Jetzt ist das Alter der Porta Nigra amtlich

Auch als Mahnmal gegen den Terror, hier eine Anstrahlung vom Januar 2015 anlässlich des Amokanschlags in Paris, findet die Porta Nigra weltweit Beachtung. Fotos: Rolf Lorig

TRIER. Nun ist es amtlich: Heinz Cüppers, von 1977 bis 1994 Direktor im Rheinischen Landesmuseum, hatte Recht mit seiner Annahme, dass die Porta Nigra und die römische Stadtmauer um 170 n. Chr. erbaut wurden. Das belegen neueste Forschungen, die am heutigen Freitag in Anwesenheit von Kulturminister Konrad Wolf der Öffentlichkeit präsentiert wurden.

Der frühere Museumsdirektor Heinz Cüppers. Foto: privat

Irgendwie hatte es der heutige Museumsdirektor Marcus Reuter schon geahnt, dass die Geschichte der urbs opulentissima (äußerst wohlhabend), wie der Geograph Pomponius Mela die Stadt Trier bereits 44 n. Chr. beschrieben hatte, nicht neugeschrieben werden muss. Generationen von Archäologen hatten sich in der Vergangenheit mit dem Alter der Porta Nigra und der römischen Stadtmauer auseinandergesetzt. Entsprechend unterschiedlich seien auch die jeweiligen Aussagen gewesen, die bis in das vierte Jahrhundert n. Chr. reichten.

Reste eines römischen Turms

Die neuesten Erkenntnisse stützen sich auf ein Grabungprojekt, das im August 2017 im Auftrag der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) und der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) mit maßgeblicher Unterstützung der Gerda-Henkel-Stiftung durchgeführt wurde. Bei dieser Grabung, die an der römischen Stadtmauer im Bereich der Franz-Ludwig-Straße und der Südallee erfolgte, fanden die Wissenschaftler nicht nur wie erwartet das römische Stadtmauerfragment, sondern auch Reste eines römischen Turms.  “Die Bauten wurden den Funden zufolge zeitgleich auf einem sumpfigen Altarm der Mosel errichtet. Die römischen Bautrupps hatten große Schwierigkeiten beim Errichten dieser Anlage und mussten die Baugrube mithilfe von Hölzern trockenlegen”, berichtete Christoph Lindner von der LMU.

Eine Mitarbeiterin des Rheinischen Landesmuseums zeigt Minister Konrad Wolf (gebeugt vor dem Exponat) einen 2,80 Meter langen Pfahl, den die Wissenschaftler bei der Grabung geborgen haben. Links im Bild GDKE-Generaldirektor Thomas Metz, daneben Museumsdirektor Marcus Reuter.

Glück für die Forscher

Für die Forscher ein Glücksfall. Denn spätere Untersuchungen des Dendrochronologischen Forschungslabors am Rheinischen Landesmuseum Trier ergaben, dass die Baumstämme im Winter 169/170 n. Chr. gefällt wurden. Aus dieser Erkenntnis leiten die Forscher nun ab, dass der Bau der Stadtmauer ebenfalls zu dieser Zeit, oder kurz danach, stattfand. “Mit diesem Datum kann nun auch die Entstehungszeit des nahe gelegenen nördlichen Stadttors der Stadt Trier, der Porta Nigra, eingegrenzt werden”, analysierte Marcus Reuter. (rl)


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Erstellt am Autor Rolf Lorig in Featured, Gesellschaft Hinterlasse einen Kommentar

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