Kreative Arbeiten sagen Legal Highs den Kampf an

Lisa Schumacher (links) und Natalia Scherbatschenko mit ihren Professoren Andreas Hogan und.Henriette Sauvant. Fotos: Rolf Lorig

Lisa Schumacher (links) und Natalia Scherbatschenko mit ihren Professoren Andreas Hogan und.Henriette Sauvant. Fotos: Rolf Lorig

TRIER. Was hat es mit den Legal Highs auf sich? Weshalb hat sich der Gesetzgeber in der Vergangenheit so schwer damit getan? Diese Fragen und weitere beleuchtete ein Informationsabend an der Hochschule Trier auf dem Paulusplatz, zu dem die Arbeitsgruppe Jugendschutz in der Region Trier eingeladen hatte. Gleichzeitig präsentierten zwei Studentinnen des Fachbereichs Kommunikationsdesign kommunikative Lösungsansätze, die junge Menschen präventiv auf die Gefahren  von Legal Highs hinweisen sollen.

Die Auswirkungen der Drogen, die als Badesalze, Räuchermischungen, Lufterfrischer, Kräutermischungen oder Forschungschemikalien deklariert vor allem von Jugendlichen als vermeintlich legale Alternative zu illegalen Drogen konsumiert werden, sind Polizeipräsident Lothar Schömann und Peter Fritzen, Leitender Oberstaatsanwalt in Trier, nur zu gut bekannt. Doch da der Gesetzgeber bislang dem Problem hilflos gegenüberstand, waren Polizei und Staatsanwaltschaft mehr oder weniger die Hände gebunden. Das aber hat sich nun geändert. Denn das neue Gesetz zur “Bekämpfung der Verbreitung neuer psychoaktiver Stoffe” ermöglicht künftig eine umfassende Strafverfolgung.

Doch ist das für die beiden Männer nur eine Facette in ihrem Kampf gegen diese Drogen. Mindestens ebenso wichtig ist ihnen eine intensive Aufklärungsarbeit. ‟Denn wer um die Gefahren weiß, wird sich diesen bei klarer Überlegung nicht so ohne weiteres aussetzen‟, glaubt Schömann.

Viele sind sich des Gefahrenpotenzials nicht bewusst

Deshalb arbeitet das Polizeipräsidium Trier auch eng mit der Arbeitsgruppe (AG) Jugendschutz in der Region Trier zusammen. Die Mitglieder der AG Jugendschutz in der Region Trier sind überzeugt davon, dass der Bekanntheitsgrad und damit auch die Problematik dieser Drogen zugenommen haben. Trotz steigender öffentlicher Aufmerksamkeit ist vielen Jugendlichen und jungen Erwachsenen offenbar das  Gefahrenpotenzial nicht bewusst. Deshalb wurde dort in der AG die Idee geboren, das kreative Potenzial der jungen Studierenden aus dem Fachbereich Kommunikationsdesign für die präventive Arbeit zu nutzen. Was man sich von dieser Zusammenarbeit verspricht, bringt Hauptkommissar Marc Powierski auf den Punkt: ‟Von Jugendlichen für Jugendliche.”

Chefarzt Wolfgang Thomas beleuchtet Legal Highs aus medizinischer Sicht.

Chefarzt Wolfgang Thomas beleuchtet Legal Highs aus medizinischer Sicht.

Zusammen mit weiteren AG-Mitgliedern führte Christine Schmitz, Jugendschutzbeauftragte der Stadt Trier, erste Gespräche mit den Professoren Andreas Hogan und.Henriette Sauvant. Die wiederum stellten das Thema ihren Studierenden vor. Lisa Schumacher und Natalia Scherbatschenko erkannten das Potenzial und nahmen die Herausforderung an. Die Ergebnisse ihrer Arbeit präsentierten sie am Mittwoch vor knapp 100 Besuchern in der Aula der Hochschule am Paulusplatz. Beide junge Frauen entwarfen dazu farbige Printmedien, die aufmerksam machen und über die Illegalität informieren sollen.

Zuvor aber hatte Wolfgang Thomas, Chefarzt der Abteilung für Kinder- und Jugendmedizin des Klinikums Mutterhaus der Borromäerinnen, das Thema Legal Highs aus medizinischer Sicht beleuchtet und darauf hingewiesen, dass auch in der Großregion Trier bereits mehrere Personen nach dem Konsum der vermeintlich harmlosen „Legal Highs“ verstorben sind.

Überzeugt von den Arbeiten der beiden Studentinnen zeigten sich am Ende des Abends sowohl Jugendschutzbeauftragte Christine Schmitz wie auch Oberstaatsanwalt Peter Fritzen und Polizeipräsident Lothar Schömann. Überlegt wird nun, wie diese Arbeiten in die künftigen Präventionsüberlegungen der AG Jugendschutz eingebaut werden können. Dem Polizeipräsidenten könnte das gefallen: ‟Möglicherweise wird diese Aktion uns noch mehr Erfolg bei unserer Arbeit bescheren.‟ (rl)


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Erstellt am Autor Rolf Lorig in Featured, Gesellschaft Hinterlasse einen Kommentar

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