Eine weitere Aufwertung der Thyrsusstraße

Mit dem Stift deutet Geschäftsführer Herbert Schacherer auf die Stelle, an der das neue Gebäude entstehen soill. Auf die Realisierung freuen sich Vorstand Peter Dietze, Projektleiter Joachim Fischer und Quartiermanagerin Maria Ohlig (von rechts). Foto: Rolf Lorig

TRIER. Eine gute Neuigkeit kam am Donnerstag von der Trierer Wohnungsbaugesellschaft WOGEBE: Mit einem Kostenaufwand von neun Millionen Euro wird das Unternehmen ab dem kommendem Herbst mit dem Bau einer neuen Wohnanlage beginnen. Entstehen wird bezahlbarer Wohnraum von hoher Qualität für Familien mit Kindern, Paare, Alleinstehende und Ältere mit und ohne Hilfsbedarf. Das teilte WOGEBE-Geschäftsführer Herbert Schacherer im Rahmen eines Pressegespräches mit.

Von Rolf Lorig

Dass sich der Stadtteil Nord in den vergangenen 25 Jahren positiv verändert hat, daran trägt die ‟Wohnungsgenossenschaft Beutelweg‟ (WOGEBE) großen Anteil. Von Anfang an lautete hier das Motto ‟Gutes Wohnen zu bezahlbaren Mieten‟ für Menschen mit geringen und mittleren Einkommen. Wer hier von der WOGEBE eine Wohnung haben will, muss erst Anteile an der Genossenschaft erwerben. Insbesondere am Anfang war das für viele Menschen mit geringem Einkommen nicht einfach. Sie erwarben über die so genannte ‟Muskel-Hypothek‟, sprich sie halfen bei der Sanierung der Bauten aktiv mit, ihre Anteile. Heute gibt es andere Möglichkeiten, weiß Geschäftsführer Schacherer, der Interessenten zusammen mit Mitarbeitern helfend zur Seite steht. Der Erwerb der Genossenschaftsanteile ist perse attraktiv: Kehrt einer der 600 Mitglieder der Gesellschaft den Rücken, werden ihm seine Anteile in voller Höhe wieder ausgezahlt. Doch gibt es nicht viele Bewohner, die ohne triftigen Grund hier ausziehen. Denn zum einen haben sie mit ihren Anteilen ein lebenslanges Wohnrecht erworben, zum anderen sind die Mieten der über 500 Wohnungen dauerhaft deutlich günstiger als die von vergleichbaren Objekten.

37 Wohnungen zwischen 46 und 110 m2

Die neue Wohnanlage mit einer Mischung aus gefördertem und frei finanziertem Wohnraum entsteht in der Thyrsusstraße 34 – 40. Zwei Wohnanlagen mit 21 und 16 Wohneinheiten und einer Gewerbefläche hat die WOGEBE dort in der Nachbarschaft des neuen Projektes bereits in den Jahren 2015 und 2014 geschaffen. Jetzt richtet sich das Augenmerk auf die Brache, auf der aber nach dem Willen der Bauherren schon bald der Stolz der Genossenschaft stehen wird. Geplant sind hier 37 Wohnungen zwischen 46 und 110 m2 . Dazu wird sich eine großzügige Gewerbefläche im Erdgeschoss gesellen, die zum Teil unter anderem von der Zentrale der WOGEBE, aber auch von dem Pflegedienst Verrus genutzt werden soll.

So soll das neue Gebäude von der Straßenseite her aussehen. Entwurf: Lamberty-Architekten GmbH

Je nach Einkommenssituation soll die Nettokaltmiete der Wohnungen zwischen 6,00 € und 8,60 € pro Monat und Quadratmeter betragen. Laut Geschäftsführer Schacherer wird die Höhe der Genossenschaftsanteile im neuen Objekt bei geförderten Wohnungen zwischen 50 €/m2 und 100 €/m2 und 300 €/m2 bei frei finanzierten Wohnungen betragen.

Projektleiter Joachim Fischer weist auf eine Besonderheit hin: ‟Bis auf zwei Wohnungen werden alle anderen barrierefrei ausgebaut. Damit geben wir allen Menschen, unabhängig von Alter oder Behinderung, die Möglichkeit von dauerhaftem Wohnraum. Alle Wohnungen verfügen über bodengleiche Duschen und über barrierefrei zugängliche Loggien.” Zu der Barrierefreiheit gehört auch ein Aufzug, über den die oberen Etagen erreichbar sein werden. Wer sich lieber zu Fuß nach oben oder unten bewegen möchte, kann dies über drei Treppenhäuser tun.

Mehrwert gegenüber herkömmlichen Wohnanlagen

Mit der Planung hat die WOGEBE das Trierer Architekturbüro Lamberty beauftragt, mit dem es eine bereits langjährige Geschäftsbeziehung unterhält. Nicht ohne Stolz verweist der gelernte Architekt Joachim Fischer auf zahleiche Begegnungsmöglichkeiten, die den Charme des Anwesens weiter erhöhen sollen: ‟Es wird halböffentliche Bereiche wie die breiten Laubengänge geben, ein vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend geförderten Wohncafé mit Küche, das zum gemeinsamen Kochen einlädt, sowie ein Nachbarschaftsbüro mit einer angestellten Fachkraft.” Fischer: ‟Wer möchte, kann seine eigenen Fähigkeiten einbringen und ehrenamtlich aktiv werden. Alles ist dabei vorstellbar: von der Kinderbetreuung über gemeinsame  Koch- und Freizeitaktivitäten bis hin zu gegenseitigen Hilfeleistungen ist alles vorstellbar.” Für den Projektleiter ist das ein nicht zu unterschätzender Mehrwert gegenüber herkömmlichen Wohnanlagen.

Das sieht auch Maria Ohlig so, die als Quartiersmanagerin den Stadtteil in- und auswendig kennt. Anhand von Studien kann sie die positive Veränderung des Viertels in den letzten 25 Jahren belegen. Für sie erfährt das Gebiet durch den Neubau nicht nur städtebaulich eine Aufwertung: ‟In der Wohnanlage wird es mit der Ansiedlung der Zentrale eines Pflegedienstes auch zu einer Verbesserung der Zielgruppe kommen, die auf Hilfe von außen angewiesen ist.” Will sagen, dass es künftig in diesem Komplex eine Tagespflegeeinrichtung geben wird, mit der das damit verbundene Unternehmen eine Lücke in der Versorgung von pflegebedürftigen Bewohnern des Stadtteils schließen will.

Nach Auskunft von Projektleiter Fischer läuft das Genehmigungsverfahren für den Bau bereits. Probleme kann er keine erkennen. Sollte alles wie geplant über die Bühne gehen, könnten voraussichtlich im Mai 2019 die ersten Nutzer in ihre neuen Wohnungen einziehen.


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Erstellt am Autor Rolf Lorig in Featured, Gesellschaft Hinterlasse einen Kommentar

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