Grenzüberschreitend arbeiten und voneinander lernen

Hochschulpräsident Norbert Kuhn (Mitte) hatte sich zu Beginn stolz auf die Aktivitäten seines Umweltcampus in Birkenfeld gezeigt. Auch bei SWT-Vorstand Arndt Müller (rechts) schwingt Stolz mit, wenn er von den Bemühungen seines Unternehmens beim Klimaschutz spricht. Links Moderator Guy Keckhut. Fotos: Rolf Lorig

TRIER. Ökologisch-soziales nachhaltiges Bauen ist das Thema der internationalen Konferenz “Nachhaltige Quartiere”, die am heutigen Dienstag bei den Stadtwerken Trier (SWT) läuft. Dazu eingeladen hatte das europaweit erste grenzüberschreitende Netzwerk der Umwelttechnik Greater Green, Dabei handelt es sich um ein am Hochschulstandort Birkenfeld angesiedeltes Umwelttechnik-Meta-Cluster der Hochschule Trier, das Informations- und Beratungsdienste für die Umwelttechnikbranche in der Großregion entwickelt und neue Marktzugänge für die Unternehmen entwickelt. Ziel der Konferenz ist es, den grenzüberschreitenden Austausch und die Vernetzung zwischen Fachleuten aus der Bauwirtschaft und Quartiersentwicklung, und damit auch Innovation in der Großregion, zu fördern.

Schon bevor die international besetzte Konferenz am Vormittag begonnen hatte war klar, dass sie ein voller Erfolg werden würde. Rund 150 Teilnehmer waren eingeladen, gut 170 waren anwesend. Für Moderator Guy Keckhut, Direktor für institutionelle Beziehungen und territoriale Entwicklung an der französischen Hochschule CNAM Grand-Est (Conservatoire national des arts et métiers, war das mehr als nur ein ermutigendes Zeichen.

Wie dringlich eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit gerade im Kampf gegen die Klimaerwärmung ist, stellten zu Beginn gleich mehrere Redner in den Mittelpunkt ihrer Ansprachen. Florence Jacquery, Geschäftsführerin des Gipfelsekretariats der Großregion, richtete dabei den Blick auf die Chancen und Möglichkeiten der Zusammenarbeit von Ländern, Kommunen und Unternehmen innerhalb der Großregion. Greater Green gebe seit mehr als 20 Jahren den gemeinsamen Bemühungen den Rahmen für den erforderlichen Austausch. Bei der internationalen Zusammenarbeit habe es beispielsweise bereits große Fortschritte bei der Senkung des CO2-Ausstosses gegeben.

Mit ein Teilnehmer der Konferenz ist auch die Arge Solar, e.V., ein Zusammenschluss von saarländischen Stadtwerken und Energieversorgern. Deren Vorstandsvorsitzender Werner Spaniol hob in seinem Grußwort hervor, dass die Arge Solar sich schon seit 30 Jahren in Zusammenarbeit mit den Ministerien, dem Verbraucherschutz und den Hochschulen für die Förderung der regenerativen Energien einsetzt. Der erlebbare Klimawandel, der noch vor 30 Jahren nicht den heutigen Stellenwert in der Öffentlichkeit gehabt habe, verdeutliche die Notwendigkeit eines gemeinsamen Vorgehens. Dies wolle man unter anderem auch durch eine entsprechende Sensibilisierung der Menschen erreichen.

Die Ausführungen der Redner werden für das Publikum simultan übersetzt.

“Der Klimawandel ist längst bei uns angekommen”

Auch Thomas Griese, Staatssekretär im rheinland-pfälzischen Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten, sieht in einer solchen Sensibilisierung ein vordringliches Anliegen. Jeder in Rheinland-Pfalz habe bei sintflutartigen Niederschlägen miterleben können, dass der Klimawandel auch im Lande angekommen sei. Doch nicht nur Überschwemmungen, auch die lang anhaltende Trockenheit im Sommer und jetzt auch im Herbst sei ein eindeutiger Beleg für den Klimawandel. Griese betonte in seinen Ausführungen ausdrücklich das Engagement von Greater Green, das Wissen bündele und so zu den gewünschten Ergebnissen führe.

Vielen Menschen sei nicht so bewusst, dass auch das Thema “Bauen und Wohnen” einen ganz wesentlichen Einfluss auf die Emissionen von CO2 habe. Bei der Wahl der Rohstoffe gebe es ein gewaltiges Einsparpotential, das es zu nutzen gelte. Hier präferierte der Staatssekretär den Einsatz von Holz, das als Baustoff CO2-neutral sei und als eine große Unterstützung auf dem Weg in die Zukunft gewertet werden könne.

Ebenso dringlich aber sei auch der Ausstieg aus der fossilen Stromproduktion. Nicht ohne Stolz wies der Staatssekretär darauf hin, dass in Rheinland-Pfalz die Hälfte des hier erzeugten Stromes aus regenerativen Energieträgern kommt. An dieser Stelle sprach Griese den SWT für ihre Aktivitäten auf diesem Gebiet seine besondere Anerkennung aus. Als Beispiel führte er die Biogasgewinnung aus Klärschlamm oder den geplanten Energie- und Technikpark an, der seinen kompletten Energiebedarf aus selbsterzeugtem Strom auf der Basis von erneuerbaren Energie decken wird. In solchen Vorhaben sah Griese Leuchttürme, die sein Ministerium gerne fördere.

Sein Fazit: Eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit macht Sinn, weil man durch den Austausch von gewonnenen Erkenntnissen noch viel besser voneinander lernen könne. (-flo-)


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Erstellt am Autor Rolf Lorig in Featured, Gesellschaft Hinterlasse einen Kommentar

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