Hoffnung auf ausgelassen-fröhlichen Karneval

Nero und sein Statthalter in Trier verlesen unterstützt von Andreas Peters (links) und Stefan Feltes (rechts) die elf närrischen Gebote. Fotos: Rolf Lorig

Nero und sein Statthalter in Trier verlesen unterstützt von Andreas Peters (links) und Stefan Feltes (rechts) die elf närrischen Gebote. Fotos: Rolf Lorig

TRIER. Punkt 11.11 Uhr haben die Narren am heutigen Freitag in Trier das Regiment übernommen. Die fünfte Jahreszeit ist angebrochen, Stimmung und ungetrübter Frohsinn sollen in den kommenden Wochen und Monaten überall in Trier und Umgebung anzutreffen sein. Hunderte von Narren und Jecken probten schon mal auf dem Kornmarkt den närrischen ‟Ernstfall‟.

Von Rolf Lorig

‟Quo vadis – wohin gehst Du?” Eine spannende Frage, die sich die Trierer Narren da als das diesjährige Motto mit auf den Weg gegeben haben. Und so mancher Jeck auf dem Kornmarkt wird sich diese Frage ebenfalls gestellt haben. Denn Ereignisse gibt es genug in unserer Zeit, über die es nachzudenken lohnt. Doch sollte man sich von düsteren Gedanken die gute Laune beeinflussen lassen? Die meisten werden es da mit Wolfram Leibe halten, der in seiner römischen Toga sofort eine Wahl in den Senat der ewigen Stadt gewinnen würde: ‟Humor ist, wenn man trotzdem lacht.” Sprach’s und winkte gut gelaunt den Menschen vor der Bühne zu.

Hatte an 30 Tagen 221 Termine: Prinz Elmar.

Hatte an 30 Tagen 221 Termine: Prinz Elmar.

Und dort standen einige, die später von der Arbeitsgemeinschaft Trierer Karneval (ATK) ebenfalls eine Etage nach oben gerufen wurden. Wie beispielsweise der noch amtierende einsame Prinz. Wieder einmal musste Prinz Elmar ohne seine Prinzessin vor seine Untertanen treten. Prinzessin Semra sei erkrankt, rief ATK-Präsident Andreas Peters dem närrischen Volk zu. Das reagierte wie erwartet und lachte laut. Was der einsame Prinz wiederum nicht nett fand: ‟Sie ist wirklich erkrankt!” rief er, doch die erhoffte Reaktion blieb aus. Stattdessen richtete sich das Interesse auf die kommende Regentin. Natürlich nutzte die designierte Prinzessin Tanja I. die Gelegenheit, sich schon einmal einem größeren Publikum vorzustellen. Dass die Narren künftig von einer Seeräuberin regiert werden, zeigte der erste Auftritt der temperamentvollen Herrscherin, die gleich eine ganze Seeräuber-Mannschaft mit auf die Bühne gebracht hatte.

Zu allem entschlossen: Tanja und ihre wilden Seeräuber

Zu allem entschlossen: Tanja und ihre wilden Seeräuber

Ob Nero wohl damit einverstanden sein wird? Der gab sich an diesem Morgen ebenfalls die Ehre. Wenn auch in Gestalt der Mundart-Legende Helmut Leiendecker. Doch mit Sicherheit hätte sich Nero diese eindrucksvolle Gestalt selbst ausgesucht, wenn er das im alten Rom hätte tun können. Diese Grazie, dieser Frohsinn, diese Anmut und erst recht dieser Gesang – ja, Nero wäre hellauf entzückt gewesen…

Das waren die Narren aber auch. Nur zu gerne begleiteten sie ‟Nero‟ bei seinen Gesängen, schunkelten so kräftig, dass die niedrigen Temperaturen auch nicht den Hauch einer Chance hatten, bremsend auf die gute Stimmung einzuwirken. Damit die Stimmung auch hoch und vor allem trierisch blieb, dazu hatte die präsidiale ATK-Führungsmannschaft Andreas Peters und Stefan Feltes eine D-Jane samt Equipment engagiert, die in der Tat ihr Handwerk bestens verstand und dem närrischen Volk durchgängig einheizte.

Fazit der närrischen Auftaktveranstaltung: Ein wirklich gelungener Start, der Hoffnung auf eine fröhlich ausgelassen-turbulente Karnevalszeit macht.


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Erstellt am Autor Rolf Lorig in Featured, Gesellschaft Hinterlasse einen Kommentar

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