Guter Mann

Erfährt viel Zustimmung: Christoph Nix (links), hier mit Frank-Walter Steinmeier, Kandidat für die vakante Stelle des Kulturdezernenten. Foto: Theater Konstanz

Erfährt viel Zustimmung: Christoph Nix (links), hier mit Frank-Walter Steinmeier, ist Kandidat für die vakante Stelle des Kulturdezernenten. Foto: Theater Konstanz

TRIER. Trier will mehr, Trier will Nix: So lässt sich das vorläufige Echo auf die Nachricht zusammenfassen, dass Christoph Nix (62) – Professor, Doppel-Doktor (Rechtswissenschaft und Philosophie), Theaterintendant (früher Nordhausen und Kassel, jetzt Konstanz), Autor, ausgebildeter Rettungssanitäter und Clown – sich um die Nachfolge des glücklosen Kulturdezernenten Thomas Egger beworben hat. Wir haben Stimmen im Internet gesammelt, Theatermacher befragt und Nix’ ehemaligen Chef um eine Bewertung gebeten. Denn nicht nur kommunal, auch national hat die Personalie für Aufsehen gesorgt. Von Martin Eich

Wolfgang Weil (Trier) auf Facebook: “Die eierlegende Woll-Milch-Sau – es gibt sie also doch! Wir sind gespannt!”

André Uzulis (Direktor Kommunikation und Medien beim Bistum Trier) auf Facebook: “Wer ihn kennt, weiß, dass er Trier gut tun würde.”

Fritz Borde (Trier) auf Facebook: “Klingt doch von der Qualifikation mal ganz gut. Dürfte zwar nur fünf Jahre. Aber um Weichen zu stellen, könnte es langen. Zumal er es ja eher nicht nötig haben dürfte.”

Oliver Wildt (Trier) auf Facebook: “Nix wäre ein Geschenk des Himmels für Trier…, denn sein Weg ist von Erfolg und Konstanz gepflastert… Dass die CDU sich nicht äußert, ist mal wieder klar…, sie will ihren Klüngel mit Albrecht durchsetzen, die denkbar schlechteste Wahl…”

Volker Schäfer (Bündnis 90/Die Grünen, ehemaliger Kulturdezernent von Kassel) auf Anfrage: “Er hat ein ausgeprägtes Interesse am Gemeinwesen und den Ort immer im Blick. Das ist bei Theatermachern keine Selbstverständlichkeit. Und nach innen versteht er es, Mitarbeiter zu motivieren. In Kassel hatte er die Personalverantwortung für 500 Mitarbeiter aus den unterschiedlichsten Bereichen: Bühnentechnik, Verwaltung, Werkstätten, Schauspiel, Tanz, Orchester. Keine einfache Aufgabe, aber er hat sie gemeistert. Seine Weltsicht und seine Neugier wären wichtig für eine traditionsreiche Stadt wie Trier, wo Erhalten und Nach-vorne-denken eine befruchtende Verbindung bilden müssen. Denn ein Kulturdezernent darf kein Verweser sein, er muss Impulse setzen. Nix kann das.”

Karin Pütz (Trier) auf Facebook: “Jura-Professor und Clown. Wenn das mal keine außergewöhnliche Kombi ist… Hört sich gut an!”

Alex Rollinger (Trier/Schmit-Z e.V.) auf Facebook: “Klingt ja mal interessant. Zwei so entgegengesetzte Bereiche wie Jura und Kultur in Einklang zu bringen, hatte ich bis jetzt kaum für möglich gehalten.”

Stefan Rosinski (Geschäftsführer der Bühnen Halle, vormals Generaldirektor der Berliner Opernstiftung und stellvertretender Intendant sowie Chefdramaturg der Volksbühne) auf Anfrage: “Wir brauchen bei politischen Entscheidern mehr Input und mehr Wissen, damit die Strukturzwänge von Kulturbetrieben verstanden werden. Sonst münden sachfremde Erwägungen schnell in unhaltbare Erwartungen. Christoph Nix ist ein wacher, streitbarer Geist, der auch selbstkritisch die Theaterszene reflektiert. Deshalb ist seine Kandidatur zu begrüßen.”

Stefan Bastians (TUFA-Projektleiter) auf Facebook: “Wär’ ein Riesenzugewinn für Trier!!!”

Heribert Schmitt (Trier) auf Facebook: “Direkt zusagen. Guter Mann.”

Roland Grundheber (Trier) auf Facebook: “Wer wäre geeigneter als einer, der die Phantasie eines Kindes und den geordneten Verstand eines Juristen hat. Das Leuchten in seinen Augen verrät sein Feuer.”


Drucken
Erstellt am Autor Martin Eich in Dossier Theater, Politik 1 Kommentar

Kommentar zu Guter Mann

  1. Lola

    Kritische Kommentare gab es wohl keine? Sind auch ehemalige Mitarbeiter befragt worden? Nichts gegen den Mann, aber durch die schlechten Erfahrungen, welche Trier bei den Besetzungen bisher gemacht hat, wäre eine Tiefenprüfung egal welchen Kandidatens unbedingt angeraten. Von Titeln sollte man sich gleich gar nicht blenden lassen, man hat ja schon manch einen Doktor und Alleskönner engagiert. Ergebnis bekannt. Schön wäre es, wenn sich mehrere potentielle Bewerber fänden.

     

Hinterlasse einen Kommentar

* Eingabe erforderlich (Pflichtfelder). Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Die Angabe eines Klarnamens ist nicht erforderlich.