Illuminale: Zwei Abende mit Licht und Feuer

Frage an ttm-Chef Norbert Käthler: “Wofür brennen Sie?” Antwort: “Für Trier und die Illuminale…” Fotos: Rolf Lorig

TRIER. Am Freitag, 28. September, startet um 19 Uhr die achte Auflage der Illuminale Trier. Das Besondere dabei: in diesem Jahr findet die Illuminale erstmalig an zwei Abenden statt. Denn auch am folgenden Samstagabend leuchten die Lichter. Mit Sicherheit wird der Veranstaltungsort viele Trierer begeistern: das bunte Treiben findet an beiden Abenden zwischen 19 Uhr und Mitternacht in den Kaiserthermen sowie im benachbarten Palastgarten statt. Schüler, Studenten der Hochschule Trier und Künstler zeigen dann verschiedene Installationen mit Feuer, Licht und Laser.

Von Rolf Lorig

Freitag, Pressekonferenz in der Integrierten Gesamtschule (IGS) auf dem Wolfsberg. Ein Ort, den ttm-Chef Norbert Käthler als Veranstalter der Illuminale mit Bedacht ausgesucht hat. Denn schon seit Anfang der Woche  bereiten sich hier 14 Schülerinnen und Schüler auf das kommende Spektakel vor. Sie sind mit einem wahren Feuereifer bei der Sache. Kein Wunder, haben sie für kurze Zeit doch in der Person von Kain Karawahn einen “brandheißen” Lehrer. Karawahn ist ein Berliner Feuerkünstler, der von Illuminale-Kurator Fabian Lasarzik für ein partizipatives Schulprojekt engagiert wurde.

Was da Ende September die Besucher erwartet, davon erhalten die Journalisten eine Kostprobe: die Tür öffnet sich, herein kommen Sarah Quaré und Antonia Medwed, zwei Schülerinnen aus der elften Klasse. Sarah trägt einen Blumenstrauß in der Hand, Antonia filmt mit einer Videokamera. Das Besondere: Sarahs Blumenstrauß scheint in Flammen zu stehen, doch die junge Frau bleibt völlig ruhig. Auch bei Antonia stimmt das Bild nicht: ihr Kameradisplay steht in hellen Flammen.

“Wer Feuer macht, trägt auch Verantwortung”

Noch während die Zuschauer die Szene verblüfft auf sich wirken lassen, schmunzelt Kain Karawahn zufrieden über die Reaktion. Geschickt hat er im Vorfeld zusammen mit den jungen Frauen Blumenstrauß und Kamera derart präpariert, dass kein Schaden auftritt und keine Gefahr für die beiden Akteurinnen besteht.

Besonders der letzte Aspekt ist ihm wichtig: “Wer Feuer macht, trägt auch Verantwortung”, sagt er. Und unterstreicht, dass die Angst vor dem Feuer zwar gerechtfertigt ist, dass diese Angst bei einem fach- und sachgerechten Umgang aber nicht aufkommen muss. Für ihn ist Feuer die Urform des Lichts, die Wiege allen Lebens.

Das sieht Kurator Fabian Lasarzik genauso. Er kennt und schätzt die Arbeit von Karawahn, er selbst hat in seiner beruflichen Laufbahn bereits 13 Lichtkunstveranstaltungen veranstaltet. Die Stadt hat ihn mit der Leitung der Trierer Illuminale beauftragt und er wiederum hat einige Lichtkünstler mit ins Boot gebracht.

Natürlich haben die phantasievollen kleinen bunten, selbst hergestellten Lampions auch weiterhin ihren festen Platz. Lasarzik aber will mehr: “Ich möchte eine besondere Atmosphäre schaffen, die schön und poetisch wirkt, die aber auch ein wenig irritieren darf. Das schärft die Sinne und öffnet sie für den Rundgang an historische Orten.”

Der Laser schlägt den Bogen zum Feuer

Viele der geplanten Aktionen an mindestens 14 Stationen sind seinen Worten zufolge spielerisch und leicht, manche rau und konkret auf ein Denkmal bezogen. “So legt sich beispielsweise über die Palästra ein Netz oder Schachbrett aus Laserstrahlen, durch das man sich bewegen kann”, stellt Lasarzik in Aussicht. Der Laser als moderne technische Errungenschaft schlägt dabei den Bogen hin zur ursprünglichsten Form des Lichtes – dem Feuer. “Das war elementar für die Menschheit und die Voraussetzung für die Industrialisierung.”

“Reorterin” Antonia Medwed ist mit einem wahren “Feuereifer” bei der Sache. Im Hintergrund Kulturdezernent Thomas Schmitt, ttm-Chef Norbert Käthler und Kurator Fabian Lasarzik.

Kulturdezernent Thomas Schmitt zeigt sich von den Ideen des Kurators sehr angetan. “Das Licht-Festival eröffnet dank der Künstler ungewöhnliche Perspektiven auf das Festival-Gelände”, zeigt er sich überzeugt. Das kann sich auch Marcus Reuter, Direktor des Rheinischen Landesmuseums und Hausherr in den Kaiserthermen gut vorstellen: “Ich den Thermen brannten Tag und Nacht zwischen 20 bis 30 Feuer. Das war auch notwendig, denn eben mal ein Feuer zum Baden anmachen, das hätte bei der Größe der Anlage nicht funktioniert.” Er freut sich auf “spektakuläre Arbeiten mit Licht in und an den antiken Mauern dieses UNESCO-Weltkulturerbes.”

Kinder zahlen keinen Eintritt

Am Schluss aber kommt die Frage auf, weshalb in diesem Jahr erstmalig ein Eintritt in Höhe von vier Euro gezahlt werden muss. “Falsch”, sagt Thomas Schmitt und erinnert daran, dass bereits die erste Veranstaltung eintrittspflichtig war. “Das ist aber in Vergessenheit geraten, weil die Folgeveranstaltungen ohne Eintritt zugänglich waren.” Und dann stellt er klar, dass lediglich für das Betreten des Geländes in den Kaiserthermen von den Erwachsenen Eintritt erhoben wird. “Kinder haben auch zu den Kaiserthermen hin freien Eintritt.”

Der Grund für die sich in Grenzen bewegende Kostenbeteiligung der Besucher liege in der Qualität des Gebotenen, klärt ttm-Chef Norbert Käthler auf. Dadurch, dass man mehrere Aktionskünstler verpflichtet habe, seien auch die Kosten gestiegen. Glücklicherweise habe das Land dem aber Rechnung getragen und seinen Zuschuss auf 25.000 Euro erhöht. Dies allerdings unter der Maßgabe, dass die Stadt – auch sie beteiligt sich mit 15.000 Euro an den Kosten – alle Möglichkeiten ausschöpft, was wiederum einen moderaten Eintrittspreis erfordert.

Das Gros der Kosten in Höhe von rund 100.000 Euro aber stemmen Sponsoren, deren Logos sich im Illuminale-Flyer finden.

Ganz zum Schluss aber kommt dann noch ein Hinweis: “Da sich im unterirdischen Bereich der Kaiserthermen immer nur eine bestimmte Anzahl von Menschen aufhalten können, sind Zugangskontrollen vonnöten, so dass sich hier auch Warteschlangen bilden können”, klärt Kurator Fabian Lasarzik auf.


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Erstellt am Autor Rolf Lorig in Featured, Gesellschaft Hinterlasse einen Kommentar

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