Ereignis an. Die 18-Jährige ist neben dem 52-jährigen Heinrich Waßenberg das Gesicht der kommenden Spiele und wird zusammen mit ihrem nicht behinderten Sportpartner Finn im Kanu an den Start gehen. Befragt danach, worauf sie sich am meisten freut, antwortet sie wie aus der Pistole geschossen: ‟Dass die Menschen, die als Zuschauer kommen, genauso viel Spaß haben werden wie die Akteure.” Und für Heinrich Waßenberg steht nicht das Trachten nach einer Medaille im Vordergrund: ‟Dabei sein zu können, das ist das Wichtigste. Ich würde mich sogar über einen letzten Platz freuen.”

Viviana nickt. Sie war auch bei den Special Olympics in Hannover dabei, gewann dort eine Gold- und eine Silberplakette. Dann bekam sie mit, dass eine andere Teilnehmerin leer ausgegangen war. Also nahm sie ihre Silberplakette und schenkte sie der anderen Sportlerin.

Die Freude an der Begegnung steht im Vordergrund

Eine Handlung die deutlich macht, welcher Geist über diesen Spielen weht. Natürlich kämpft jeder Sportler um eine Medaille. Aber das Miteinander, der Spaß am gemeinsamen Tun und die Freude an der Begegnung steht hier ganz klar im Vordergrund. Karl-Heinz Thommes, Ehrenpräsident der Special Olympics Rheinland-Pfalz und Vorsitzender des Organisationskomitees, bringt es auf den Punkt: ‟Wir alle hoffen auf viele zwanglose Begegnungen von Menschen mit und ohne Behinderungen.”

Beigeordneter Andreas Ludwig (CDU) ist qua Amt der stellvertretende Vorsitzende des Organisationskomitees. Bei der Pressekonferenz an diesem Tag vertritt er die Stadt Trier. Der Politiker weiß, was da auf die Römerstadt zukommt. 2006 waren die Special Olympics in Bad Kreuznach zu Gast und Andreas Ludwig mittendrin im Geschehen. Daran erinnert er sich heute noch gerne: ‟Diese ansteckende Lebensfreude, die bei diesen Spielen zu erleben ist, gibt auch den Zuschauern eine Menge Kraft.” Dass die älteste Stadt Deutschland den optimalen Rahmen für die Veranstaltung bietet, davon ist der Dezernent überzeugt: ‟Trier bietet die optimale Kulisse für dieses herausragende Ereignis.”

Worte, die Cheforganisator Karl-Heinz Thommes dankbar vernimmt. Denn mit der geringen Zahl an Hauptamtlichen könnte der Verein ein solches Event niemals alleine stemmen. Dass neben der Stadt so viel Unterstützung von Vereinen und Privatpersonen kommt, gibt dem Ehrenpräsidenten ein tolles Gefühl. Wobei er allerdings auch durchklingen lässt, dass angesichts der Gesamtkosten in Höhe von etwa 200.000 Euro angesichts einiger finanzieller Lücken noch weitere Sponsoren willkommen wären.

14 Sportarten auf zehn Sportarealen

Auf dem Programm der dreitägigen Wettkämpfe stehen 14 Sportarten, die auf zehn Sortarealen in und um Trier ausgetragen werden: Schwimmen im Trierer Nordbad; Leichtathletik, Fußball und Tennis auf dem Gelände rund um das Moselstadion; Radfahren auf dem Radweg im Bereich Monaise; Reiten in der Reitanlage Monaise; Judo, Tischtennis und Basketball in der Arena Trier; Badminton beim FSV Trier-Tarforst; Golf beim Golf-Club Trier; Kanu-Wettbewerb auf dem Triolago sowie Boccia und das wettbewerbsfreie Angebot im Palastgarten.

Und einer darf nicht fehlen: der Trierer Guildo Horn, der sich zusammen mit den Trierer Athleten Viviana Saltalamacchia und Heinrich Waßenberg als Botschafter der Spiele engagiert. Er werde es sich nehmen lassen, so die Nachricht bei der Pressekonferenz, am 13. Juni die Athleten an den Sportstätten kräftig anzufeuern.

Neben sportlichen Begegnungen sollen aber auch die gesellschaftlichen nicht zu kurz kommen. Dafür sorgt dann unter anderem ein reichhaltiges Musikprogramm auf der großen Bühne am Domfreihof. Dort treten unter anderem die Formationen ‟Art of Music‟, ‟Gravedigger Jones‟ und ‟BewegGrund‟ auf. Und auch die Freunde der klassischen Musik werden dank des Auftritts von Thomas Kiesling nicht zu kurz kommen.

Eröffnet werden die Spiele am Montag, 12. Juni 16:45 Uhr mit dem Fackellauf durch die Innenstadt. Die eigentliche Eröffnungsfeier beginnt um 18:30 Uhr auf dem Domfreihof. Zur Abschlussfeier am 14. Juni wird auch Ministerpräsidentin Malu Dreyer erwartet, die zugleich Schirmherrin des Wettbewerbs ist. (rl)


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Erstellt am Autor Rolf Lorig in Gesellschaft Hinterlasse einen Kommentar

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