Gesucht wird: Mr. Right – Aber wie?

Welchen Kurs fährt die CDU unter Köhlers Führung in der Dezernenten-Frage? Alle Fotos: Rolf Lorig

Welchen Kurs fährt die CDU unter Köhlers Führung in der Dezernenten-Frage? Alle Fotos: Rolf Lorig

TRIER. Die Nachbeben des Theater-Skandals sind keineswegs verebbt: Nach dem Weihnachtsfrieden geht es für Rat und Stadtvorstand nun darum, die Egger-Nachfolge zu regeln. Wer beerbt den abgewählten Dezernenten? Und wie sieht das Erbe aus? Fragen, die von der Stadtspitze am kommenden Montag erörtert werden. Noch am selben Tag will Oberbürgermeister Wolfram Leibe (SPD) die Fraktionen über die Beratungen des Stadtvorstandes informieren. Die CDU ist laut Fraktions- und Parteichef Udo Köhler dagegen, die Egger-Stelle kongruent zum bisherigen Portfolio auszuschreiben, wenn der Stadtrat am 17. Januar zu seiner Sondersitzung zusammenkommt. FDP-Chef Tobias Schneider wittert darin allerdings “reine Taktik der Union, weil das Bündnis aus CDU und Grünen wohl Anspruch auf das Dezernat erheben wird und die CDU ihren neuen Dezernenten nicht über Gebühr belasten will”. Für SPD-Chef Sven Teuber ist die entscheidende Frage: “Wollen CDU und Grüne ihre Machtpolitik durchziehen, oder stellt die Union sich doch ihrer Verantwortung für die Stadt?” Geklärt werden muss bis spätestens zum 17. Januar ferner, ob die Kultur aus dem alten Egger-Dezernat herausgelöst wird. Bekommt Trier also einen Kulturmanager? Neu ist die Idee nicht. Schon unter der Regie von Alt-OB Helmut Schröer (CDU) und im Ampelbündnis nach der Kommunalwahl 2009 wurden derartige Überlegungen angestellt. “Durchaus sympathisch” findet UBT-Fraktionschefin Christiane Probst diese Variante, spricht sich allerdings ebenso eindeutig gegen ein zusätzliches Dezernat aus.

Noch weilt Wolfram Leibe im Urlaub. Was allerdings nicht heißt, dass der Stadtchef die Beine auf der heimischen Couch hochlegt. Der Sozialdemokrat ist Dauer-Gast im Christ-König-Saal in Trier-West. Dort hört Leibe sich die Probedirigate jener Kandidaten an, die Victor Puhl als Generalmusikdirektor beerben wollen. Aktuell ist der Oberbürgermeister auch kommissarischer Kulturdezernent der Stadt. Das aber soll keineswegs zur Dauerlösung werden. “Wir brauchen einen erfahrenen Koordinator für die Kultur”, sagt der Stadtchef gegenüber dem reporter. Wie die strukturelle und personelle Zukunft des bisherigen Egger-Dezernats aussehen könnte, darüber wird Leibe sich am Montag mit den verbliebenen Kollegen im Stadtvorstand austauschen. Dann kommt der OB erstmals nach der Weihnachtspause mit Bürgermeisterin Angelika Birk (Grüne) und Dezernent Andreas Ludwig (CDU) zusammen.

Erst was, dann wer…

Hüllt sich in Schweigen: Markus Nöhl.

Hüllt sich in Schweigen: Markus Nöhl.

Inhaltlich liegt Leibe auf einer Linie mit Ludwig. “Bevor entschieden wird, wer das Dezernat übernimmt, muss erst einmal geklärt werden, was strukturell überhaupt gewollt ist”, betont der Christdemokrat gegenüber dem reporter. Die Schlüsselrolle im taktischen Spiel kommt Ludwigs Partei zu. Im Rat verfügt das Bündnis aus CDU und Grünen über eine Stimme Mehrheit. Schwarz-Grün könnte seine Optionen also kompromisslos durchdrücken. Das hieße: Die CDU bekommt das alte Egger-Dezernat im bisherigen Zuschnitt, und die Grünen regeln im Herbst die Birk-Nachfolge unter sich. Womit die SPD als zweitstärkste Fraktion aus dem Stadtvorstand ausgeschlossen wäre − von der OB-Stelle abgesehen.

Diese Vorgehensweise entspräche auch dem Geist des schwarz-grünen Bündnisvertrages. Denn der legt fest, dass die Partner sich bei Entscheidungen zum Stadtvorstand gegenseitig nicht überstimmen dürfen. Eine geheime Zusatzvereinbarung regelt nach reporter-Informationen ferner, dass Bürgermeisterin Birk keine zweite Amtszeit bekommt. Nur unter dieser Bedingung stieg die Union vor zwei Jahren in das Bündnis ein. Mit Reiner Marz steht der Birk-Nachfolger für das Sozialdezernat schon in den Startlöchern. Der ehemalige Landtagsabgeordnete und Sprecher der Landesgrünen schielte schon vor sieben Jahren auf den Posten, scheiterte damals jedoch am massiven Widerstand innerhalb der eigenen Partei. Für die Egger-Nachfolge werden aktuell viele Namen gehandelt – unter anderem auch der von Jürgen Backes. Wobei dem ehemaligen Verbandsbürgermeister lediglich Außenseiterchancen eingeräumt werden, den Sozialdemokraten Egger zu beerben.

Der Zwänge, die der Union durch die Liaison mit dem Grünen auferlegt sind, ist Köhler sich durchaus bewusst. Das ist der Hintergrund, wenn er heuer gegenüber dem reporter sagt: “Bei all unseren aktuellen Überlegungen müssen wir natürlich auch einbeziehen, wie die Dezernatsverteilung 2018 aussieht.” Dann könnten die Karten komplett neu gemischt werden, wenn der Birk-Nachfolger im Februar kommenden Jahres seine Arbeit aufnimmt. Deswegen schiebt der CDU-Chef Leibe die Aufgabe zu, den gordischen Knoten zu lösen. “Wir haben mit dem OB vereinbart, dass er uns über seine Vorstellungen informiert, und dabei bleibt es.” Es sei die originäre Aufgabe der Stadtchefs, die Dezernate zu bestimmen und festzulegen.

Kulturmanager als Kompromiss

FDP-Chef Tobias Schneider kann der Variante "Kulturmanager" nichts abgewinnen, ganz anders als UBT-Chefin Christiane Probst.

FDP-Chef Tobias Schneider kann der Variante “Kulturmanager” nichts abgewinnen, ganz anders als UBT-Chefin Christiane Probst.

Entschieden dementiert Köhler allerdings Meldungen, wonach die CDU ein fünftes Dezernat gefordert habe. In seiner Haushaltsrede hatte der CDU-Chef von einer “Zeitungsente” gesprochen. Heute sagt er: “Dieses fünfte Dezernat ginge ja zwangsläufig an die SPD, und wir als CDU sind ganz klar der Auffassung, dass die Arbeit auch mit vier Dezernenten geleistet werden kann.” Damit schließt Köhler die Reihen hin zu den Grünen. Denn auch der Bündnispartner der CDU lehnt nach reporter-Informationen ein fünftes Dezernat kategorisch ab. Übrigens ebenso wie FDP und UBT.

Die Variante, die Kultur einem eigenen Manager zu übertragen, will Köhler aber nicht von vornherein vom Tisch wischen. “Denkbar ist das”, sagt er, verweist aber auf die Kosten und die Folgen für das Rest-Dezernat. “Was bleibt dann noch übrig?” Der Kulturmanager könnte allerdings zum Kompromiss zwischen CDU, SPD und Grünen werden, wobei SPD-Chef Teuber in den anstehenden interfraktionellen Gesprächen zunächst einmal klären will, “wer im Bündnis von CDU und Grünen Koch und wer Kellner ist”. Laut Teuber steht seine Fraktion im Dialog mit der CDU, “mit den Grünen aber noch nicht”. Auch der SPD-Chef will zunächst einmal den Montag abwarten, “ehe wir uns klar positionieren”.

Der Kulturmanager würde als Stabstelle im Dezernat des Oberbürgermeisters oder auch im dann abgespeckten Ex-Egger-Dezernat angesiedelt werden. Darstellbar wäre die Stelle auch deshalb, weil Trier im Gegensatz zu den anderen Großstädten des Landes keinen eigenen Hauptamtsleiter beschäftigt. Der steht normalerweise in einer Art Zwitter-Funktion zwischen Amtsleiter und Dezernent und managt als rechte Hand des Stadtchefs die verwaltungsinternen Abläufe, aber auch das Zusammenspiel zwischen Rat und Rathaus. Will die CDU die SPD mit ins Boot nehmen, wird sie den Kulturmanager den Sozialdemokraten zugestehen. Dabei fiel in den vergangenen Wochen immer wieder ein Name: Markus Nöhl. Der Geschäftsführer der SPD-Fraktion gilt als Favorit für den Posten, sollte die CDU sich mit der SPD verständigen. Nöhl selbst will sich aktuell zu seinen Ambitionen nicht äußern. Eine entsprechende reporter-Anfrage ließ der Sozialdemokrat bis heute unbeantwortet.

Intendant soll Aufgaben übernehmen

Und welchen Kurs fahren die Grünen? Auch Reiner Marz gibt sich zugeknöpft

Und welchen Kurs fahren die Grünen? Auch Reiner Marz gibt sich zugeknöpft

Auch Marz gibt sich zugeknöpft. Der stellvertretende Fraktionschef der Grünen will “abwarten, welche Variante der Stadtvorstand uns vorschlägt”. Erst dann wolle seine Fraktion sich intensiv beraten. Marz räumt allerdings ein, “dass wir natürlich schon Gespräche führen – personell wie inhaltlich”. Doch zunächst sei die Stadtspitze um OB Leibe am Zug. “Es ist das Vorrecht des Oberbürgermeisters”, sagt der Grüne, “Vorschläge zu unterbreiten, die der Stadtrat dann politisch bewerten muss.” Seine Partei nehme diese Vorschläge ernst. Zu analysieren sei schließlich aber auch, “welche Probleme im Egger-Dezernat dem System geschuldet und welche personeller Art waren”. Die Erfahrung sei gemacht worden, so Marz, “und daraus müssen wir Konsequenzen ziehen”.

FDP-Chef Tobias Schneider kann der Kultur-Manager-Variante hingegen nichts abgewinnen. Der Liberale geht ohnehin davon aus, “dass CDU und Grüne das Fell des Bären unter sich aufteilen”. Für die FDP stehe fest: “Der Zuschnitt des Dezernats sollte im Großen und Ganzen so bleiben, wie er ist.” Der neue Dezernatschef müsse im Idealfall einen juristischen Hintergrund mit kulturwirtschaftlichen Ambitionen mitbringen. “Aber machen wir uns doch nichts vor”, so Schneider, “ob Dezernent oder Kulturmanager, die strukturellen Probleme des Theaters werden dadurch doch nicht gelöst.” Die Aufgaben des Kulturmanagers sieht Schneider beim künftigen Theater-Intendanten angesiedelt. “Der wird das leisten müssen!”

Ebenso wie für die FDP ist auch für die UBT klar: Ein fünftes Dezernat ist für die hochverschuldete Stadt finanziell nicht zu leisten. “Der Idee des Kulturmanagers können wir aber durchaus etwas abgewinnen”, sagt UBT-Fraktionschefin Christiane Probst. Aber auch die Ex-FWG will abwarten, welche Variante die Stadtspitze vorschlägt. Das Super-Dezernat wie zuletzt unter Egger sei allerdings nicht der Weisheit letzter Schluss. “Der Stadtvorstand muss wieder handlungsfähig werden”, betont Stadtrat Hermann Kleber, “und das war er zuletzt nicht mehr.” (et)

Extra

Seit der Abwahl von Thomas Egger am 12. Dezember machte innerhalb der politische Szene noch eine weitere unorthodoxe Variante die Runde: Reaktivierung statt Neuwahl unter Zeitdruck. Bis zum offiziellen Ende der Egger-Amtszeit im Februar 2018 könnte ein Ex-Dezernenten aushilfsweise einspringen. Als möglicher Kandidat wurde unter anderem Norbert Neuhaus (CDU) gehandelt, von 1989 bis 1999 Trierer Wirtschaftsdezernent. Der Hintergrund: Die Stadt könnte so Kosten einsparen, weil bei der Reaktivierung eines Ex-Dezernent dessen Pensionszahlungen wegfielen. Bis Februar 2018 muss die Stadt Egger zudem 71 Prozent seines Gehaltes zahlen.

Für CDU-Chef Köhler ist die Variante allerdings keine Lösung. “Wir sind ja gezwungen, die Stelle innerhalb von drei Monaten auszuschreiben, und bis auch ein Ex-Dezernent sich eingearbeitet hat, ist es Herbst”, so Köhler. “Nein, das macht keinen Sinn.” Der CDU-Chef will stattdessen analysieren, “welche Variante uns was kostet, sobald der Stadtvorstand sich geäußert hat”. Das werde der entscheidende Faktor dafür sein, “welche Variante wir bevorzugen”. (et)


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Erstellt am Autor Eric Thielen in Dossier Theater, Featured, Politik 25 Kommentare

25 Kommentare zu Gesucht wird: Mr. Right – Aber wie?

  1. Westermann, P.G.

    Diese möchtegern Politiker, die haben kein Interesse an der Stadt, sondern nur am Geschachere, Bananenrepublik.
    Geld verbrennen, dies der Bürger, in meinem Unternehmen noch nicht mal als Pförtner geeignet.

     
    • Rainer Landele

      sie verwechseln die berichterstattung mit der realität.

       
  2. Mücke

    Oder Mrs. Right?!

     
    • Volker Zemmer

      Mrs? Nein, danke, einmal Frau mit Frau Birk hat gereicht und ziemlich viel Schaden angerichtet. Wir sollten zzurück zum alten Prinzip als CDU und SPD die Stadtregierung stellte, wie z.B. mit dem Duo Schröer|Dietze. Hat funktioniert und war erfolgreich, aber die SPD ist ja selbst schuld, dass sie die Grünen und die FDP mit T. Egger an der “Macht” beteiligt hat. Zuviele Köche verderben den Brei!

       
      • Mücke

        Bestechende Logik. Bravo!

         
      • Hat funktioniert!?

        Schröer/Dietze hat funktioniert? Ähm, woher kommen die immensen Schulden der Stadt Trier, nur mal so ne Frage? Nur eins, Jensen und Leibe haben diese schon geerbt!

         
  3. Rainer Landele

    wie? aus finanziellen gründen kein fünftes dezernat? als wäre die reduzierung unter schröer auch nur irgendwie erfolgreich und gut für die stadt gewesen. weder finanziell, geschweige denn inhaltlich. als würden aufgaben besser erledigt, wenn man immer mehr verantwortlichkeiten auf immer weniger köpfe verteilt.

    woher kommt eigentlich die info, die grünen würden ein weiteres dezernat ablehnen? ist da nicht mehr politisch erklärtes ziel, ein umweltdezernat für trier ein zu richten?

    und woher kommt der absurde schmarrn, reiner marz wurde nachfolgender dezernent werden wollen?

     
  4. Hubert Hansen

    Ich lese das also richtig aus dem Bericht, von Seiten der CDU und Grünen wird kein Experte gesucht sondern ein Parteibuch?
    Für wie dumm wird eigentlich der Wähler gehalten, ist der CDU immer noch nicht aufgefallen warum die Bürgermeisterwahl verloren wurde. Wieviele Wahlen will man noch verlieren?
    In einer Stadt wie Trier braucht man Fachleute, oder soll die finanzielle Zerstörung der Stadt einfach so weitergehen.
    Haben sich CDU Verantwortliche mal umgehört wie die Meinung zur OB-Wahl war?
    Nur aus Treue zur CDU ist man nicht wählen gegangen, ansonsten hätte OB Leibe noch viel höher gewonnen.
    Zu Leibe besteht das Vertrauen das er den Untergang der Stadt noch verhindern kann. Keiner sollte vergessen das die Stadt fast 800 000 Millionen Schulden hat, mit Spiel nach oben.

    Welche Qualifikationen haben die genannten Personen für dieses Amt?
    Vielleicht die typischen Trierischen “ich kenne jemanden der kennt jemanden der kann das”.

    Allerdings glaube ich nicht das es unter Malus Schützling besser läuft. Schließlich sollte nicht vergessen werden, war Frau Birk z.B. auch eine SPD Entscheidung.
    Ehrlich wäre es Fachleute einzuladen und den Stadtrat namentlich über diesen abstimmen zu lassen, um zu zeigen ob es den Mitgliedern um die Stadt oder nur um ihre Partei geht.

     
    • Hans Maier

      Sehr gut geschrieben.
      Ich frage mal, was für eine Quali z. B. Ein M.N. Haben soll, außer ein Parteibuch? Und eine Umhängetasche?
      Man hat ihn doch schon seitens der Partei in der Staatsknzlei untergebracht, mangels anderer Berufsaussichten. Das Geklüngel hört einfach nicht auf.

       
  5. Jürgen Polka

    Guter Beitrag von Hubert Hansen…. Allerdings steht zu befürchten,dass die CDU Trier das beispiellose Debakel bei der OB-Wahl nicht einmal annäherungsweise aufgearbeitet hat.Ich kann mich noch erinnern,bei der damaligen Kandidatin im Hinblick auf Vita und beruflichen Hintergrund zunächst angenommen zu haben, dies sei so eine Art “Testballon” – jedenfalls gewiss nicht ernst gemeint.Die meinten das aber sehr ernst und fanden diese Idee offensichtlich richtig schlau…..das Ergebnis ist bekannt. Daraus kann man lernen, z.B. dass für die Dezernentenstelle insbesondere 3 Attribute – für Trier eher ungewöhnlich – erforderlich sind: 1.Kompetenz
    2.Kompetenz
    3.Kompetenz
    Es scheint deshalb angezeigt, die Erkenntnisbasis möglichst breit anzulegen und den Blick nach außen zu richten. Eine Fast-Ausnahme ist (von Herrn Frisch an anderer Stelle angesprochen) diskutabel: Die Persönlichkeit Norbert Neuhaus ist menschlich und fachlich über jeden Zweifel erhaben;im übrigen kam auch er damals von aussen. Natürlich stellt ein solches Kaliber eine intellektuelle Herausforderung dar, vor allem für die eigene Partei, die offenbar die schlichten Lösungen bevorzugt…..

     
  6. TSchneider

    Interessante Interna, die der Trier-Reporter wieder ausgräbt. Es stellen sich aber Fragen. Der Deal zwischen CDU und SPD schafft ein eingenständiges Kulturdezernat ab. Eines der wichtigsten Themen Triers ohne eigenes Dezernat? Wieso? Will die CDU das Ordnungsamt für einen Juristen freiräumen? Wichtige Leute wie Jürgen Backes oder Thomas Albrecht sind ja Juristen bei der CDU, oder? Gehts am Ende der CDU nur um ihr Personal?

     
  7. Marco Berweiler

    Ob es nun einen Kulturmanager gibt oder auch nicht: Bei der Egger-Nachfolge darf es auf keinen Fall darum gehen, welcher Partei der Nachfolger angehört bzw. mit welcher er sympathisiert, sondern einfach nur darum, wer es am besten kann und vor allem dauerhaft am besten macht.

    Diese schwarz-grüne Klüngelei schadet der Stadt und den Bürgern sonst auch künftig mehr als sie nützt. Klar, dies war in der Vergangenheit mit der Egbert-Entscheidung zwar auch schon der Fall, aber irgendwann sollte mal die Vernunft in diese Unvervunft-Gemeinschaft einkehren.

    Natürlich gibt es in Regierungen immer Mehrheiten, die oftmals auch von zwei oder mehr Parteien gehalten werden. Dann sollten diese Parteien aber inhaltlich irgendwie auch gleiche Wünsche, Ziele und Programme haben.

    Leider aber haben hier CDU und Grüne so viel gemeinsam wie Egger mit gelungenem Controlling.

     
  8. Kevin

    mal so am Rande bemerkt:

    1.) Baudezernent Andreas Ludwig ist – folgt man den Argumentationslinien obiger Besserwisser – ein Ergebnis der schwarz-grünen Verantwortungsgemeinschaft. Macht er gute Arbeit? Ist er der Richtige für diesen Job? Ja!!! Gesteht dies ein und redet nicht alles schlecht.

    2.) Völlig rätselhaft ist, warum ausgerechnet Herr Neuhaus reaktiviert werden soll. Seine Amtszeit ist lange her und es scheint vergessen: mit großem Engagement hat er sein Amt begonnen, aber dass er nach Ablauf seiner ersten Amtszeit nicht wiedergewählt wurde, hatte seine Gründe.

    3.) Die Personalvorschläge Marz und Nöhl entspringen eher einer Gerüchteküche als konkreter Personaldiskussionen. Das Stellenprofil (Zuschnitt des Dezernats) ist noch gar nicht definiert und die Stelle nicht ausgeschrieben. Wobei es bei der letzteren Person dann doch ins Bild passen könnte, da die SPD ihre Leute gerne und immer wieder in Verwaltungen positioniert und versorgt (der Vergleich ehemaliger und derzeitiger SPD-Stadtratsmitglieder mit den Posten bei der ADD, SGDNord usw. lohnt sich).

    3.) Wenn man eine Lehre aus der Personalie Egger ziehen sollte: junge Stadträte, die sich ihre Sporen nur in ihrer Partei verdient haben, aber keine beruflichen sowie fachlichen Kompetenzen aufweisen und keine Verwaltungserfahrungen vorweisen können, sind als Dezernent zum Scheitern verurteilt.

    Wir brauchen einen erfahrenen Kapitän, der das Theater in ruhigere Gewässer führt, der Feuerwehr eine Hauptfeuerwache beschert, Personal führen kann, die Finanzen im Blick hat, aber dennoch Wert und Potential der Trierer Kultursszene erkennt.

     
  9. Joachim Baron

    Wieso sollte ein neuer Dezernent/in kein Parteibuch haben? Leibe/Ludwig haben doch auch eines und es funktioniert. Die Kritik kann ich so nicht nachvollziehen. Entscheidend ist doch die Kompetenz und da gibt es auch in den Parteien immer noch gute Leute. Solange Parteien existieren, solange ist es auch legitim, dass politische Posten -was der Dezernent ist- von ihnen besetzt werden. Es darf nicht nur zur “Versorgungsmentalität” verkommen, die Kompetenz muss das wichtigste Kriterium sein.
    Von daher kann ich auch die Kritik der AFD nicht wirklich nachvollziehen- Herr Frisch hat gut reden, aber ich bin mir nicht sicher, ob er auch so reden würde, wenn man seiner Partei den Posten anbieten würde?!?

     
  10. Paul Schmitz

    Und es ist wieder einmal die AfD. Als einzige und letzte Opositionspartei im Rat, die zu dem Geklüngel die richtigen Antworten und Alternativen findet – von SPD, FWG usw. ist wiedereinmal nichts konstruktives zu hören. Diese Ratsmitglieder sollten sich ernsthaft die Frage stellen, ob sie nicht besser ihren Platz im Rat räumen.

     
    • Kevin

      @ Paul Schmitz:

      Von der AfD lese ich nur Worthülsen. Die Trierer AfD hatte bei den Haushaltsberatungen keinen einzigen Antrag gestellt. Sie beschränkt ihre kommunalpolitisches Wirken auf das Stellen von Anfragen. “Antworten und Alternativen” zur Trierer Stadtpolitik hat sie bisher nicht gegeben – es sei, man glaubt, dass ihre Diskussionsbeiträge (wie z.B. beim Thema Stadttheater) neu und nicht schon tausendmal öffentlich abgewogen wären.

       
      • Paul Schmitz

        Nun lieber Kevin, vielleicht kannst Du ja nicht lesen und wir sollten das mal üben – Herr Frisch macht schon in seinem Kommentar sehr klare Vorschläge, benennt sogar Personen-Personen die nicht der AfD angehören, somit daß falsche Parteibuch haben. Schappo Herr Frisch, ein sehr guter Beitrag! Und auch beim Theater ist es die AfD die klare Anträge gestellt hat – von Ihrer Faktion kommt ja nur: weiter wie bisher – bis zur nächsten Katastrophe.
        Abgaben und Steuern erhöhen das könnt Ihr gut – aber mit weniger Geld auskommen das geht nicht. Mehr Theater für noch mehr Steuergeld und noch weniger Zuschauer!!
        Aber Gott seis gelobt, die nächste Wahl kommt bestimmt- aber ob der kleine Kevin dann noch im Rat sitzt?

         
        • Kevin

          @ Paul Schmitz: Sie irren sich! Der “kleine Kevin” sitzt nicht im Rat. Er beobachtet nur sehr genau die Vorgänge und kann auch zwischen den Zeilen lesen.

          Und zu Herrn Frischs (weder neuem noch AfD-originärem) Personalvorschlag: Was bleibt dieser kleinen Nörgelpartei AfD nach innerer Einkehr anderes übrig, als Nicht-Parteimitglieder vorzuschlagen. Leute mit Fachkompetenz und Verwaltungserfahrung – die für die Egger-Nachfolge in frage kämen – gibt in der AfD nicht. Somit ist der von Ihnen gefeierte Vorschlag von Herrn Frisch ein ehrlicher Offenbarungseid!

           
        • Lesen ja, Schreiben?

          Nun lieber kleiner Herr Schmitz, ich glaube schon, dass Kevin lesen kann, nur ob Sie schreiben können, da hab ich so meine Zweifel: Was sind “Personen-Personen”? Weiter: “…benennt sogar Personen-Personen die nicht der AfD angehören…”, da fehlt ein Komma hinter Personen-Personen!

           
    • Rainer Landele

      zitat: “Diese Ratsmitglieder sollten sich ernsthaft die Frage stellen, ob sie nicht besser ihren Platz im Rat räumen.”

      okay, sie haben recht. kurz überlegt. hmm, wenn sie das fordern, das räumen, dann hat das ja viel gewicht, millionen gewicht in trier. aber, sorry, ergebnis: darüber entscheidet der wähler bei der nächsten wahl.

      es ist bezeichnend, dass sie und andere hier zum wievielten male den rücktritt der stadträte fordern. bezeichend, weil es entweder ihre dummheit hinsichtlich der kommunalen strukturen beweist oder, alternativ, ihr populistisches geblubber wider besseren wissens. dürfen sie sich aussuchen, was es ist…in beiden fällen stehen sie doof da…

       
  11. Marco Berweiler

    @Kevin: natürlich macht Ludwig sehr gute Arbeit, wie Leibe auch. Beide sind eine große Bereicherung für Trier.

    Da stört mich das Parteibuch überhaupt nicht.

    Es darf aber nicht sein, dass das Parteibuch wichtiger ist als das Können der jeweiligen Person.

     
    • Rainer Landele

      genau dies unterzeichnet ihnen jeder.

      die einzige diskrepanz besteht also darin, ob jemand in dieser frage lügt.

      und genau dann wird es schwer. was wäre eine lüge? denn: worauf bezieht sich “können”? bzw.: kompetenz? ist es nur sachkompetenz oder auch die fähigkeit, die verschiedenen, parteipolitischen interessen unter einen hut zu bekommen. zuweilen die interessen der eigenen partei vertreten zu müssen, zuweilen gegen sie agieren zu können.

      meine (geringe!) erfahrung lehrte mich: fachlich kompetente personen OHNE die sensoren für machtpolitik und der fähigkeit zum interessenausgleich, gehen unter. ein dezernent ist zuerst politiker – und eben nicht experte auf irgendeinem fachgebiet. umso mehr gilt dies, wenn man weit auseinander liegende fachgebiete in ein dezernat bündelt.

      es gibt ja unzähige beispiele dafür, wo seiteneinsteiger zu beginn gefeiert wurden. und dann scheitern an der realität des politischen, alltägliche geschäfts. ich finde die vermessenheit, jeder könne politik, immer wieder überraschend. vermutlich steckt dahinter die negative, abwertende haltung, politik sei ein drecksgeschäft, welches eben jeder könne. dabei muss es handwerklich so gelernt werden, wie auch jeder kriminelle lernt, welche regeln in dem geschäft der mafia gelten. oder bei der bank. oder im gebrauchtautoladen. oder, oder, oder…

      jedenfalls, der kern: die kompetenz hängt natürlich nicht vom parteibuch ab. das wissen gerade parteimitglieder (fraktionsmitglieder hinsichtlich der dezernatsbesetzung) am besten. aber es ist ja billig und simpel, sowas zu unterstellen…bringt bonuspunkte…

       
      • Hubert Hansen

        @landele
        Was sie da schreiben und wenn sie es ernst meinen ist wirklich erschreckend für mich.
        Ihrer Meinung nach dürfen also nur Parteimitglieder die zwar im Endeffekt Null Ahnung haben in höhere Ämter weil sie besser vernetzt sind.
        Danach kann man allen Eltern nur empfehlen schickt eure Kinder in Parteien, schulische Bildung und Ausbildung ist nur für das dumme zahlende Fußvolk.
        Mehr kann ich im Augenblick nicht dazu sagen. Wenn das Satire sein sollte bitte zukünftig ihre Artikel als solche kennzeichnen.

         
        • Stephan Jäger

          Es geht eigentlich seit einer ganzen Weile schon bestenfalls noch als Satire durch. Der einzige Unterschied: Die ist, wenn sie gut gemacht ist, zumindest unterhaltsam.

           
        • Rainer Landele

          und wieder mal punkt für punkt angeschaut, also:

          “@landele
          Was sie da schreiben und wenn sie es ernst meinen ist wirklich erschreckend für mich.”

          warum?

          “Ihrer Meinung nach dürfen also nur Parteimitglieder die zwar im Endeffekt Null Ahnung haben in höhere Ämter weil sie besser vernetzt sind.”

          nö. gerade nicht. wie lesen sie da sowas heraus? aber es gehört zur kompetenz teamfähig zu sein. zum team gehören auch die stadtratsfraktionen.

          “Danach kann man allen Eltern nur empfehlen schickt eure Kinder in Parteien, schulische Bildung und Ausbildung ist nur für das dumme zahlende Fußvolk.”

          und wieder: viel phantasie bei ihrer ihrer interpretation. ich jedenfalls habe nix in diese richtung gesagt. ich halte die parteien nur für einen player unter vielen in einer demokratie. und die stabilität und qualität einer demokratie hängt in meinen augen tatsächlich vor allem von justiz, medien und bildung ab. dann, irgendwann, kommen die parteien. und jetzt raten sie mal, wer diese drei dinge (die ich primär sehe) aktuell attackiert, diffamiert? das parteien und politikerschelte zum standardrepetoire der rechten gehört, was man schon aus der geschichte…

          “Mehr kann ich im Augenblick nicht dazu sagen. Wenn das Satire sein sollte bitte zukünftig ihre Artikel als solche kennzeichnen.”

          na, wenn meine worte in ihren hirnwindungen zu satire werden, dann hatten sie immerhin spaß.

           

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