Gute Geschäfte: Volksbankvorstand mit 2017 zufrieden

Sie sind zufrieden mit dem Ergebnis des Jahres 2017: Die beiden Volksbankvorstände Norbert Friedrich (links) und Alfons Jochem. Foto: Rolf Lorig

TRIER. Die Mitglieder Volksbank Trier haben allen Grund zur Zufriedenheit. Trotz der für Banken unverändert schwierigen Situation ist es in 2017 gelungen, das Jahresergebnis nach Steuern abermals zu steigern. Dieses Mal um 12,2 Prozent, was in Zahlen eine Summe von 8,6 Mio. Euro bedeutet. Das teilten die beiden Vorstände Norbert Friedrich und Alfons Jochem am Donnerstag bei einem Pressegespräch mit.

Von Rolf Lorig

Spricht man die beiden Vorstände auf die kürzlich bei “arte” ausgestrahlte TV-Miniserie “Bad banks” an, nehmen beide unwillkürlich eine Abwehrhaltung ein. Als Genossenschaftsbank unterscheide man sich doch ganz wesentlich von einer Investmentbank, sagt Alfons Jochem. Denn “Genossenschaften werden immer dann gebraucht, wenn Not herrscht.”

Hohes Kundenvertrauen

Nun kann man im Augenblick, wenn man nicht gerade eine Bank betreibt, nicht wirklich von Notzeiten sprechen. Dass eine Bank aber trotz schwieriger Bedingungen ein solches Ergebnis erzielt, ist schon eine Erwähnung wert. “Trotz der bekannten widrigen Bedingungen am Geldmarkt haben wir es nicht zuletzt auch dank eines hohen Kundenvertrauens geschafft, in allen Bereichen zuzulegen”, verkündet Vorstand Alfons Jochem nicht ohne Stolz. Die Bilanzsumme konnte um 5,1 Prozent auf 1.447.782 Mrd. Euro gesteigert werden. Und das Gesamtkundenvolumen kletterte um 7,6 Prozent auf 3.344.181 Mrd. Euro. “Wir sind effizienter geworden und es ist uns gelungen, mit der gleichen Mannschaft ein größeres Kreditvolumen zu bewältigen”, stellt Jochem zufrieden fest.

Die erhöhten Eigenmittelanforderungen wurden dem Bericht zufolge vollumfänglich erfüllt, so dass der Vorstand auf der Basis der vorliegenden Zahlen wie im Vorjahr eine Dividende in Höhe von 4 Prozent plant. Ein entsprechender Vorschlag soll dem Aufsichtsrat zur Beschlussfassung in der Vertreterversammlung unterbreitet werden.

Sehen lassen können sich auch die Zahlen mit Blick auf die Wertschöpfung für die Region. So zahlte die Volksbank nach den Worten von Norbert Friedrich im vergangenen Jahr 9,3 Mio. Euro an Gehältern, überwies für ihre Mitarbeiter 3,2 Mio. Euro Steuern an das Finanzamt, trug eine eigene Steuerlast in Höhe von 3,97 Mio. Euro und schüttete 920.000 Euro Dividende an ihre  Mitglieder aus. Zusätzlich gab man für die Förderung von sozialen, kulturellen und sportlichen Projekten sowie für das Sponsoring 477.363 Euro aus. In Summe waren das 17.909.963 Euro.

Im September plant die Volksbank im Theater Trier eine Podiumsdiskussion zum Thema “Raiffeisen und Marx”mit u.a. Gregor Gysi, Norbert Lammert und Malu Dreyer. Grafik: Johannes Kolz

Möglich gemacht habe das gute Ergebnis die stabile Wirtschaftslage, die ein weiteres Wachstum im direkten Geschäft mit Kunden und Mitgliedern ermöglicht habe, sagen die beiden Vorstände.

Bei “Viele schaffen mehr” gibt es vier Wochen lang mehr

Stichwort Sponsoring. In diesem Jahr feiern die Volks- und Raiffeisenbanken den 200. Geburtstag von Friedrich Wilhelm Raiffeisen. Dazu hat man sich für die Crowdfunding-Plattform der Volksbank “Viele schaffen mehr” etwas ganz Besonderes einfallen lassen. “Vom 15.März bis zum 15. April gibt die Volksbank Trier vier Wochen lang 30 Euro zu jeder Spende ab fünf Euro dazu”, kündigt Marketingchefin Anna Adrian an.

Und was hat man sich weiter für die Zukunft vorgenommen? “Die Volksbank Trier hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Kundenwege der Bank zu optimieren und auf die Bedürfnisse der Kunden anzupassen. Wenn die Kunden neben dem Filialbesuch immer öfter online mit uns kommunizieren, stellen wir unseren Kunden die geeignete Plattform zur Verfügung”, kündigt Alfons Jochem die Stärkung des medialen Vertriebs an. Will heißen, dass künftig auch Video-Gespräche mit den jeweiligen Kundenberatern möglich sein sollen.

Doch führt das automatisch auch zu einem Abbau bei den Filialen? Davon unterhält die Volksbank aktuell noch 30. Für dieses Jahr sei keine Schließung geplant, sagt Norbert Friedrich und verweist darauf, dass erst vor wenigen Wochen eine neue moderne Filiale in Zerf eröffnet wurde. Doch will er nicht ausschließen, dass es auch künftig zu Schließungen kommen kann. “Dort, wo wir Filialen schließen, war die Inanspruchnahme so gering, dass ein weiterer Betrieb wirtschaftlich nicht zu vertreten gewesen wäre.” Allerdings stehe man ohne Wenn und Aber zur Fläche: “Die Versorgung mit Bargeld läuft an diesen Orten dann über Automaten weiter.” In diesem Zusammenhang betonen sowohl Friedrich wie auch Jochem den guten Austausch mit den Regionalbeiräten: “Wir wissen, wo wir herkommen – aus den Dörfern der Region.” Und noch etwas ist den beiden Vorständen wichtig: “Wir sind ausschließlich am Kunden und nicht am Kapitalmarkt orientiert.”


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Erstellt am Autor Rolf Lorig in Allgemein, Featured, Gesellschaft Hinterlasse einen Kommentar

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