Eine bewusste Entscheidung

Die Klasse 11a mit Weihbischof Dr. Dieser (mitte), Religionslehrerin Gisela Still (links) und Referendar Bernhard Luithle (rechts). Foto: Bistum Trier

Die Klasse 11a mit Weihbischof Dr. Dieser (mitte), Religionslehrerin Gisela Still (links) und Referendar Bernhard Luithle (rechts). Foto: Bistum Trier

TRIER. Wie lebt es sich als Ordensschwester? Wie kommt man zu diesem Beruf? Und wie können sich junge Frauen im alltäglichen kirchlichen Leben einbringen? Mit diesen Fragen haben sich die Schülerinnen des Angela-Merici-Gymnasiums in Trier am 27. Januar beschäftigt. Am “Angela-Tag”, dem Gedenktag der Namenspatronin der Schule, befassten sich die Schülerinnen insbesondere mit den Themen “Frauen in der Nachfolge Jesu” sowie “Entscheidungen fürs Leben treffen”. Dabei sprachen sie unter anderem in verschiedenen Workshops mit Frauen in Familie und Beruf. Sie redeten mit Ordensschwestern über deren Lebensweg. Und auch Weihbischof Dr. Helmut Dieser beantwortete den jungen Frauen Fragen rund um das kirchliche Leben. Zum Abschluss feierte die Schulgemeinschaft mit dem Weihbischof Gottesdienst im Trierer Dom.

In der Promotionsaula des Priesterseminars sitzt Weihbischof Dieser im Stuhlkreis mit 18 Elftklässlerinnen. Er berichtet ihnen von seiner Zeit in der Katholischen Jugendarbeit. Und er ermutigt die jungen Frauen, sich einzubringen in das bereits bestehende kirchliche Leben – und auch dort aktiv zu werden, wo sie auf eventuelle Hürden stoßen, etwa wenn die Jugendarbeit vor Ort nicht gut aufgestellt sei. Die Synode des Bistums sei derzeit dabei, neue Wege für die Kirche im Bistum Trier zu gestalten. Denn die Kirche befinde sich im Wandel – immer weniger Katholiken auf immer größeren strukturellen Räumen. Dass hier neues Leben in der Kirche entstehen kann, dafür sei das Engagement der jungen Frauen wichtig.

Die 16-jährige Gina aus Riol unterstützt die Ermutigung des Weihbischofs. “Es wäre schrecklich, wenn die Kirche stirbt.” Sie selbst würde sich in ihrer Pfarrei gerne engagieren, zum Beispiel beim Sternsingen. “Immer, wenn ich gebraucht werde.” Den Angela-Tag selbst findet sie “spannend”, da es dadurch möglich sei, direkt mit Menschen ins Gespräch zu kommen, die Einblicke aus ihrem Leben geben könnten. Ebenso sieht es Victoria (16) aus Trier. Schon im Religionsunterricht hätten sie sich auf den Tag vorbreitet. Doch der unmittelbare Austausch, etwa mit den Ordensschwestern oder dem Weihbischof, sei doch etwas besonderes. Auch ihr sei es wichtig, dass die Kirche vor Ort lebendig bleibe. “Wenn etwa beim Weihnachtsgottesdienst die Kirche voll ist, dann gibt das doch ein besonders Gefühl.”

Einige Meter weiter, im sogenannten Felixianum im Priesterseminar, berichtet Schwester Mariagnes Kalicki (61) aus Trier, wie sie sich mit 19 Jahren den Schönstatt-Schwestern angeschlossen habe. Die 72-jährige Schwester Elisabeth Biela trat mit 22 Jahren ein. “Ins Kloster gehen ist kein Weglaufen”, ist Schwester Elisabeth dabei wichtig zu betonen. “Es ist eine bewusste Entscheidung.” Eine, die ihr nicht leicht gefallen sei – sie bedeutete etwa den Verzicht auf eine eigene Familie. Dennoch bereue sie es nicht, denn es sei ihr Weg gewesen. Mit den Weißen Schwestern verbrachte sie viele Jahre in Ghana und Burkina Faso. Die Zwölftklässlerinnen hören interessiert zu. “Es war total spannend”, sagt die 18-jährige Nele später.

Am Angela-Tag nahm die komplette Schulgemeinschaft, insgesamt 18 Klassen und elf Stammkurse teil. (tr)


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