“Karl Marx 2018” rückt näher

Am kommenden Montag wird die Kooperations-Vereinbarung zu "Karl Marx 2018" im Karl-Marx-Haus unterzeichnet.

Am kommenden Montag wird die Kooperations-Vereinbarung zu “Karl Marx 2018” im Karl-Marx-Haus unterzeichnet.

TRIER. Sie sollen an die weltweit beachtete Konstantin-Ausstellung von 2007 heranreichen – und diese, wenn möglich, sogar noch übertreffen. Am kommenden Montag unterzeichnen das Land, die Stadt, die Friedrich-Ebert-Stiftung und das Bistum Trier die Kooperationsvereinbarung für das Groß-Projekt “Karl Marx 2018” – im Karl-Marx-Haus. In drei Jahren soll das Leben des berühmtesten Sohnes Triers, dessen Geburtstag sich 2018 zum 200. Male jährt, mit zwei Ausstellungen im Landes- und Stadtmuseum beleuchtet und gewürdigt werden. Der Stadtrat hatte am 16. Dezember den Weg zur Gründung der gemeinsamen Gesellschaft von Land und Stadt freigemacht.

Paris und London buhlen um das Renommee, Karl-Marx-Stadt zu sein. Trier muss darum nicht buhlen. Denn hier wurde der Philosoph, Ökonom und Gesellschaftskritiker geboren. Hier ging er zur Schule. Hier legte er auf dem Friedrich-Wilhelm-Gymnasium sein Abitur ab. Die Stadt tat und tut sich aber nach wie vor schwer mit dem Erbe ihres wohl berühmtesten Sohnes. So tobt etwa seit Jahrzehnten zwischen Gegnern und Befürwortern der Streit darüber, ob die Universität Trier in Karl-Marx-Universität umbenannt werden soll. Unstrittig ist hingegen, dass kein anderer Denker das politische Antlitz der Welt so sehr veränderte wie der 1818 in Trier geborene Marx.

Die Jubiläumsausstellung zum 200. Geburtstag von Marx wird an zwei Standorten gezeigt, deren Teile aufeinander bezogen sind: Die flächenmäßig große Ausstellung im Landesmuseum und die von der Fläche her kleinere im Stadtmuseum Simeonstift haben jeweils unterschiedliche Schwerpunkte. Doch beide werden Karl Marx in seiner Entwicklung zeigen – mit seinem Wirken und Handeln im Kontext seiner Zeit, dem 19. Jahrhundert mit dessen unterschiedlichen Phasen. Dabei greift die Ausstellung im Stadtmuseum unter dem Titel “Generation Marx” zudem Themenkomplexe auf, die im Epochenbild zwar genannt werden, aber doch nur allgemein oder in einem sehr viel weiteren Kontext gestreift werden.

Eingebettet werden soll die Jubiläumsausstellung in das Karl-Marx-Jahr 2018. Dazu wollen das Land Rheinland-Pfalz, die Stadt Trier, die Friedrich-Ebert-Stiftung und das Bistum Trier – gemeinsam mit weiteren Partnern – ein vielfältiges Programm mit wissenschaftlichen und kulturellen Veranstaltungen konzipieren, “um damit an das Werk und Leben dieses politisch einflussreichsten Gelehrten des 19. und 20. Jahrhunderts zu erinnern”, teilte die Staatskanzlei am Dienstag mit.

Karl Marx wurde 1818 in Trier geboren und starb 1883 in London. Emil Dreyer; Porträt Karl Marx; um 1900-1920; Dauerleihgabe der Friedrich-Ebert-Stiftung im Stadtmuseum Simeonstift Trier.

Karl Marx wurde 1818 in Trier geboren und starb 1883 in London. Emil Dreyer; Porträt Karl Marx; um 1900-1920; Dauerleihgabe der Friedrich-Ebert-Stiftung im Stadtmuseum Simeonstift Trier.

Die Kooperationsvereinbarung zwischen den vier Partnern wird am Montag “als Grundlage und als sichtbarer Ausdruck des Willens, dieses Jubiläum gemeinsam zu gestalten” von Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Kulturministerin Vera Reiß für das Land, vom Trierer Oberbürgermeister Klaus Jensen, dem Vorsitzenden der Friedrich-Ebert-Stiftung, Kurt Beck, und von dem stellvertretenden Generalvikar Monsignore Dr. Michael Kneip im Karl-Marx-Haus in der Brückenstraße unterzeichnet.

Das Land wird 75 Prozent (18.750 Euro) der Gesellschaftsanteile übernehmen, die Stadt 25 Prozent (6.250 Euro). Die Projektkosten sollen insgesamt rund 5,6 Millionen Euro betragen. Der Betrag reduziert sich um die erzielten Einnahmen – etwa Eintrittsgelder, Führungsentgelte und Publikationen – sowie um Drittmittel wie Spenden und Zuschüsse, die im Verhältnis der Stammeinlage angerechnet werden sollen.

Land und Stadt erhoffen sich von “Karl Marx 2018” einen ähnlichen Erfolg wie bei der Konstantin-Ausstellung von 2007. Damals wurden rund 800.000 Besuche in Trier gezählt, über 350.000 Eintrittskarten wurden verkauft. Die Ausstellung war schließlich nicht nur kulturell ein Erfolg, sondern auch wirtschaftlich. (tr/et)

KOOPERATIONSVEREINBARUNG


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Erstellt am Autor trier reporter in Featured, Gesellschaft, Kultur Hinterlasse einen Kommentar

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