‟Es war der Wunsch der Stadt‟

An ihrem alten Standort war die Weihnachtspyramide ziemlich eingequetscht. Die Stadt ist sich sicher, dass sie am neuen Standort auf dem Hauptmarkt besser zur Geltung kommen wird. Fotos: Rolf Lorig

TRIER. Der Trierer Weihnachtsmarkt zählt zu den schönsten vorweihnachtlichen Märkten in ganz Deutschland. Wesentlichen Anteil daran hat die Familie Bruch, die dieses Event seit vielen Jahren ausrichtet und in weiten Bereichen mit entwickelt hat. Jüngst aber sind am Trierer Weihnachtshimmel dunkle Wolken aufgezogen.

Der reporter hatte als erstes Trierer Medium am Freitag von einer geplanten Veränderung berichtet. Laut einer Information aus dem Presseamt wird es im Zuge einer Neuplanung keinen Weihnachtsbaum mehr auf dem Trierer Hauptmarkt geben. Stattdessen soll an diesem Platz in Zukunft die Weihnachtspyramide stehen.

Die Reaktionen in den sozialen Medien waren enorm und reichten von Verärgerung über Beschimpfungen bis hin zu zustimmenden Kommentaren. Grund genug für den reporter, noch einmal bei der Stadtverwaltung nachzuhaken.

Die Zahl der klassischen Weihnachtsbuden auf dem Hauptmarkt wird sich nach Information des Stadtpresseamtes nicht reduzieren.

“Wir mussten Platz schaffen”

Rahaus-Sprecher Michael Schmitz ist spürbar um eine Versachlichung der Diskussion bemüht. Nein, sagt er, es stimme nicht, dass es der Wunsch der Familie Bruch gewesen sei, den Weihnachtsbaum auf dem Hauptmarkt einzusparen. Dass es in diesem Jahr zu einem Wechsel gekommen sei, liege vor allem an der neuen Beleuchtung. Deshalb habe über die Platzierung der Stände gesprochen werden müssen. Schmitz: ‟Aus Sicherheitsgründen können die Weihnachtsmarktstände auf dem Hauptmarkt nicht noch enger als bisher zusammenrücken. Die einzige Möglichkeit, die Situation etwas zu entzerren, war, Platz zu schaffen.”

Womit der Sprecher zum zweiten Punkt, den Marktleuten, überleitet. Man habe den drei Marktkaufleuten Ersatzstandorte angeboten, an denen sie ihre Sortimente auch in der Weihnachtsmarkt-Zeit anbieten können. ‟Das ist durch die gültige Marktordnung auch gedeckt.” Konkret handelt es sich laut dem Pressesprecher um zwei größere und einen kleineren Stand, die im Winter in der Regel ihr Sortiment weihnachtlich anpassen. Noch einmal Michael Schmitz: ‟Die drei Marktkaufleute weichen nun in der Weihnachtsmarkt-Zeit auf den Kornmarkt und vor die Commerzbank aus.” Und selbstverständlich trage die Stadt der veränderten Situation Rechnung: ‟Da es das erste Mal ist, dass sie ihre Stände in dieser Zeit nicht auf dem Hauptmarkt aufbauen, wird die Stadt ihnen bei den Marktstandsgebühren entgegenkommen.”

Bleibt die Weihnachtspyramide, die vom Domfreihof auf den Hauptmarkt umzieht. ‟Mit der Pyramide auf den Hauptmarkt zu wechseln, war schon lange der Wunsch der Stadt. In die Gespräche darüber war die Familie Bruch selbstverständlich eingebunden‟, sagt der Sprecher nun. Dezernent Thomas Schmitt (CDU) habe das Vorgehen aber auch mit dem Arbeitskreis “Winterliches Trier” sowie mit den städtischen Ämtern wie etwa der Denkmalpflege und der Stadtplanung, abgestimmt und ferner alle Stadtratsfraktionen im Vorfeld informiert. (rl)


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Erstellt am Autor Rolf Lorig in Featured, Gesellschaft 7 Kommentare

7 Kommentare zu ‟Es war der Wunsch der Stadt‟

  1. Peter Binsfeld

    “Die Reaktionen in den sozialen Medien waren enorm und reichten von Verärgerung über Beschimpfungen bis hin zu zustimmenden Kommentaren.”
    Äh, also, irgendwie, ich weiß ja nicht….Ist das jetzt so wichtig, also so wirklich? Muss man deshalb gleich ausfallend werden?

     
  2. Sascha

    Merkwürdig ist, dass in diesem Artikel von “Platz schaffen” gesprochen wird. In dem Artikel von letzter Woche heißt es allerdings:
    “‟Was wiederum bedeutet, dass die Verkaufsstände in der Mitte des Hauptmarktes kompakter zusammenrücken‟, sagt Schmitz.”
    Die Buden stehen sowieso schon viel zu dicht, und jetzt sollen diese, um “Platz zu schaffen”, noch dichter zusammengeklumpt werden?
    Wenn es möglich ist, die Marktbeschicker woanders anzusiedeln, wieso wird dies denn nicht mit einem Teil der Buden getan, z. B. auf dem Stockplatz oder hinter dem Dom? Ach stimmt, diese Plätze werden ja für die lauffaulen Trierer als Parkplatz benötigt (Entschuldigung für diese Polemoik, aber das konnte ich mir nicht verkneifen).

     
    • V. Clemens

      Sind den die neuen Spargel-Lampen so weit versetzt worden?
      in Trier scheint es ja, den Presseberichten glauben zu schenken, einen sehr starken Bewerberandrang auf den Weihnachtsmarkt zu geben.
      Warum weitet man den denn dann nicht aus? z.B. entlang der Sim, den unteren Kornmarkt oder auf den Platz vor der Touristinfo? Unter anderer Trägerschaft? Hier könnte ich mir z.B. die Kammern evt. in zusammenarbeit mit der Stadt (TTM) vorstellen. Mit Vorrang für Trierer Beschicker.
      Ich kann mir nicht vorstellen, das die Trierer Winzer kein Interesse haben einen (Gemeinschafts)stand zu betreiben oder das die Metzgerinnung nicht will.
      Ich bin sicher, der Kuchen langt auch für mehr Stände.

       
  3. Mücke

    Warum verdient da eine Familie das Geld? Was bleibt da für die Stadt hängen? Und warum ist das Warenangebot jedes Jahr gleich und nicht regional? Ein Glühwein von unseren Winzern wäre deutlich besser als das, was man zurzeit geboten bekommt und wo man sich fragt,zu welchen Bedingungen die polnischen (?) Verkäufer beschäftigt werden.

     
    • V. Clemens

      Diese Schausteller-Familie hat 1980 den Markt begonnen als Weihnachtsmärkte noch nicht so verbreitet waren.
      Quasi als ABM während der Winterpause.
      Und der Größte aus der Gruppe(Fam. Bruch) hat das eben Federführend übernommen.
      Man hat dann von der Stadt einen Vertrag bekommen.
      Diesen wollte wohl der Dezernent 2014? zum Ende 2016 kündigen. Ist jedoch im Rat gescheitert der wohl Angst hatte das dann bis 2017 innerhalb von 3 Jahren kein neues Konzept erstellt sei.
      Derzeit gilt der Vertrag bis Ende 2019(Volksfreund v.16.11.2014)
      Wenn der Veranstalter mind. 50.000 € Investiert, verlängert sich der Vertrag wohl automatisch um 5 Jahre (Das erklärt evt. auch das mehr-an-Kitsch-Deko der letzten Jahre)
      Die pacht an die Stadt betrug zum Stand 18.12.2013
      31.500 € für die jeweils 4 Wochen.(Volksfreund v.15.11.2013)
      Bei ~ 90 Buden also eine Pacht von 350 € je Bude oder je ca 27 € pro m2. Das ist das normale was auch die Marktfrauen bezahlen müssen.
      Gerüchteweise müssen Beschicker wohl ca. 3000€ an den Veranstalter pro Bude zahlen.
      Welcher Betrieb an den eigen-betrieben Buden (Glühwein, Imbiss, etc.) herrscht lässt den Schluss zu das es kein Zuschussgeschäft ist.
      Den Rest kann man sich selbst ausrechnen.

       
  4. V. Clemens

    Das Thema ist bereits im Bürgerhaushalt (Trier-Mitgestalten.de) angekommen und erstaunlich schnell bearbeitet worden.
    Der Vorschlag:
    Es gibt Sorgen, dass die Alteingesessenen Marktbeschicker im umsatzstarken Advent am Hauptmarkt nicht zugelassen werden. Das ist nur zu akzeptieren, wenn die Beschicker einen Ersatzplatz ihrer Wahl (z.B. Porta, Sim oder Pranger zur Verfügung gestellt bekommen. Hier ist der Marktmeister in der Verantwortung seine Stammbeschicker zu schützen.

    Hinweise der Verwaltung:
    Vielen Dank für Ihre Anregung. Die Sorgen sind unbegründet. Den Marktbeschickern wurden Ersatzplätze unter Berücksichtigung des Sicherheitskonzeptes angeboten.

    Verstehe ich das falsch oder wiederspricht sich die Verwaltung in ihrer Antwort selbst?
    1.Die Sorgen (das die Marktfrauen nicht auf den Hauptmarkt dürfen) sind unbegründet.

    2. Es werden Ersatzplätze ANGEBOTEN. (Also dürfen die nicht auf den Hauptmarkt)

     
  5. Gisela S.

    es wird endlich Zeit den Weihnachtsmarkt auf den Stockplatz auszuweiten – der ist in Sicht- und Fußweite und war schon Schauplatz während der Bauarbeiten vor dem Dom . Warum ?? sperrt man sich so dagegen ?? Nur weil der als Parkplatz dient und natürlich auch als Fahrgasse genutzt wird ? Es ist immer noch genug Platz dort – 1 Karussell und 6 Buden vom Hauptmarkt dorthin verschoben – oder allen Marktbeschickern dort günstiger angeboten – und auch der Platz ist voll . Das grauenhafte Gedränge um den Hauptmarkt ist wahrlich nicht ´´sinnlich ´´ und öffnet Langfingern oder noch Schlimmerem Tür und Tor .Wo wird denn dieses Jahr das Riesenrad stehen ?

     

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