Kunst in ihrer ganzen Bandbreite: Der März in der Tufa

Stoppok tritt am 14. März in der Tufa auf. Foto: Veranstalter

TRIER. Der Monat März ist der Monat des Aufbruchs. Der Winter neigt sich seinem Ende zu, macht Platz für den Frühling und seine bunten Farben. Bunt geht es in diesem Monat auch in der Tufa zu. Eine Fülle an Veranstaltungen der unterschiedlichsten Art beschert Angebote für jeden Geschmack.

Los geht es am 1. März mit einer Fotoausstellung. Der schottische Fotograf Stuart Armour zeigt: Cartoneros, Diareros, Futbolistas – eine andere Annäherung an Streetfotography. Auf seinen Bildern erzählen die Gesichter der Menschen selber ihre Geschichte.  In seinem Vortrag zeigt der Fotograf, wie das Kennen und Verstehen der Menschen sowie ihrer Lebenssituation die Fotografie so transformieren, dass selbst in kritischen Momenten aussagestarke Fotos entstehen können. Einen Tag später gastiert Emily Millard mit ihrer Tour “By Heron &By Season“. Wie eine Zauberin, deren Werk eine poetische Magie entfacht, zaubert uns die kanadische Art-Folk- Künstlerin Emily Millard ein Lächeln aufs Gesicht. Emily spielt mit der Mischung aus ästhetischer Poesie Vintagepianos, traditionellen Instrumenten und schafft es jede Note dort hin zu bewegen, wo sie hin gehört. Dabei nutzt sie ihre unverwechselbare Stimme um auch das letzte magische Potential auszukosten.

Der 3. März beschert gleich drei Veranstaltungen. Los geht es mit der OPEN-EXPO – Finissage: 102 MOMENTS OF MOVEMENT. Zur Aufführung kommt eine Installation für eine Tänzerin und einen Performer (Annick Pütz und Bernd Bleffert). Dieter Heimböckel bringt ‟nicht ganz zufällige Betrachtungen über den Zufall”, moderiert von Thomas Rath. Und Klaus Maßem thematisiert in seinen Zeichnungen den Menschen vom Individuum bis zur komplexen, vernetzten Masse und setzt sich zeichnerisch u. a. mit Grenzen der Wahrnehmung und deren Verschiebung auseinander. Bernd Bleffert beschäftigt sich in seinen klangkünstlerischen Arbeiten mit Bewegung als der eigentlicher Quelle von Klangbildung wie mit Prozessen der Verschiebung und des Zufälligen. Im Kleinen Saal tritt David Blair auf. Mit seinem Lied “AloneTogether“ knackte er 2014 die top 100 der deutschen Radio Charts. Im Gr0ßen Saal geht es um Tanz und Flüchtlinge. NOBLET DANCE COMPANY   &  KREUZ UND QUER zeigen Underyourskin! Ein Non Fiction Tanztheater über sechs Geschichten der Flucht am 3. März. Was wissen wir wirklich über die Einzelschicksale geflüchteter Menschen, deren Geschichte ebenso unsere eigene sein könnte? Mit den Ausdrucksformen von Tanz, Schauspiel und Erzählung, ermöglicht UnderYour Skin das Nacherleben sechs unbeschreiblicher Geschichten.

Am 4. März lädt das poetisch-virtuose Flamencogitarren-Duo Café del Mundo zum Dance of Joy ein. Es ist eine Ode an die pure Daseinsfreude, quicklebendig, frisch und funkelnd – komponiert und gespielt von zwei begnadeten Künstlern, die für pure Musik stehen. Musikalisch geht es am 5. März mit der Emily Barker Show weiter. Ihre aktuelle Tour steht unter dem Titel Shadesof Blue. Emily Barker ist eine enorm vielseitige Songwriterin , die in den vergangenen Jahren ihrer Arbeit mit ihrer weiblichen Band The Red Clay Halo weltweit glänzende Kritiken einheimste. Die Zeitung ‟The Guardian‟ schrieb: „Emily Barker besitzt eine besondere Gabe für großartige Melodien.“

Am 9. März begrüßt der Autor JAN WEILER seine Gäste Im Reich der Pubertiere. Für viele ist es die lang ersehnte Fortsetzung des Nr.-1-Bestsellers “Das Pubertier” und erzählt, wie der Wahnsinn in der Familie weitergeht.

Fotografien stehen am darauf folgenden Freitag, 10. März, im Blickpunkt des Interesses. Die Fotografische Gesellschaft Trier lädt zu ihrer Mitgliederausstellung 2017 unter dem Titel TRAUMPFADE  ein. Als Traumpfade werden in unserer Region Wanderwege in der Eifel bezeichnet. Von daher scheint reine Naturfotografie naheliegend. Doch das greift zu kurz. Erst eine von realer Natur abstrahierende Sicht auf die Themenbegriffe “Traum” und “Pfad” ermöglicht spannendere Umsetzungen. Sind Pfade immer schmale, verschlungene, geheimnisvolle Wege zu fernen Zielen? 25 Fotografinnen und Fotografen zeigen ihre Interpretation des gestellten Themas.

Am gleichen Abend stellen sich unter dem Titel Adhoc 4 & Kunstasyl II im 2. Obergeschoss KünstlerInnen von sechs TUFA-Kunstvereinen vor: Éditionstrèves e.V. (Bodo Korsig | Rita  Gierens | Ursula Dahm |Rainer Breuer | Christian Gödert), Europäische Akademie für bildende Kunst e.V. (Chikako Kato | Claus Bach | Peter Rübsant | Serge de Waha), Fotografische Gesellschaft Trier e.V. (Peter Heinbücher |Richard Krings | Margit Neussel | Wolfgang Raab |Eva Sonne-Krings), Gesellschaft für bildende Kunst Trier e.V. (Hiltrud Faßbender | Anne Hött |Gisela Hubert| Anne Recker |Lilo Schaab), Kunstverein Trier Junge Kunst e.V. (Klaus Maßem | Stefan Philipps | Claudia Wenzler | Britta Deutsch | Bernd Sauerborn) und die Kulturwerkstatt Trier e.V. mit Conny Granow | Nour Hmidan | Sylvie Felgueiras| Gabriella Kokott |Modris Braslins. Zeitgleich wird der Galeriebereich zum zweiten Mal als Gemeinschaftsatelier einschließlich Material und Werkzeug für die vielfältigen Formen der Bildenden Kunst zur Verfügung gestellt und bietet so Asyl suchenden Künstlern, die vorübergehend oder langfristig in Trier bleiben, die Möglichkeit bildend künstlerisch tätig zu werden. Unterstützt werden sie hierbei von lokalen KünstlerInnen, die unterstützend, vernetzend und integrativ gerne helfen. Das KUNSTASYL ist für interessierte Besucher während des Arbeitsprozesses geöffnet.

Emily Barker ist am 5. März in der Tufa. Foto: Veranstalter

Freuinde des Kabaretts kommen an diesem Abend im Großen Saal suf ihre Kosten. Angelika Beier päsentiert ihr Programm Durchboxen statt Botoxen. Kostprobe: Verzweifeln Sie nicht! Auch wenn sich die Lust bei Ihnen umorientiert hat und es statt Sinneslust nur noch schnöde Hausmannskost gibt. Träumen Sie noch von verwegenem Sex auf dem Küchentisch? Oder steht da der allzeit einsatzbereite Thermomix? Fragen Sie sich beim Blick in den Spiegel: Botox ich oder nicht? Kämpft Ihr Körper erfolglos gegen die Schwerkraft? Oder wird er zum Ersatzteillager, Zähne aus Budapest, Nabel aus Shanghai, Brüste aus Bogota? Die Trägerin des Münchner Kabarettpreises auf deutschen Kabarettbühnen zeigt auf, was Frauen in den besten Jahren bewegt.

Mit Kabarett geht es am darauffolgenden Samstag, 11. März,  weiter. Bei der Kabarettmeisterschaft sagt Liese-Lotte Lübke: ‟Kabarett muss nicht immer plakativ politisch daher kommen, es darf auch hintergründig humorvoll sein.” Und Christine Schütze fragt sich: Was ist eigentlich deutsch? Wie geht Altern in Würde? Was ist mit der “Generation Maybe“ los?

Im Kleinen Saal steht eine Theaterpremiere auf dem Programm. Zur Aufführung gelangt ‟DER TOD UND DAS MÄDCHEN“ von Ariel Dorfman. Es gehört zu den meistgespielten Stücken der jüngeren Weltliteratur. Und das wird es auch bleiben, so lange Diktaturen ihre Opfer fordern und diese versuchen, in einer neu gewonnenen Demokratie die an ihnen vollbrachten Grausamkeiten zu verarbeiten. Es spielen: Stefan Bastians, Claudia Stephen und Manfred Rath, als Gast tritt die Sopranistin Susanne Ekberg auf.

Am Dienstag, 14. März, ist STOPPOK mit seiner SOLO TOUR wieder mal in Trier zu Gast. Stoppok versteht es in seinen Liedern grundsätzliche Fragen und Probleme unserer Zeit in oft persönlich gefärbten Geschichten zu erzählen und damit eine natürliche Verbindung des Privaten mit dem Allgemeinen herzustellen.

Am 15. März gastiert der Pianist Holger Mantey im Rahmen der Reihe  Pianissimo? Nö! #6 in der Tufa. Mantey ist ein virtuoser Pianist, der äußerst souverän mit den scheinbaren Grenzen der verschiedenen musikalischen Genres umgeht. Dabei gelingt es ihm eindrucksvoll  diese Grenzen zum Fließen zu bringen und bekannten Stücken ein „Klanggewand“ anzulegen, welches genussvoll, zu höchst spannend aber auch sehr witzig sein kann.

Schon einen Tag später heißt es wieder: Theatersport. Ein Theater für den Augenblick. Kreativ und einmalig: Ein Musiker, ein pfiffiger Moderator und sechs Schauspieler, die sich in der großen Kunst des Improvisierens messen in einer der originellsten Kultveranstaltungen Deutschlands. Nichts ist abgesprochen. Nichts vorbereitet. Auf Zuruf der Zuschauer wird spontan improvisiert. Die Zuschauer sind mittendrin statt nur dabei.

Am Freitag, 17. März, steht der Jazz im Mittelpunkt. Das Anke Helfrich Trio stellt sein viertes Album Dedication vor. In der Tufa Trier wird Anke Helfrich das Programm der CD mit dem international gefragten Bassisten Martin Wind aus New York und dem deutschen Schlagzeuger Jens Düppe vorstellen.

Am Samstag, 18. März, geht es mit der 90er-Party aus dem Club “toni” bekanntem Dance-Fever in der TUFA mit der XXL-Variante auf 2 Floors zur Sache. Und am Sonntag, 19. März, kommen mit dem Auftritt der Formation BASTA! die Freunde der gepflegten a capella-Musik auf ihre Kosten. Die Kölner präsentieren in neuer Besetzung mit Hannes Herrmann ihr achtes Album Freizeichen.

Irish Folk am 21. März. Dann heißt es: Irish Spring – Festival of Irish Folk Music 2017. Es treten auf Eddie Sheehan &Cormac Doyle (Irish Songs), David Munnelly Trio (Dance Tunes), Connla (Modern Tradition from the North) und Andrew Vickers (Funky Step Dance). Highlight zum Abschluss ist das große Festival Finale, das alle Künstler nochmals auf die Bühne führt um in gemeinsamer Session den Zauber, aber auch den Rausch eines wilden Folk-Abends zu feiern.

Mit Kabarett geht es am 23. März weiter. Mike & Aydin präsentierten das Nord-Süd-Gefälle. Wenn ein Engländer und ein Türke sich treffen, darf die EU als Thema natürlich nicht fehlen. Die beiden erklären, wie ein gemeinsames Europa funktionieren kann. Etwa zwei Stunden lang werden alle Klischees, alle Vorurteile, die man über Nordeuropäer und Südländer haben kann, gnadenlos dargestellt. Frech, vorlaut und natürlich politisch total unkorrekt.

Eine Liebeserklärung gibt das Marcel Adam Trio mit Ich liebe das Leben! am Freitag, 24. März, ab. Zum ersten Mal gastiert Marcel Adam in der Tufa. Der Lothringer mit Leib und Seele ist Liedermacher, Sänger, Interpret, Dichter, Poet und Schelm. Marcel wird begleitet von „La Fine Equipe“ – dem virtuosen Akkordeonisten Christian di Fantauzzi und dem ebenso versierten Gitarristen Christian Conrad – und lädt ein zu  einem unvergesslichen Abend.

Am Samstag, 25. März, kommt das Ballett mit der Schulvorstellung der Ballettschule Birgit Müller auf die Bühne des Großen Saals und stimmt tänzerisch auf den Frühling ein.

Musik und Comedy erwartet die Besucher am Donnerstag, 30. März. Als die feisten noch Ganz Schön Feist hießen und ein Trio waren, von Anfang der 90er Jahre bis 2012, schufen sie ihr eigenes Genre: Pop-A-Cappella-Comedy. ‟Gänseblümchen“, oder ‟Du willst immer nur f…en“ sind Songs die Ganz Schön Feist populär machten. Nach dem Ende von Ganz Schön Feist kehrte erstmals besinnliche Stille ein. Doch C. und Rainer sind nun als die feisten zurück. Ihr Song „Nussschüsselblues“ wird gerade geklickt und geteilt wie verrückt. Das Ergebnis: euphorisierte neue Fans, die gar nicht wussten, dass es so was wie die feisten gibt.

Beendet wird der Monat März mit der Vernissage Wechselstrom. Auf Einladung des Kunstverein Trier Junge Kunst haben im letzten Sommer 19 Kunstschaffende der Arbeitssgruppe Rheinland-Pfälzischer Künstler e.V. ARK, sich mit der Ausstellung ’19 Sehweisen’ in der Tufa Trier präsentiert. In einer Gegenausstellung  unter dem Titel ‘retour’ präsentierte sich acht Künstler des Kunstvereins Trier im Dezember im Haus Metternich in Koblenz. Nach dem erfolgreichen Start dieses Ausstellungsformates folgen nun zwei weitere Ausstellungen. Hierzu hat der Kunstverein Trier Junge Kunst 11 Künstler aus dem Umfeld des Kölner ’kunstraum 320’ in die Tufa Trier eingeladen. Dort werden vom 31.03. bis 30.04.2017 aktuelle Arbeiten im 2.OG präsentiert. Die Ausstellung in der Tufa ist der Gegenbesuch zu der Ausstellung von acht Künstlern des Kunstvereins Trier Junge Kunst, die im März in Köln  im ‘kunstraum 320’ stattfinden wird. (tr)


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Erstellt am Autor Rolf Lorig in Featured, Kultur Hinterlasse einen Kommentar

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