Himmelsstürmer, junge Wilde und emotionale Schweizer

In der “Trumpet night” lassen Rüdiger Baldauf & Friends die Luft im Innenhof des Kurfürstlichen Palais vibrieren. Foto: Gerhard Richter

REGION. Magisch, mythisch, emotional und mitreißend: So präsentiert sich das Mosel Musikfestival 2017 vom 8. Juli bis zum 3. Oktober mit mehr als 70 Konzerten an 40 Spielstätten. Getreu dem Motto des Kultursommers Rheinland-Pfalz „Epochen und Episoden“ gehen im Lutherjahr außergewöhnliche Projekte, Konzerte mit legendären Solisten und spektakuläre Soloprogramme in Weingütern, Kirchen, Kapellen und Klöstern, Ruinen, Schlössern und open-air über die Bühne. Auch im August bietet das Festival eine Fülle an Höhepunkten. Die Übersicht.

Gipfeltreffen: In der “Trumpet night” lassen Rüdiger Baldauf & Friends sowie Ausnahmestimme Edo Zanki buchstäblich die Luft im Innenhof des Kurfürstlichen Palais vibrieren. Mit satten Sounds, neu arrangierten Eigenkompositionen und Klassikern fesseln sie ihr Publikum und zeigen ungeschminkt ihre Klasse (Donnerstag, 3. August, 20.30 Uhr, Open Air, Innenhof Kurfürstliches Palais).

Funkentanz: Spark sind stürmische junge Wilde in der kreativen Klassikszene. Im Innenhof des Kurfürstlichen Palais, dort, wo Rokoko und Romanik aufeinandertreffen, lädt das Quintett auf einen “Tanz mit Bach, Mozart, Beethoven und Abba”. Nach dem Konzert erwartet das Publikum ein Musikfeuerwerk im Palastgarten (Samstag, 5. August, 20.30 Uhr, Open Air, Innenhof Kurfürstliches Palais).

Wegweiser: Felix Froschhammer, Rachel Späth, Markus und Andreas Fleck alias Casal Quartett lieben innovatives, lebendiges und emotionales Spiel und haben so ihren einzigartigen Klang entwickelt. “Das Goldene Zeitalter” heißt das Programm, das die vier Schweizer den wichtigsten Protagonisten der Klassik widmen: Franz Xaver Richter, Luigi Boccherini, Antonio Rosetti, Wolfgang Amadeus Mozart und Joseph Haydn (Donnerstag, 17. August, 20 Uhr, evangelische Kirche, Winningen).

Himmelsstürmer: Die erhabene Musik von Johann Sebastian Bach und die tröstenden Worte von Martin Luther, verwoben mit zeitgenössischem Jazz, lassen Epochen miteinander verschmelzen. Mit diesem Projekt wagen sich Pianist Markus Burger, Saxofonist Jan von Klewitz und das Athos-Ensemble exklusiv für das Mosel Musikfestival auf neues Terrain. Und so erschaffen sie in der nächtlichen Konstantinbasilika eine mystische und meditative Atmosphäre. Dabei bewahren Instrumentalisten und Sänger stets den Charakter der Barockmusik, während sie über Bachchoräle nach Texten von Luther und Bachmotetten improvisieren (Samstag, 19. August, 22 Uhr, Konstantinbasilika Trier).

Passion: Jean Muller hat Sinn für Drama und Detail. Seine Beethoven-Interpretationen sprühen vor Vitalität und pointieren den revolutionären Charakter dieser Musik. Dabei nähert sich Muller den Meisterwerken mit Demut, indem er seine Darbietungen mit großer Sorgfalt und Hingabe gestaltet. Im Priesterseminar in Trier spielt er für seine Zuhörer zwei Beethoven-Sonaten und die Goldberg-Variationen von Bach (Sonntag, 20. August, 11 Uhr, Rokokosaal Kurfürstliches Palais Trier).

Krönung: Sinfonie der Pausen haben spitzfindige Musikexperten Anton Bruckners zweite Sinfonie getauft, die als einzige ohne Widmung blieb. Im Trierer Dom führen Generalmusikdirektor Karl-Heinz Steffens und die Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz das Werk des österreichischen Komponisten auf, der zu den wichtigsten und innovativsten Tondichtern des 19. Jahrhunderts gehört. Zuvor dirigiert Domkapellmeister Thomas Kiefer die Krönungsmesse von Wolfgang Amadeus Mozart. Ihren Namen verdankt die Messe der Tatsache, dass sie nach Mozarts Tod 1791 zur bevorzugten Komposition für Gottesdienste bei Kaiser- und Königskrönungen sowie bei Dankgottesdiensten wurde (Kathedralklänge, Samstag, 26. August, 20 Uhr Dom Trier).

Ende gut, alles gut: Der Arbeitstag ist vorüber. Auf geht’s in ein After-Work-Konzert. Damit die Entspannung sofort einsetzt, sorgen Cellist Eckart Runge und Pianist Jacques Ammon. In BaroqueBlues! unterhalten sie mit grenzüberschreitenden Programmen um Tango, Jazz oder Filmmusik. Unkonventionell führen die beiden ihr Publikum in Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch oder Spanisch durch den Abend (After-Work-Concert, Montag, 28. August, 18.30 Uhr, IHK Tagungszentrum Trier). (tr)


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Erstellt am Autor trier reporter in Kultur, Moselmusikfestival Hinterlasse einen Kommentar

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