Gegen den Stress bei der Parkplatzsuche

Klare Informationen: Auf diesem Parkplatz gibt es nur noch eine Parkbucht für ein Elektro-Fahrzeug. Fotos: Rolf Lorig

TRIER. Der “Wundertüten-Effekt” – finde ich noch einen Parkplatz oder sind alle Buchten voll? – am Roten Turm ist passé. Seit diesem Montag informiert eine gut sichtbare Anzeige an der Einfahrt des Parkplatzes darüber, ob es noch freie Buchten gibt oder nicht. “Unnötige Kreisfahren sollte damit eigentlich der Vergangenheit angehören”, befindet Oberbürgermeister Wolfram Leibe.

Modernste Technik soll hier den Autofahrern das Leben künftig einfacher machen. “Erstmalig in Deutschland ist ein Parkplatz dieser Größe mit diesen Sensoren ausgerüstet worden, die eine Rückmeldung über den Belegungszustand an die Informationssäule geben.” Möglich gemacht hat das eine Kooperation der SWT mit der Firma Bosch. “Diese Sensoren sind so stabil, da könnte rein theoretisch ein Schneeschieber mit einem Gewicht von fünf Tonnen drüberfahren, da würde nichts passieren”, beschreibt Christopher Wannek, der bei den SWT als Projektleiter für die Digitalisierung im Mobilitätsbereich verantwortlich zeichnet. Etwa acht Jahre lang soll die Batterie im Inneren des Gerätes den Sensor betreiben, erst dann sei ein Batteriewechsel erforderlich.

Dieser Sensor gibt die Info an die Säule weiter, ob die einzelne Parkbucht nun frei oder besetzt ist

Sensoren für alle Parkplätze der Stadt

Für den Oberbürgermeister ist das der erste Schritt hin zur Beruhigung des Innenstadtverkehrs. Seinen Worten zufolge sollen nach einer Probephase und der Auswertung der gemachten Erfahrungen nach und nach alle freien Parkplätze in der Stadt mit diesen Sensoren ausgerüstet werden. Diese speisen ihre Signale dann in ein übergeordnetes Parkleitsystem ein, das Autofahrer bei der Einfahrt ins Stadtgebiet nach Möglichkeit auf dortige Parkplätze lenken soll, von wo sie dann per P+R mit dem öffentlichen Nahverkehr weiter in die Stadt fahren. Mehr noch: Auch die SWT-App “äbbes” wird so zum Parkleitsystem werden. Verkehrsdezernent Thomas Schmitt hat schon mal hochgerechnet: Rund 4000 Menschen wären dann statt mit dem Auto per Bus unterwegs.

Die Idee ist nicht schlecht – der Stress bei der Parkplatzsuche verschwindet, was den Menschen wiederum zugutekommt. Wenn die Sache nicht einen kleinen Haken hätte: Es ist kein billiges Vorhaben, war auf Nachfrage zu erfahren. Kostet doch schon alleine ein Sensor 150 Euro. Um den Parkplatz am Roten Turm derart auszustatten, war ein Gesamtinvest in Höhe von 25.000 Euro erforderlich, verdeutlicht SWT-Chef Arndt Müller die finanzielle Dimension.

Am liebsten würde Wolfram Leibe nun in möglichst kurzer Zeit alle Parkplätze derart ausrüsten. Baudezernent Andreas Ludwig kann diese Euphorie verstehen, zeigt sich aber realistisch: “Das sind hohe Investitionen, da werden noch einige Jahre vergehen.” Die Erprobungsphase soll bis Ende des Jahres abgeschlossen sein, dann hofft man seitens der Partner SWT und Bosch auf einen genauen und störungsfreien Betrieb, sagt Arndt Müller. Danach kann die schrittweise Umrüstung von weiteren Parkplätzen beginnen. (-flo-)


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Erstellt am Autor Rolf Lorig in Featured, Gesellschaft Hinterlasse einen Kommentar

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