Erinnerungen an das jüdische Echternach

Mit dem “Judeum Epternacum” gedenkt die Stadt Echternach den Opfern des Nationalsozialismus und erinnert an das den Menschen zugefügte unvorstellbare Leid. Bild: David Friedmann

ECHTERNACH.  Am 27. Januar 2018, dem 72. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz, findet im Trifolion Echternach das Konzert zum Internationalen Holocaust Gedenktag statt. Dieses Konzert bildet den Auftakt einer besonderen Veranstaltungsreihe in Echternach – dem Judeum Epternacum. Im Rahmen verschiedener kultureller Aktivitäten, von Januar bis voraussichtlich Juni, gedenkt Echternach den Opfern des Nationalsozialismus und sensibilisiert zeitgleich die zukünftigen Generationen für die Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Aus der Arbeitsgruppe “Solidarität und Frieden“ heraus entstand gemeinsam mit der MemoShoah asbl Mitte 2016 das Projekt, an welchem nun mehr als 100 Personen aus sechs Institutionen generationenübergreifend mitwirken. Neben Vereinen werden vor allem auch junge Menschen, insbesondere Schüler, durch Aktivitäten des Lycée und der Musikschule in das Projekt eingebunden.

Die MemoShoah asbl Luxemburg ist in ganz Luxemburg aktiv mit dem Ziel, vielfältige Initiativen und Projekten zu organisieren und zu unterstützen, die zur Aufarbeitung und zum Verständnis der Shoah beitragen- insbesondere im Hinblick auf die Luxemburger Opfer.

Anhand von 16 unterschiedlichen Veranstaltungen soll deutlich werden, dass nicht nur das Erinnern und die Aufarbeitung im Vordergrund stehen, sondern auch das Bewusstmachen dafür, dass diese Geschichte immer noch ein Bestandteil der Gegenwart ist.

Der Schauspieler Axel Milberg. Foto: Christine Schroeder

Eine vielfältige Veranstaltungsreihe

Zu der Veranstaltungsreihe gehört am Donnerstag, 18. Januar, um 20 Uhr ein Auftritt des Schauspielers Axel Milberg (“Tatort”) im Trifolion. Er liest aus Stefan Zweigs “Schachnovelle”, dem wohl bekanntesten Werk des jüdischen Schriftstellers. Weiter geht es in den folgenden Wochen und Monaten mit Ausstellungen, Konzerten, Filmbeiträgen und Vorträgen.

Den voaussichtlichen Abschluss macht ein Vortrag in luxemburgischer Sprache. Germaine Goetzinger reflektiert “Déi éischt Iechternacher Festspiller vun 1935“. Die ersten Echternacher Festspiele fanden im Abteihof vom 30. Juni bis 25. August 1935 statt. Der Vortrag erinnert an das Vorhaben, Echternach zu einer Festspielstadt wie Salzburg zu machen und beschreibt aber auch das traurige Ende eines hoffnungsvollen Projektes.

Das vollständige Programm findet sich unter diesem Link. (tr)


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Erstellt am Autor trier reporter in Featured, Gesellschaft 3 Kommentare

3 Kommentare zu Erinnerungen an das jüdische Echternach

  1. Greta Berger

    Oh, hier könnten Herr Buggenum und der Hansen wohl noch was lernen!

     
  2. Hubert Hansen

    Da muß ich ihnen wohl Recht geben. Wenn es so weiter geht ist es für die jüdische Bevölkerung in Europa nicht mehr sicher.

    http://www.deutschlandfunk.de/franzoesische-juden-beklagen-neuen-antisemitismus-bedroht.724.de.html?dram:article_id=406215

    https://www.bz-berlin.de/berlin/das-sagen-junge-juden-ueber-den-aufbrandenden-antisemitismus

    http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2018-01/frankreich-juden-uebergriffe-warnung-regierung

    Wer führt wohl in Deutschland bei der Gewalt gegen Juden? Die 5 hohlköpfigen Glatzköpfe oder wer?

     
    • Seufzer

      Noch so ein verlorener!

       

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