Grünflächenamt bittet um Mithilfe beim Gießen

Ein Mitarbeiter des Grünflächenamts bewässert Blumen, Sträucher und Bäume in der Innenstadt. Foto: Presseamt

TRIER. Das Grünflächenamt der Stadt bittet die Trierer Bürger, beim Gießen von Pflanzen zu helfen. “Es ist schon seit Wochen so außergewöhnlich trocken, dass es unsere Gärtner trotz Anstrengungen nicht mehr schaffen, alle Pflanzen ausreichend zu gießen“, appelliert Grünflächenamtsleiterin Petra-Christine Schacht an den Bürgersinn. Vor allem Pflanzen mit wenig Wurzelausdehnung wie Staudenbeete, Wechselbepflanzung und Rasenflächen seien vom Wassermangel betroffen. “Alle Pflanzen leiden unter der seit Wochen andauernden Trockenheit“, betont die Leiterin des Trierer Grünflächenamts. Ganz problematisch seien aber Hochbeete und Jungbäume.

“Die Bäume haben derzeit großen Durst“, sagt Christian Thesen, in Trier verantwortlich für die Stadtbäume. Während ältere Bäume mit tief reichenden Wurzeln sich noch selbst notdürftig aus tieferen Bodenschichten versorgen könnten, seien Jungbäume, die noch nicht länger als fünf Jahre an ihrem jetzigen Standort stehen, derzeit regelrecht am verdursten und könnten ohne Bewässerung nicht mehr überleben. “Wenn wir die Jungbäume, die es am allernötigsten haben, alle einmal gießen, dauert das rund eine Woche, das umfasst dann rund 500 Bäume“, erklärt Thesen. Sporadisch würden auch andere, ältere Pflanzen gegossen, wie etwa die Zeder am Kornmarkt oder die Bäume auf dem Mittelstreifen der Zurmaiener Straße. Eigentlich müssten aber 1200 Bäume regelmäßig gegossen werden.

Deswegen appellieren die Experten des Grünflächenamts an alle Hobbygärtner oder engagierten Anwohner: “Wer ein Beet, Hochbeet oder einen Baum vor seiner Haustür hat, hilft mit jedem Liter Wasser“. Bei Jungbäumen dürfe es auch gerne etwas mehr sein. “Eine Wassergabe von 100 bis 200 Litern in der Woche für Jungbäume langt für die Bäume zum Überleben, mehr ist immer besser“, sagt Baumfachmann Thesen. Doch selbst drei bis vier Gießkannen täglich könnten für einen Jungbaum den Unterschied zwischen Leben und Absterben bedeuten. Erkennen können Bürgerinnen und Bürger die städtischen Jungbäume am Weißanstrich. Grundsätzlich hätten es Stadtbäume immer schwerer als ihre Verwandten im Wald. “Die Stadt ist für Bäume ein Extremstandort, und sie stehen immer unter Stress, weil sie weniger Wurzelraum, schlechtere Böden, weniger Wasser und weniger Nährstoffe zur Verfügung haben und auf der anderen Seite höheren Temperaturen, Streusalz, Hunde-Urin, Abgasen und Vandalismus ausgesetzt sind“, sagt Thesen über seine Schützlinge. Der Trockenstress mache die Bäume zusätzlich anfällig für Krankheitserreger und Befall durch Insekten, junge Bäume könnten durch die Hitze auch direkt absterben.

Christine-Petra Schacht weist darauf hin, dass die Bürgerinnen und Bürger der Stadt von den Wassergaben an die städtischen Pflanzen selbst auch profitieren: “Die Bäume danken es Ihnen mit Schatten und einem besseren Stadtklima, und die Beete und Pflanzen verschönern unsere Stadt.“ (tr)


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Erstellt am Autor trier reporter in Die Reporter-Meldungen, Featured Hinterlasse einen Kommentar

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