“Ich streite auch gerne für meine Sachen”

Trägt als Amtsleiterin auch die Verantwortung für die Bäume in Trier: Christine-Petra Schacht. Fotos: Rolf Lorig

TRIER. Seit gut einem Jahr leitet Christine-Petra Schacht das Grünflächenamt der Stadt Trier. Keine leichte Aufgabe: Die gebürtige Wuppertalerin stieg in einen Umbau ein, der schon vor ihrem Amtsantritt begonnen hatte. Und da war auch noch der tragische Unfall im Jahr 2012, bei dem eine umstürzende Kastanie eine Frau getötet hatte. Seither ist das Grünflächenamt in aller Munde. Wie hat dieser tragische Unfall die Arbeit im Grünflächenamt verändert? Was hat Christine-Petra Schacht, die vorher vor allem international tätig war, bewogen, in die Provinz zu wechseln? Für den reporter hat Rolf Lorig mit der Amtsleiterin gesprochen.

Seine Büros hat das Grünflächenamt bezeichnenderweise in der Gärtnerstraße. Eine ruhige Straße in direkter Stadionnähe; die Autos, die hier durchfahren, gehören vor allem Anliegern und deren Besucher. Ihr Büro hat Christine-Peter Schacht bei Amtsantritt nicht eigens renovieren lassen, “das hätte sich nicht gelohnt”, sagt sie. Grund: In drei bis vier Jahren will das Grünflächenamt zusammen mit dem Tiefbauamt und dem Stadtreinigungsamt sowie den SWT in den Energie- und Technikpark am Grüneberg umziehen.

Die gelernte Landschaftsarchitektin und Betriebswirtin ist in der Nähe von Düsseldorf aufgewachsen und lebte in den letzten 30 Jahren in Berlin. Die 53-Jährige war vorher im Hochbau tätig. Die letzten zehn Jahre arbeitete Schacht als Büroleiterin bei einem großen international tätigen Berliner Architekturbüro. Ihre Zuständigkeit lag in der Projekt- und  Budgetkontrolle. Eine Tätigkeit, die die Koordination aller Prozesse im Büro und der Personalverantwortung beinhaltete. “Das war eine superspannende Zeit, die mir viel Spaß gemacht hat. Dennoch war für mich die Trierer Ausschreibung schön: Ich konnte und wollte wieder zurück zum Thema Grün”, sagt sie. Doch warum der Wechsel in eine so kleine Stadt wie Trier? Dafür habe es zwei Gründe gegeben, sagt sie: “Trier war eine Ecke, die ich noch nicht so genau kannte und erst einmal auf Klassenfahrt erlebt hatte.” Wichtiger noch aber sei ihr gewesen, “dass ich in eine kleinere Stadt komme, wo man auch mehr bewegen kann.”

Nach eigenen Angaben hat sie sich schon gut eingelebt: “Meine Netzwerke hier sind schon gut ausgebaut; man hat viele Kanäle, mit denen man sprechen kann. Und die hier ankommenden Informationen fließen über andere Kanäle ins Amt. Das Schöne ist, man kennt sich untereinander, das vereinfacht einiges. Das gibt es so in Berlin nicht, dort haben wir auch international gearbeitet, da ist die Welt deutlich größer.”

In Trier fühlt sie sich generell sehr wohl. Die erste Zeit lebte sie ohne ihre Familie hier. Abends nach Feierabend nutzte sie die Zeit, Menschen in Trier kennenzulernen. Von Treffen und Gesprächen konnte sie “viele Ideen und Anregungen” mitnehmen. Ihre Amtskollegen in der Verwaltung empfindet sie als sehr angenehm und engagiert; “ich streite auch gerne für meine Sachen – aber immer auf einer sachlichen Ebene.” Jeder vertrete dabei seine Interessen; am Ende müsse man dann sehen, wie das Erreichte umgesetzt werden könne.

Positiv findet sie auch: “Die Leute sind hier nicht so schnodderig wie in Berlin.” Auch die stellenweise geäußerte Auffassung, dass die Trierer gegenüber Zugezogenen eher verschlossen seien, kann sie so nicht bestätigen: “Hier in Trier habe ich das nicht erlebt. Das mag in den Ausläufern der Eifel durchaus zutreffen. Ich denke, es kommt immer darauf an, wie man auf die Menschen zugeht.” Sich selbst beschreibt sie als “ein sehr offener Mensch”.

 

Seit dem 1. Juli 2017 sind Sie Amtsleiterin – was hat sich seither verändert?

In der Hauptsache unser Selbstbewusstsein, also wer wir sind, wofür wir stehen, was uns wichtig ist. Wir haben im Grünflächenamt ein eigenes kleines Leitbild entwickelt mit den Dingen, die uns wichtig sind. Wenn man es auf einen kurzen Nenner bringen will: Stadtgrün ist unsere Aufgabe, wir sichern, entwickeln und pflegen die kommunalen Grünflächen als zuständiger und kompetenter Ansprechpartner in der Stadt Trier. Natürlich füllen wir dieses Leitbild durch Zielformulierungen auch mit Inhalten, es gibt sogar ein eigenes Logo dazu. Das ist ein Prozess, der schon eine ganze Menge innerhalb des Amtes angestoßen und auch bei einigen zu einem Umdenkprozess geführt hat.

Ein Amt im Grünen: Noch ist das Grünflächenamt in der Nähe des Stadions und des Hauptfriedhofs angesiedelt. Doch der Umzug in den SWT-Technikpark ist bereits beschlossene Sache.

Dazu gehört auch, dass wir die Aufgaben innerhalb des Amtes reorganisiert haben. Dadurch, dass die Aufgaben in der Vergangenheit auf unterschiedliche Sachgebieteverteilt waren, kam es zu Informationsverlusten durch eine inhaltliche Trennung von Projektinhalten. Daher mussten wir uns erst einmal neu aufstellen. Meine Vorstellung ist, dass ein Themenbereich, z.B. die Parkanlagen, von einer Hand konzeptioniert, geplant, umgesetzt und auch bewirtschaftet wird.  Nur so bekommen wir die höchstmögliche Qualität und die effizienteste Ressourcenverwaltung, was auch das Budget betrifft.

Bei der personellen Ausstattung haben wir immer noch Stellen, die nachbesetzt werden müssen. Ich hoffe, dass wir zu Beginn des kommenden Jahres so aufgestellt sind, dass wir dann richtig loslegen können.

Früher waren die Aufgaben auf mehrere Ämter verteilt…

Das stimmt. Dass die Ämter Zuständigkeiten entsprechend ihrer Fachkompetenz übertragen bekommen, das ist ein Prozess, der schon vor meinem Amtsantritt begonnen hatte. Ein Beispiel hier sind die Stadtbäume. Die waren von der Zuständigkeit hinsichtlich der Verkehrssicherungspflichten früher auf mehrere Ämter verteilt. Die Amtskollegen hatten aber nicht die erforderliche Fachexpertise. Jetzt überträgt man nach und nach alle Bäume, die auf einer öffentlichen kommunalen Fläche stehen, in unseren Verantwortungsbereich. Dadurch sind wir dann auch immer der zuständige Ansprechpartner. Der Prozess dauert noch an, weil jeder Baum erst einmal erfasst und dann in unser Baumkataster eingepflegt werden muss. Darüber hinaus sprechen wir aber auch noch mit den anderen Ämtern über bei uns angesiedelten Aufgaben, die sinnvollerweise in deren Zuständigkeit überführt werden sollten.

Bäume sind in Trier immer wieder ein Thema: Mal fällt der ein oder andere um, dann bricht der ein oder andere Ast ab. Wie lebt es sich mit der Angst oder dem Anwalt im Nacken?

Als Amtsleiterin trage die Verantwortung für das Ganze, natürlich auch für die Bäume in Trier. Dennoch habe ich keine Angst, wir sind bei dem Thema mittlerweile sehr gut aufgestellt. Wir haben im Sachgebiet ‘Stadtbäume’ einen sehr kompetenten Kollegen, der mit einem tollen und engagierten Team arbeitet. Wir erfüllen alle Kontrollrichtlinien und –zyklen , die an Straßen- und Stadtbäume gestellt werden und fühlen uns hinsichtlich der von uns beeinflussbaren Faktoren sicher. Natürlich können wir nicht das allgemeine Lebensrisiko aller Menschen ausschließen, aber wir übernehmen alle erforderlichen Maßnahmen für eine Risikominimierung. Oft sind es aber auch Bäume in Gebieten, die nicht unter unsere Zuständigkeit fallen, wo einfach nicht eine so engmaschige Kontrolle vorgesehen ist. Wenn Meldungen aus der Bevölkerung oder von der Feuerwehr kommen, reagieren wir natürlich sofort. Und auf Unwetterwarnungen reagieren wir mit einer entsprechenden Bereitschaft. Hier ist dann natürlich auch die Eigenverantwortung der Menschen gefragt, wenn draußen die Naturkräfte toben. Wir tun jedenfalls alles, was wir können. Darum schlafe ich nachts auch ganz ruhig und vertraue meinem Team und den externen Firmen, die alle einen tollen Job machen. Wovon ich mich auch schon persönlich bei Einsätzen vor Ort überzeugt habe.

Bei besonderen Pflegeerfordernissen greift die Stadt auf Akteure mit Spezialkenntnissen zurück, beispielsweise bei der Seilklettertechnik.

Und wenn dann doch mal etwas schiefgeht?

Wir alle, auch die Verwaltung der Stadt Trier, haben aus den Vorfällen in der Vergangenheit gelernt und uns weiterentwickelt. Wenn etwas passiert, dann darf das nicht unter den Tisch gekehrt werden. Wir haben eine Fehlerkultur eingeführt, bei der offensiv mit der Situation umgegangen und hinterfragt wird, was nicht gut gelaufen ist und wie man sich verbessern kann. Wir alle sind Menschen und wir geben unser Bestes. Deshalb stehe ich voll hinter meinen Mitarbeitern. Und sollte dann mal der schlimmste Fall eintreten, werde ich mich guten Gewissens auch den Anwälten stellen.

Arbeitsmäßig sind Sie besonders bei der Baumpflege neben den eigenen Leuten auf die Zusammenarbeit mit privaten Unternehmen angewiesen.

Ja, momentan haben wir zwei eigene Kolonnen mit 10 Baumpflegern und zwei Baumkontrolleuren. Die übernehmen etwa die Hälfte bis zu zwei Drittel der Arbeiten. Ergänzend gibt es einen Rahmenvertrag mit einem externen Unternehmen, das bis zu 2.500 Bäume jährlich pflegt. Bei besonderen Pflegeerfordernissen greifen wir auf weitere  Akteure mit Spezialkenntnissen zurück, beispielsweise bei der Seilklettertechnik. In den Kolonnen haben wir zwar auch Kollegen mit einer Kletterausbildung,  aber uns fehlt  noch die dazu erforderliche Ausrüstung. Und natürlich arbeiten wir auch zusätzlich mit externen Gutachtern und Sachverständigen zusammen, wenn es um die Überprüfung der Standsicherheit bestimmterBäume geht.

Wenn Sie Ihr Amt in allen Bereichen selbst gestalten könnten – wie würde das Ergebnis aussehen?

Ich habe natürlich einen Rahmen, innerhalb dessen ich mich bewegen muss. Diese ‘Leitplanken’ sind enger gesteckt als in der freien Wirtschaft. Das war auch für mich ein Lernprozess. Jedoch fühle ich mich nicht beengt. Ich habe Möglichkeiten, Dinge, die für mich wichtig sind, anzugehen und umzusetzen. Es ist natürlich immer ein Thema der Ressourcen und des Personals. Als Stadt müssen wir sehr auf Transparenz achten, damit der Bürger auch weiß, wo sein Geld bleibt. Es wäre natürlich toll, wenn man noch etwas mehr Geld hätte, um auch zusätzliche Projekte in Angriff nehmen zu können. Wir haben relativ viele Leistungen, die in den sogenannten freiwilligen Leistungsbereich gehören. Dazu zählt beispielsweise auch die Reinigung der Parkanlagen oder auch die anteilige Pflege der Grünflächen. Diese freiwilligen Leistungen stehen schnell zur Debatte, wenn es um das Thema Geld geht. Doch wir versuchen auch hier möglichst viele Interessen unter einen Hut zu bekommen. Wir müssen halt sehen, wie wir das, was wir zur Verfügung haben, effizient einsetzen, um ans Ziel zu kommen. Es muss auch nicht immer der große Wurf sein, auch mit kleinen Stellschrauben kann man schon Einiges bewegen.

An dieser amerikanischen Gleditschie, die sich zwischen den beiden Mattheiser Weihern befindet, werden die Schnuller zu festen Zeiten angebracht. Ein weiterer Baum steht im Nells Park.

Sie haben den Schnullerbaum nach Trier gebracht – war das ein geglücktes Experiment?

Ja, doch, es wird sehr gut angenommen von der Bevölkerung. Wir haben am Mattheiser Weiher und im Nells Park einmal im Monat regelmäßige Termine, zu denen die Kinder mit ihren Eltern kommen und den Schnuller am Baum festmachen können, was mithilfe eines Hubsteigers passiert. Der Zuspruch ist toll, die Bäume füllen sich. Wir haben gehört, dass die Kinder mit ihren Eltern immer wieder Ausflüge dorthin unternehmen, um nach ihren Schnullern zu sehen. Das schönste Erlebnis hatte ich beim Schnullerbaum am Mattheiser Weiher: Da kam ein älteres Ehepaar, die wollten wissen, was wir da gerade machen. Wir haben es ihnen erklärt und dann sagte sie, sie hätten zwar keinen Schnuller, wohl aber heute einen runden Hochzeitstag. Ob sie wohl auch mal mit nach oben fahren dürften? Den Wunsch haben wir dann angesichts des besonderen Anlasses auch gerne realisiert und die Freude war groß. Mir hat besonders gefallen, dass man über diese oder vergleichbare Aktionen auch mit den Bürgern ins Gespräch kommt und somit die Gelegenheit hat, unsere Arbeit, aber auch die Zwänge, mit denen wir leben, in der Öffentlichkeit zu kommunizieren. Deshalb wollen wir in diesem Bereich verstärkt arbeiten und zum Beispiel im nächsten Jahr auch mal zu einem Tag der offenen Tür einladen.

Was steht hinter dem Label “StadtGrün naturnah”? Ein Flyer informiert darüber.

Die Öffentlichkeitsarbeit liegt Ihnen sehr am Herzen?

Ja, das stimmt. Dazu gehört auch die Teilnahme an dem Label Prozess “StadtGrün naturnah”. Das Label zeichnet Kommunen dafür aus, dass sie ihre Grünflächen wie etwa Parks, Stadtwälder oder Friedhöfe naturnah pflegen. Das bedeutet beispielsweise, dass Wiesen seltener gemäht und bevorzugt heimische Pflanzenarten bei der Begrünung eingesetzt werden. Viele Insekten, Vögel und andere Tiere, die im Siedlungsbereich leben, profitieren davon – und die Menschen im Endeffekt auch. Es geht darum, einen attraktiven und vielfältigenLebensraum für Mensch und Natur zu schaffen. Und das heißt in dem ein oder anderen Fall dann auch mal, im Interesse der Natur Abschied von der perfekt gepflegten Fläche zu nehmen.

Hier haben wir die erste Phase, die Bestandsanalyse, abgeschlossen. Ein Kapitel dieses Prozesses betrifft auch die Öffentlichkeitsarbeit. Und da kam unter anderem aus der Lokalen Arbeitsgruppe, die den Label-Prozess begleitet, die Anregung auf Tafeln aufzustellen, die Informationen zu der jeweiligen Fläche und Maßnahme liefern. So bietet der Hinweis auf eine Insektenwiese den Grund, weshalb es auf der jeweiligen Fläche so aussieht wie es nach der Blühzeit ebenaussieht. Nicht mehr so attraktiv und bunt, und für einige Bürger auch unordentlich. Aufklärung ist der beste Weg, um eine Akzeptanz unter den Bürgern für unser Anliegen zu erreichen.

Auch die Patenschaftsprojekte – da laufen schon einige – wollen wir noch etwas professioneller aufstellen. Hier geht es darum, wie wir die Bürger mit in die Gestaltung der Flächen und auch mit n die Verantwortung für ihre Umwelt und das Grün in der Stadt nehmen. Dazu zählt auch der von uns ausgelobte Wettbewerb ‘Schöner Vorgarten’, der im Rahmen einer VHS-Veranstaltung zum Thema ‘Lebendige Gärten’ am 11. Oktober prämiert wird.

Eine weitere Idee ist das Grünflächen-Sponsoring, das wir ebenfalls im nächsten Jahr verstärkt angehen wollen. Wir wollen damit Privatleute, Vereine, Verbände und Firmen ansprechen. Die Idee ist, dass wir bestimmte Flächen anbieten, an deren Gestaltung oder Pflege sich die Bürger über ein Finanzsponsoring einbringen können, so dass wir die Möglichkeit haben hochwertigere Flächen anzulegen, beispielsweise eine Staudenpflanzung auf einem Verkehrskreisel. Im Gegenzugbringen wir dort eine Tafel mit dem Namen des Sponsors an.

Gibt es ein Projekt, das Sie als ‘harte Nuss’ bezeichnen würden?

Eine ‘harte Nuss’? Nein. Aber natürlich gibt es Vorgänge, bei denen viele Beteiligte eingebunden sind und für die man einen langen Atem braucht. Das sind lange, komplizierte Prozesse, die gehören zu jeder Arbeit dazu. Das spannendste Projekt, das demnächst auf uns zukommt, ist ab 2020 der Umzug in den Energie- und Technikpark der SWT am Grüneberg. Dort müssen wir uns im Zusammenspiel mit den übrigen Ämtern als Grünflächenamt neu erfinden und organisieren. Doch auf diese Herausforderung freue ich mich, das wird bestimmt spannend, weil herkömmliche  Arbeitsweisen hinterfragt und alle Prozesse und Abläufe  neu sortiert  werden müssen. Da wird mit Sicherheit auch mehr Flexibilität von allen Beteiligten gefragt sein, mehr als man der Verwaltung im Allgemeinen zutraut.

Die Idylle dieses Standortes in der Gärtnerstraße werden Sie aufgeben müssen…

Die unteren Austriebe werden im Herbst entfernt, kommen aber mit der neuen Wachstumsperiode wieder.

Gut, bis die Außenanlagen im  Energie- und Technikpark am Grüneberg (ETP ) die Qualität am heutigen Standorts haben werden, wird es noch eine Weile dauern. Verbessern werden wir uns aber bei den Innenräumen und in der Zusammenarbeit zwischen den Ämtern. Wir haben ja gerade mit dem Tiefbauamt ganz viele Schnittstellen, auch mit dem Stadtreinigungsamt. Ich habe die Hoffnung, dass wegen der dann kurzen Wege alles viel einfacher wird, da  alle quasi nebeneinandersitzen. So werden sich viel mehr Möglichkeiten ergeben, gemeinsam Projekte effizienter voranzubringen.

Noch einmal das Thema Bäume: Vor allem auf dem Petrisberg und der Tarforster Höhe sieht man viele Bäume, die ähneln wegen tiefsitzenden Austrieben eher Büschen. Früher wurden diese Austriebe entfernt, warum kümmert sich heute niemand mehr darum?

Es kümmert sich auch heute jemand darum. Sie sprechen vor allem eine Baumart an, die das mit Vorliebe macht: die Linde. Wir entfernen jährlich die Triebe, aber erst,  dann, wenn die Wachstumsperiode des Baumes abgeschlossen ist. Also im Spätsommer.

 

 

Das Grünflächenamt in Kürze

Das Grünflächenamt der Stadt Trier ist verantwortlich für alle Grün- und Parkanlagen und Friedhöfe in der Stadt. 89 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind hier tätig. Folgende Aufgaben hat das Amt:

  • Das Grünflächenamt pflegt die öffentlichen Grün- und Parkanlagen (z.B. Palastgarten, Nells Park, Grünanlagen an den Straßen, Pflanzbeete in der Innenstadt etc.) unter ökologischen und ökonomischen Gesichtspunkten sowie Aspekten der Gartendenkmalpflege. Im Zuge der Stadtentwicklung und der damit verbundenen Ausweisung von Bauflächen nimmt der Anteil der öffentlichen Grünflächen kontinuierlich zu. Zu den Pflege- und Unterhaltungsmaßnahmen gehört auch die Reinigung der sich in Zuständigkeit des Grünflächenamtes befindlichen Freianlagen. Die Gesamtfläche der Grün- und Parkanlagen umfasst rund 1.025.000 m².
  • Pflege und Erhalt der im öffentlichen Raum befindlichen mehr als 70.000 städtischen Bäume (ohne Forst) gehören ebenso zum Aufgabenbereich wie die Herstellung und Erhalt der Verkehrssicherheit mit zwei städtischen Baumpflegekolonnen und externen Firmen. Die Entwicklung eines nachhaltigen Stadtbaumbestandes durch Nach- und Ergänzungspflanzungen sowie die Sanierung bestehender Baumquartiere runden die Aufgaben ab.
  • Insgesamt 30 Brunnen im Stadtgebiet werden vom Grünflächenamt gewartet und instandgehalten. Dazu gehört die Beauftragung und Betreuung notwendiger Sanierungsmaßnahmen, die In- und Außerbetriebnahme in Abhängigkeit von der Jahreszeit sowie die kontinuierliche Wartung und Kontrolle im laufenden Jahr (z.B. Steuerung der Brunnenlaufzeiten, Kontrolle der Wasserqualität etc.)
  • Das Grünflächenamt betreut die über den Stadtverband der Kleingärtner in Trier e.V. verpachteten ca. 1.000 Kleingärten in 12 Kleingartenanlagen.
  • Im Rahmen der Entwurfs- und Objektplanung arbeitet das Grünflächenamt mit anderen Dienststellen der Stadtverwaltung zusammen (z.B. Planung der Freianlagen im Bereich des „Stadtumbau West“, Neubaugebiete Trier-Filsch). Aufgrund der vorhandenen Fachexpertise berät es die anderen Dienststellen bei der Konzeption und Gestaltung von Freianlagen und betreut auch – in der sogenannten Bauherrenfunktion – die Konzeption, Planung, Ausführung und Umsetzung von Freianlagen.
  • Das Grünflächenamt verwaltet ca. 25.000 Gräber auf den 17 städtischen Friedhöfen. Im Jahr 2017 gab es 707 Bestattungen, davon rund die Hälfte auf dem historisch und ökologisch bedeutenden Hauptfriedhof.
  • Als Dienstleister für das Jugendamt übernimmt das Grünflächenamt im Bereich der öffentlichen Kinderspielplätze Planung, Neubau und Unterhaltung der Einrichtungen sowie die fachtechnische Betreuung, Überwachung und Sicherstellung der Verkehrssicherheit. Ergänzend werden die Spieleinrichtungen in fast allen Kindertagesstätten sowie die Spieleinrichtungen auf den Schulhöfen vom Grünflächenamt mit den aufgeführten Aspekten betreut. Auch die Unterhaltung der Außenanlagen bzw. der Grünflächen wird vom Grünflächenamt geleistet.
  • Auf Grundlage des Naturschutzgesetzes werden im Zuge der Eingriffsregelung ökologische Ausgleichsmaßnahmen fällig. Das Grünflächenamt übernimmt die Planung und Entwicklung der im Rahmen der Bauleitplanung ausgewiesenen Flächen und festgelegten Ziele. Es betreut die Organisation, Abwicklung und Überwachung sämtlicher Unterhaltungsmaßnahmen mit den unterschiedlichsten Akteuren (Unternehmer, Landwirte, Paten, Vereine) und erstellt Pflege- und Entwicklungskonzepte. (tr)

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Erstellt am Autor Rolf Lorig in Featured, Gesellschaft 2 Kommentare

2 Kommentare zu “Ich streite auch gerne für meine Sachen”

  1. Reinhard

    Ist es den Mitarbeitern noch gestattet Nebentätigkeiten nachzugehen?Da gab es z.B. zumindest früher einen Gerhard Tholl mit eigener Firma in Korlingen , der zusätzlich in seiner Firma u.a. Gartenarbeiten ausführte.Oder hat es inzwischen eine Umorganisation gegeben?Damit sich die Mitarbeiter m.E. voll und ganz auf ihre Aufgaben im Grünflächenamt konzentrieren können..

     
  2. Hans Maier

    Eine Frechheit, Namen von Mitarbeitern der Stadtverwaltung zu verunglimpfen. Jemand, der lediglich eine halbe Stelle bekleidet, der kann selbstverständlich einer anderen Tätigkeit nachgehen.

     

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