"Hier können wir von der Natur lernen"

Auf dem Baum-Welt-Pfad kann der Besucher auch Mammut-Bäume sehen und erleben, erfahren die die Besucher. Fotos (3): Rolf Lorig

Auf dem Baum-Welt-Pfad kann der Besucher auch Mammut-Bäume sehen und erleben, erfahren die Besucher. Alle Fotos: Rolf Lorig

TRIER. Zu einer Reise rund um die (botanische) Welt lädt das Forstamt Trier ein. Knapp vier Kilometer lang ist der Baum-Welt-Pfad, der eine Begegnung mit den unterschiedlichsten fremdländischen Bäumen ermöglicht. Das Besondere daran: Etwa zwei Kilometer des Weges sind barrierefrei ausgebaut und damit auch für Rollstuhlfahrer frei zugänglich. Das Projekt ist einmalig in Rheinland-Pfalz.

Von Rolf Lorig

Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hätte auch zu Hause mit Familie und Freunden ihren Geburtstag feiern können. Doch stattdessen ist sie an diesem Samstag zur Eröffnungsfeier im Forstamt Trier-Quint in den Meulenwald gekommen. "Es ist schön am Geburtstag im Wald sein zu können", sagt die Landesmutter zu den über 100 Gästen und weist darauf hin, dass der Wald eine der größten Schätze des Landes ist. Begeistert ist sie von der Idee, den Wald auch für Menschen erlebbar zu machen, die körperlich nicht in der Lage sind, das Erholungsgebiet zu Fuß zu erforschen. "Für diese Menschen ist das ein großes Geschenk, das neue positive Energie, neue Sinneserfahrungen und somit neue Kraft schenken kann", weiß Dreyer. Sie ist an diesem Tag mit ihrem Malu-Mobil ebenfalls auf Rollen unterwegs. Begleitet wird sie von ihrem Mann, dem früheren Trierer Oberbürgermeister und heutigen Luxemburger Honorarkonsul Klaus Jensen, sowie von Staatssekretär Thomas Griese (Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten in Rheinland-Pfalz).

Dieses Schild, das Gundolf Bartmann und Malu Dreyer hier präsentieren, lädt künftig die Autofahrer am Parkplatz Rothenberg zum Spaziergang auf den barrierefreien Waldlehrpfad ein.

Dieses Schild, das Gundolf Bartmann und Malu Dreyer hier präsentieren, lädt künftig die Autofahrer am Parkplatz Rothenberg zum Spaziergang auf den barrierefreien Waldlehrpfad ein.

Glückwünsche und ein dickes Dankeschön hat auch Bürgermeisterin Christiane Horsch (Verbandsgemeinde Schweich) mitgebracht. Da der Weg über die Gemarkung der Verbandsgemeinde führt, überreicht sie Forstamtsleiter Gundolf Bartmann stellvertretend für die Bürger einen Scheck über 15.000 Euro. Sie sei Gundolf Bartmann und seinem Team sehr dankbar, dass er das Thema Barrierefreiheit hier fachmännisch in die Hand genommen und damit vielen Menschen auch außerhalb der Verbandsgemeinde eine wunderbare Möglichkeit der Naherholung geschaffen habe, sagt die Bürgermeisterin.

Den Rundweg hat Malu Dreyer schon im September des vergangenen Wahres bei einem Probelauf kennengelernt. Als sie bei ihrer Ansprache deshalb von den Schönheiten und Erlebnissen schwärmt, weiß sie aus eigener Anschauung, was die Besucher der offiziellen Eröffnung erwartet. Für sie ist der Meulenwald ein forsthistorisches Kleinod: "Hier wurde etwas geschaffen, das den Besucher mit Wunderschönen Waldbildern und -erlebnissen konfrontiert und das den Menschen in den Mittelpunkt der forstwirtschaftlichen Arbeit gestellt hat."

Dreyers besonderer Dank gilt an diesem Nachmittag Forstdirektor Gundolf Bartmann und dessen Team. Die Forstleute freut das, haben sie in der zurückliegenden Zeit doch viel Zeit und Arbeit in das Projekt investiert. Ihre Verbundenheit zur Ministerpräsidentin bringen sie mit einem Geburtstagsständchen zum Ausdruck. Was Dreyer freut: "Ich wusste ja schon einiges über unsere Forstleute. Aber nicht, dass sie so schön singen können."

Keine Boden-Unebenheiten stören den Ausflug in den Wald.

Keine Boden-Unebenheiten stören den Ausflug in den Wald.

Forstamtsleiter Gundolf Bartmann nahm dieses Kompliment schmunzelnd zur Kenntnis. Auch er nutzt die Gelegenheit zum Dank an sein Team, weitet diesen aber auf all die Menschen aus, die schon vor vielen Jahren im Meulenwald tätig waren: "Es ist dem Mut und der Experimentierfreude der Forstamtsleiter und Förster aus vergangenen Jahrzehnten zu verdanken, dass wir im 1.000 Hektar umfassenden Staatsforst Meulenwald eine außerordentliche Vielfalt einheimischer und fremdländischer Baumarten bewundern können.“ Wobei Bartmann auch gleich eine Parallele zur aktuellen Flüchtlingssituation zieht: "Hier können wir von der Natur lernen: Die 24 fremdländischen Bäume aus fast allen Kontinenten fügen sich harmonisch ein, sind nun Teil eines Ganzen."

Neben dem barrierefreien Rundweg stellt Bartmann seinen Gästen an diesem Tag auch noch den in traditioneller Holbauweise neugeschaffenen Umweltbildungspavillon vor. Der zwar überdachte, aber nach den Seiten hin offene Pavillon soll künftig als Unterstand für Gruppen dienen, aber auch für Waldkonzerte und -Gottesdienste sowie als Veranstaltungsfläche bei den Wald-Jugendtagen genutzt werden. (rl)

Erstellt am Autor Rolf Lorig in Featured, Politik 1 Kommentar

Kommentar zu "Hier können wir von der Natur lernen"

  1. Ulrich aus Trier

    Was ist das denn für ein kruder Vergleich "Wobei Bartmann auch gleich eine Parallele zur aktuellen Flüchtlingssituation zieht: ″Hier können wir von der Natur lernen: Die 24 fremdländischen Bäume aus fast allen Kontinenten fügen sich harmonisch ein, sind nun Teil eines Ganzen.″ "

    Okay, wenn man schon so einen Vergleich zieht sollte man dann aber auch sagen, dass es nicht nur hier bewusst gepflanzten "fremdländischen" Bäume gibt, sondern v.a. auch viele invasive Neuankömmlinge, die nicht nur Biologen und Forstleuten, sondern auch allen übrigen Bewohnern hier Kummer bereiten und tatsächlich auch schon Milliardensummen kosten. Wie einige "Flüchtlinge" wurden sie teilweise professionell eingeschleppt. Sei es Ambrosia, die Armenische Brombeere, der Japan-Knöterich, Indisches Springkraut, der Riesen-Bärenklau oder das Großblütige Heusenkraut. Nicht nur Allergiker fürchten das ein oder andere Gewächs längst…

    Aber man muss vielleicht auch sagen, dass jene "24 fremdländischen Bäume" sich vielleicht nur deswegen so harmonisch einfügen, weil sie sich weder vermehren noch wirklich weiter ausbreiten können. Aber hier ende ich besser dieses Gedankenspiel, es sollte ja nur zeigen, wie politisches Geschwätz während dieses Rundgangs vielleicht doch etwas überzogen wurde. Auch Forstleute sollten sich daran erinnern was für Schuster gilt und besser bei ihren Leisten bleiben.

     

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