Großzügige Schenkung fürs Stadtmuseum

Ludine und Klaus Hinrichs vor dem Werk “Maibild” (2004) des Trierer Künstlers Karl Willems. Foto: Stadtmuseum

TRIER. Mehr als vier Jahrzehnte hinweg sammelte das Trierer Ehepaar Hinrichs Werke des Künstlers Karl Willems. Die so entstandene Sammlung – rund 170 Gemälde, Grafiken und Drucke – zeigt einen einzigartigen Querschnitt des künstlerischen Schaffens und geht nun als Schenkung in die Sammlung des Stadtmuseum Simeonstift ein. “Eine Zuwendung, die den städtischen Kunstbestand bestens ergänzt”, erklärt Museumsdirektorin Elisabeth Dühr.

Die Geschichte der jüngsten Schenkung an das Stadtmuseum Simeonstift beginnt in den frühen 1980er Jahren. Durch den Tipp eines Freundes wird der Trierer Kunstsammler Klaus Hinrichs 1981 auf den Künstler Karl Willems aufmerksam. Beim ersten Treffen im Konzer Atelier sprang der Funke sofort über: “Ich erinnere mich, dass ich schon beim ersten Treffen dachte: Das ist ein sehr konsequenter Künstler mit einem eigenen Stil.” Hinrichs verließ das Atelier mit einem Werk von Willems – diesem ersten Ankauf sollten zahlreiche weitere folgen.

Gemeinsam mit seiner Frau Ludine baute Hinrichs in den folgenden Jahrzehnten nicht nur eine systematische Sammlung auf, sondern präsentierte Willems auch in Ausstellungen – auf Kunstmessen ebenso wie in der Galerie KunstRaum, die das Ehepaar von 1991 bis 2001 gemeinsam betrieb. Die Faszination für die gesammelten Arbeiten ist dabei bis heute ungebrochen: “Für mich zeigen die Arbeiten nicht nur eine besondere künstlerische Qualität, sie verhandeln auch die Aspekte Zeit und Perspektive auf eine ganz eigene Weise”, erklärt Ludine Hinrichs.

Karl Willems, 1949 in Trier geboren, studierte ab 1974 an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe, 1979 wurde er Meisterschüler bei Albrecht von Hancke. Ob als Zeichner mit Bleistift, Kohle und Rötel oder als Maler mit Ölfarbe auf Leinwand – Karl Willems Arbeitsweisen sind so vielfältig wie seine Motive: In seinem Werken begegnet der Betrachter menschlichen Figuren, Stillleben und in den letzten Jahren verstärkt den Formen der Natur, die Willems in seinem Garten in Konz-Obermennig studiert.

Die in mehr als vier Jahrzehnten gesammelten Werke – ein Bestand von rund 170 Arbeiten – bilden einen Querschnitt dieses Schaffens ab, in dem sich die Entwicklung des Künstlers zeigt. “Wir wünschen uns, dass diese Sammlung an einem Ort verbleibt, an dem die Arbeiten nicht nur Wertschätzung, sondern eventuell auch eine weitere Nutzung erfahren können”, begründen die Eheleute ihre Schenkung an das Stadtmuseum Simeonstift.

Museumsdirektorin Elisabeth Dühr freut sich über die Zuwendung: “Karl Willems ist ein wichtiger regionaler Künstler, dessen Arbeiten eine hohe Qualität aufweisen. Wir sind glücklich über diese großzügige Schenkung, die den bereits vorhandenen Bestand der städtischen Kunstsammlung aufs Beste ergänzt.”

Eine Auswahl der Schenkung wird von Mitte Juni bis Mitte Juli 2018 im Stifterkabinett des Stadtmuseum Simeonstift präsentiert werden. (tr)


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Erstellt am Autor trier reporter in Kultur Hinterlasse einen Kommentar

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