Krankenhaus-Seelsorger tagen zu Herausforderungen

Petra Thielen, Reinhild Thomas und Bernd Schömer (v.l.).

Petra Thielen, Reinhild Thomas und Bernd Schömer (v.l.).

REGION. Krankheit unterbricht den Alltag von Betroffenen und deren Angehören, oft begleitet von Krisen und Sinnfragen. Krankenhäuser werden schnell zum Lebensmittelpunkt von Menschen aus unterschiedlichsten Schichten der Gesellschaft. Hier setzt Krankenhausseelsorge an, denn Krankenhäuser sind auch “Orte von Kirche”. “Wir nehmen jeden Tag den Einzelnen in den Blick”, erklärt Bernd Schömer, Seelsorger im Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein Koblenz-Kemperhof. “Vom Einzelnen her denken” ist auch der erste Perspektivwechsel der Trierer Bistumssynode überschrieben. Zum Thema “Synode und Krankenhausseelsorge im Bistum Trier” haben sich 65 Krankenhausseelsorgerinnen und -seelsorger in der vergangenen Woche zu ihrer Jahrestagung im Trierer Robert-Schuman-Haus getroffen.

Im Krankenhaus werde das Leben in all seinen Facetten sichtbar, sagt Reinhild Thomas, die seit neun Jahren im Marienhausklinikum Eifel in Bitburg Seelsorgerin ist. “Und hier ist die Frage nach dem Sinn des Lebens ständig da.” Da gehöre Kirche hin. “Zu den Menschen, die Not haben”, sagt auch Petra Thielen. Sie ist seit zwölf Jahren als Seelsorgerin am Knappschaftsklinikum Saar in Püttlingen. Jedem einzelnen müsse begegnet werden, dort, wo er gerade sei. Das könne auch bedeuten, dass man einfach einmal zusammen schweige, erklärt Thomas. “Denn jeder erlebt Krankheit anders.” Und jeder habe unterschiedliche Hintergründe. “Wichtig ist es, zu den Menschen zu gelangen, innerlich und äußerlich”, sagt Referent Klaus Hamburger, Krankenhausseelsorger des Marienhausklinikums St. Elisabeth Neuwied. “Damit steht und fällt die Verwirklichung des grundlegenden christlichen Glaubensbekenntnisses.”

Die Synode sei ein wichtiger Prozess, erklärt Schömer, der seit 22 Jahren als Krankenhausseelsorger tätig ist. Und die Tagung sei ein Schritt in die Zukunft, in die sich auch die Krankenhausseelsorge einbringe. “Die Synode möchte inhaltlich und strukturell die Kirche im Bistum Trier neu in Bewegung setzen”, sagt auch Horst Drach, Abteilungsleiter “Pastorale Grundaufgaben” im Bistum Trier. Die Erfahrungen der Krankenhausseelsorger seien dabei wichtig. Als “Kirche am anderen Ort” stünden sie für die Kirche ein. “Mischen Sie sich mit ihren Erfahrungen und mit Ihrer Praxis ein”, ermunterte er die Seelsorger, “überall da, wo die Kirche von Trier über kirchliche Entwicklung in dieser Zeit und Gesellschaft nachdenkt.” Sie sollten aktiv mitwirken an “Seelsorge-Netzwerkbildung in Ihrem Raum im Kontext der vorhandenenkirchlichen Strukturen”. Durch Krankenhausseelsorge entstünden “soziale Begegnungen”, erklärte auch Dr. Gundo Lames, Direktor des Strategiebereichs “Ziele und Entwicklung” im Bistum Trier und selbst Synodaler. Diese Erfahrung von “Orten von Kirchen” könnten auch fruchtbar werden für die “Pfarreien der Zukunft”, die im Prozess der Synode neue Formen der Vergemeinschaftung ermöglichen sollen. (tr)


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