Kirchenväter und abendländische Musikgeschichte

Herausgeber, Verlagsleiterin und Universitätspräsident gratulieren der Preisträgerin: (von links): Prof. Andrea Jördens, Prof. Torsten Mattern, Preisträgerin Jutta Günther, Barbara Krauß (Harrassowitz-Verlag), Prof. Michael Jäckel und Orell Witthuhn. Foto: Universität Trier

TRIER. Für ihre hervorragende Doktorarbeit “Musik als Argument spätantiker Kirchenväter: Untersuchungen zu Laktanz, Euseb, Chrysostomos und Augustinus“ wurde Jutta Günther an der Universität Trier mit dem Philippika-Preis ausgezeichnet. Mit ihrer Dissertation überschreitet sie die Grenzen zwischen der Altphilologie, der Alten Geschichte und der Musikgeschichte.

Die Musik spielte bereits in den frühchristlichen Gemeinden eine wichtige Rolle und wurde von den antiken Kirchenvätern intensiv diskutiert. Von der Ablehnung bestimmter Formen der Musik bis hin zu ihrem Einsatz als wichtiges Mittel, um Personengruppen und Identitäten zu schaffen, reichte die Bandbreite der Auseinandersetzung mit dem Medium ‘Musik‘ in den antiken Gemeinden. Aus den Äußerungen nicht-christlicher, antiker Schriftsteller ist sogar die Musik, vor allem der Wechselgesang, als ein Merkmal christlicher Kultausübung bekannt.

Jutta Günther bearbeitete in ihrer altertumswissenschaftlichen Doktorarbeit diese wichtige Phase der Musik- und Kulturgeschichte. Aus ihren Forschungsergebnissen wird deutlich, dass die abendländische Musikgeschichte ohne den Einsatz von Musik in Gottesdiensten einen anderen Verlauf genommen hätte.

Zu der Feier in der archäologischen Sammlung der Universität Trier begrüßten der Präsident der Universität Trier, Professor Michael Jäckel, und der Mitherausgeber der Reihe, Professor Torsten Mattern, die Gäste. Barbara Krauß, Leiterin des Harrassowitz-Verlages, überreichte die Auszeichnung, bevor die Preisträgerin ihre Ergebnisse unter Einsatz von Musik in einem sehr lebendigen Vortrag darstellte.

Der Philippika-Preis wird für herausragende, interdisziplinäre altertumswissenschaftliche Dissertationen verliehen und wurde von dem Harrassowitz-Verlag (Wiesbaden) gestiftet. Der Preis ist nach der Monographienreihe “Philippika. Altertumswissenschaftliche Abhandlungen. Contributions to the Study of Ancient World Cultures“ benannt und besteht in der Aufnahme der Arbeit in die Reihe und ihrem kostenlosen Druck. (tr)


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