Eine neue Chance für das Weißhaus?

Oberhalb von Pallien befindet sich das Weisshaus, das möglicherweise schon 2019 seine Türen wieder öffnen wird. Foto: Rolf Lorig

TRIER. Was tut sich beim Weißhaus? Dieser Frage stellte sich Baudezernent Andreas Ludwig beim jüngsten Pressegespräch des Stadtvorstandes. Über den Zuschlag für das Schillinger Unternehmen IFA hatte der reporter bereits am 29. Oktober berichtet.

Einst war das Weißhaus ein beliebtes Ziel für die Trierer Bürger. Sogar eine Seilbahn führte von der Mosel aus dorthin. Alles Vergangenheit. Die Seilbahn ist ebenso Geschichte wie die Besucher, die sonntags mit ihren Familien bei Kaffee und Kuchen vom Ausflugsrestaurant aus die Aussicht über Trier und unter der Woche die gepflegte Küche genossen.

Zuletzt hatte das Restaurant am 31. Dezember 2014 geöffnet. Für das Pächter-Ehepaar Adamkiewicz war das der letzte Tag, danach traten Pächter und Weisshaus in den Ruhestand. Lange Zeit tat sich nichts, dann gab es einen Hoffnungsschimmer: Im Juli 2016 hatte Baudezernent Andreas Ludwig zu einer Pressekonferenz ins Weisshaus eingeladen. Mit etwas Glück, so seine Hoffnung, sollte der Betrieb dank einiger Interessenten wiederaufgenommen werden können. Eine Hoffnung, die aber leider nicht aufging, weil die Investoren auf der Höhe ein Hotel ins Spiel brachten, was die Stadt so aber nicht genehmigen wollte.

Jetzt gibt es einen neuen Anlauf. Wolfgang Schäfer aus Schillingen will mit seinem Unternehmen IFA in die Bresche springen. Das Immobilienunternehmen hat in den letzten Jahren vielen Alt-Immobilien in der Stadt wieder neues Leben eingehaucht. Im Ausschuss bestehe Konsens darüber, dass man mit IFA als Investor zusammenarbeiten wolle, berichtete der Baudezernent. Aktuell sei man dabei, einen Vertrag auszuarbeiten, der allen Interessen gerecht werde.

Keine einfache Situation. “Naturgemäß habe ich eine andere Sicht der Dinge als der Investor”, sagte Ludwig beim Pressegespräch. Denn während der Baudezernent möglichst viel zugunsten des Stadtsäckels herausholen will, ist der Investor bestrebt, seine Ausgaben dabei möglichst gering zu halten. Ludwig weiß, dass beim Verhandeln Fingerspitzengefühl angesagt ist: “Man darf das Ganze nicht totverhandeln; mir ist natürlich sehr daran gelegen, das Weißhaus möglichst rasch wieder mit Leben zu erfüllen.”

Dass diese Rechnung aufgeht, dafür stehen die Chancen gut. “Denn die beiden Parteien sind sich im Grundsatz einig”, freute sich der Dezernent.

Im März oder April soll der Vertrag in den Stadtrat kommen. Stimmt der zu, könnten die Lichter im Weißhaus frühestens im Herbst, vermutlich aber eher im Frühjahr des kommenden Jahres wieder angehen. Wenn dem so ist, wird Andreas Ludwig ein weiteres Ziel erreicht haben: “Bei unseren Gesprächen besteht Konsens, dass das Weißhaus als Ausflugslokal erhalten bleibt – genau so, wie es die Bürger dieser Stadt wünschen.” (rl)


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Erstellt am Autor Rolf Lorig in Gesellschaft Hinterlasse einen Kommentar

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