Energie-Agentur – Lob vom Land, Kritik von den Kammern

Windenergie ist ein Teil der Energiewende.

Windenergie ist ein Teil der Energiewende.

MAINZ/TRIER. Wirtschaftsstaatssekretär Uwe Hüser (Grüne) hat am Mittwoch die Evaluation der Energieagentur Rheinland-Pfalz vorgestellt. Vom Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung (IZT) und dem Institut für Mittelstandsökonomie (Inmit) sei untersucht worden, wie die Aktivitäten der Energieagentur wirkten, wie sie von den Zielgruppen beurteilt werdee und wie die Struktur der im Jahr 2012 gegründeten Energieagentur mit ihrer Zentrale und neun Regionalbüros funktioniere. Derweil fordern die Industrie- und Handelskammern im Land, die kostenintensive Agentur deutlich zu verschlanken.

Hüser sieht sich hingegen durch die Ergebnisse der Evaluation darin bestätigt, dass die Entscheidung der Landesregierung, die Energieagentur als zentrale Plattform für die Energiewende in Rheinland-Pfalz zu errichten, richtig gewesen sei. “Die Energieagentur leistet gute Arbeit und findet große Akzeptanz bei Kommunen, Unternehmen, Bürgerinnen und Bürgern. Es gibt keine vergleichbare Institution in Rheinland-Pfalz, die die verschiedenen Themen von energieeffizientem Bauen, über Energiesparen und Erneuerbare Energien so umfassend landesweit bündelt, in die Regionen vermittelt, und so die Umsetzung von Energiewendeprojekten unterstützt. Die Evaluation bestätigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind”, sagte der Grüne.

Die Angebote der Energieagentur werden laut Ministerium von Bürgern, Kommunen und Unternehmen genutz. Die Agentur habe bislang an über 440 Veranstaltungen rund um die Energiewende mitgewirkt. “Aber wie alle Dinge, die neu starten, läuft nicht gleich alles perfekt”, räumte Hüser ein. “Der Evaluationsbericht ist jetzt Anlass, das Aufgabenprofil der Energieagentur weiter zu präzisieren, noch stärker als bislang Impulse zu setzen und die Anwendungsorientierung noch mehr zu berücksichtigen.”

Hüser stellte am Mittwoch auch den neuen Geschäftsführer der Energieagentur, Thomas Pensel, vor. “Ich freue mich, dass wir für die Spitze der Energieagentur einen Mann mit so viel kommunaler Erfahrung im Bereich Klimaschutz und Energie gewinnen konnten. Mit Thomas Pensel als Geschäftsführer und der Analyse des Evaluationsberichts hat die Energieagentur Rheinland-Pfalz eine gute Basis, um ihre Arbeit gestärkt fortzusetzen”, so Hüser. Pensel leitet die Energieagentur Rheinland-Pfalz seit Beginn des Monats. Bislang war er Koordinator für Klimaschutz im Umweltamt der Stadt Mainz. Der Naturwissenschaftler war in den vergangenen Jahren verstärkt im europäischen Klima-Bündnis aktiv.

IHK: “Agentur verschlanken”

Die Industrie- und Handelskammern (IHKs) in Rheinland-Pfalz fordern die rot-grüne Landesregierung hingegen auf, die aktuelle Evaluation der Energieagentur Rheinland-Pfalz konsequent zur Neuausrichtung dieser Institution zu nutzen.

Im Mittelpunkt müsse dabei eine deutliche Verschlankung der Agentur stehen, sagt Tibor Müller, Federführer für den Bereich Energie bei der IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz. “Die Doppelstrukturen zu bestehenden Beratungsangeboten und zu privaten Anbietern sind − auch wegen der knappen Haushaltsmittel des Landes − vollständig und rasch aufzulösen”, drängt Müller. Die IHKs schlagen weiter vor, die so freiwerdenden Finanzmittel für den dringend notwendigen Breitbandausbau zu nutzen.

“Die Energieagentur Rheinland-Pfalz wurde im Sommer 2012 aus dem bestehenden Verein EffizienzOffensive Energie Rheinland-Pfalz gegründet. Die Kapazität der Institution wurde dabei erheblich ausgeweitet, die Mitarbeiterzahl stieg von etwa 15 auf rund 60. Der finanzielle Bedarf der neuen Agentur hat sich hierdurch deutlich erhöht und beläuft sich nun auf über sieben Millionen Euro pro Jahr. Wegen der Vergrößerung entstanden zudem etliche Doppelstrukturen zu bestehenden Beratungsangeboten, beispielsweise denen der Industrie- und Handelskammern”, kritisieren die Kammern in einer Presseerklärung.

“Die Fehler, die 2012 bei der Gründung der Energieagentur gemacht wurden, müssen nun rasch behoben werden”, fordert Müller. Eine Energieagentur mit 60 Mitarbeitern sei für ein kleines Land wie Rheinland-Pfalz einfach viel zu groß und belaste den sowieso schon knappen Haushalt unnötig.


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Erstellt am Autor trier reporter in Die Reporter-Meldungen Hinterlasse einen Kommentar

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